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Videobeweis: 1. FC Köln verzichtet auf Protest nach 0:5 bei Borussia Dortmund

Irreguläres Tor in Dortmund : Köln verzichtet nun doch auf Protest

Nach der 0:5-Niederlage bei Borussia Dortmund hatte der 1. FC Köln angekündigt, Protest gegen die Spielwertung einlegen zu wollen. Nun haben es sich die Kölner anders überlegt.

Wie der Verein am Dienstag bestätigte, verzichtet er auf den geplanten Protest. Der Bundesligist begründet seine Entscheidung damit, dass die Erfolgsaussichten für einen solchen Protest gering seien.

Der Referee hatte nach Intervention des Schiedsrichter-Assistenten den Treffer zum 2:0 für den BVB anerkannt, obwohl das Spiel bereits abgepfiffen war, bevor der Ball die Torlinie überschritten hatte.

In der Tat waren die Erfolgsaussichten gleich null. Denn im bindenden Protokoll der Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) wird ausgeschlossen, dass Fehlentscheidungen des Video-Schiedsrichter-Assistenten (VSA) Einfluss auf die Spielwertung haben können. So krass sie auch sein mögen.

"Ein Spiel ist nicht ungültig aufgrund von Fehlfunktion(en) der VSA-Technologie, falscher Entscheidungen, die den VSA betreffen, oder der Entscheidung, einen Vorfall nicht zu prüfen, oder der Prüfung einer nicht prüfbaren Situation", steht auf Seite neun des Protokolls eindeutig. Der VSA sei ein "Spieloffizieller". Ergo: Es gab keinen Spielraum für eine Wiederholung. Die Entscheidung der Kölner war somit nur folgerichtig.

"Der Vorwurf, angesichts des eindeutigen Resultats wolle der 1. FC Köln eine sportliche Niederlage nicht akzeptieren, geht insofern fehl, als in der Endabrechnung jedes einzelne Tor über Tabellenplätze entscheiden kann. Davon abgesehen hat der FC nie in Zweifel gezogen, dass Borussia Dortmund das Spiel verdient gewonnen hat — dies gilt unabhängig von dem aus unserer Sicht regelwidrigen Tor", heißt es in der Mitteilung der Kölner.

Watzke zieht Vorwürfe zurück

"Die Entscheidung zeigt Größe und nötigt mir größten Respekt ab. Ich bin angenehm überrascht und ziehe meinen Vorwurf, Köln sei ein schlechter Verlierer, komplett zurück", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei t-online.de.

Köln fordert den DFB aber auf, sich mit dem Sachverhalt auseinanderzusetzen: "Der FC hält es von der Frage des Protests unabhängig allerdings für dringend geboten, dass im Sinne der gesamten Liga Rechtssicherheit an den strittigen Punkten geschaffen wird. Der FC hat vom DFB daher am heutigen Dienstag in einem Schreiben zu einer entsprechenden Stellungnahme erbeten. Das vom 1. FC Köln immer unterstützte Projekt Videobeweis wäre zum Scheitern verurteilt, wenn die vereinbarten und vor der Saison kommunizierten Voraussetzungen nicht eingehalten werden."

Kölns Trainer Peter Stöger begrüßte am Dienstag die Entscheidung seines Vereins. "Ich finde es gut, dass es jetzt ist, wie es ist", sagte der Österreicher, stellte aber auch klar: "Es war richtig, die Beschwerde in dieser Schärfe zu kommunizieren. Als Befürworter des Video-Assistenten sage ich: Wenn man das weiter haben will, dann muss man auf Problembereiche hinweisen dürfen. Das haben wir gemacht, weil es der Entwicklung der Geschichte förderlich ist."

Das System mit dem Video-Assistenten müsse "wachsen, aus Situationen muss man lernen und mehr Klarheit schaffen. Die Schiedsrichter müssen künftig wissen: Wann muss ich eingreifen, und wann darf ich nicht eingreifen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sokratis-Treffer wird nach Videobeweis anerkannt

(areh/sid)