Lukas Podolski: Rückkehr zum 1. FC Köln und Erfolge in Japan

"Es würde mich stolz machen" : Podolski macht dem 1. FC Köln Mut und hofft auf Rückkehr

Mutmacher für den 1. FC Köln aus Japan: Weltmeister und FC-Legende Lukas Podolski glaubt trotz der anhaltenden Krise an eine sportliche Trendwende bei seinem Heimatclub - für den er gerne nochmal auflaufen würde.

"Der FC muss schauen, dass er bis zum Winter noch so viele Punkte wie möglich holt - und dann noch einmal sinnvoll auf dem Transfermarkt tätig wird", sagte Podolski der "Welt am Sonntag" und erinnerte an die Emotionen, für die der Verein steht: "Das geht ein bisschen unter. Trotz der sportlichen Krise war ich als Kölner stolz, als ich die Bilder vom Europa-League-Spiel bei Arsenal gesehen habe. Dass da bis zu 20.000 Kölner in London waren und für eine tolle Atmosphäre gesorgt haben, war fantastisch."

Das sei "Fußball, wie ich ihn liebe. Da ging mir das Herz auf", sagte der 32-jährige Podolski, der mittlerweile in der japanischen J-League bei Vissel Kobe spielt. Sein Team setzte sich am Sonntag bei strömendem Regen mit 3:2 (1:1) bei Ventforet Kofu durch. Podolski selbst musste jedoch am 31. Spieltag aufgrund einer Gelbsperre pausieren.

Eine Rückkehr ins Rheinland kann er sich der gebürtige Bergheimer immer noch vorstellen. "Ich habe nie geleugnet, dass ich noch mal für den FC spielen will. Warum soll ich da um den heißen Brei herumreden?", sagte Podolski: "Ich brauche mich da aber nicht anzubieten. Der FC ist mein Verein und bedeutet mir sehr viel. Es würde mich stolz machen, noch einmal das Trikot mit dem Geißbock zu tragen."

Podolski sprach auch schon über seine Ziele nach Ende der aktiven Laufbahn: "Das ist noch offen. Als Trainer bei einem Verein zu arbeiten, das würde ich aktuell eher ausschließen. Ich kann mir schon vorstellen, etwa beim FC in irgendeiner Position tätig zu sein und dem Klub mit meiner Erfahrung zu helfen. Auch beim DFB könnte ich mir einiges vorstellen. Mal schauen."

In der laufenden Bundesligasaison ist der 1. FC Köln noch sieglos und Tabellen-Letzter. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger hat in zehn Spielen erst zwei Punkte geholt und vier Tore geschossen. Podolski spielte von 1995 bis 2006 bei den Rheinländern und kehrte von 2009 bis 2012 zurück.

Seine nähere Zukunft sieht Podolski jedoch in Japan. "Mein Vertrag hier läuft noch zwei Jahre. Der Verein hat das Ziel ausgegeben, in den kommenden Jahren einen Titel zu holen. Noch sind wir dafür nicht gut genug aufgestellt, aber das kann ja noch kommen", sagte der 32-Jährige und ergänzte: "Was danach passiert, weiß ich noch nicht. Vielleicht verlängere ich noch mal. Oder ich suche noch mal ein Abenteuer."

Mit seiner Familie hat sich Podolski in Japan nach seinem Wechsel im Sommer sehr gut eingelebt. "Die Japaner sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Es ist hier wirklich angenehm und sehr sicher. Das ist ein enormes Plus. Wir fühlen uns wohl, auch wenn wir die Heimat natürlich auch mal vermissen", sagte Podolski.

"Heimat ist nun mal Heimat. Aber es ist nicht so, dass wir das Gefühl haben, morgen die Koffer packen und abreisen zu müssen, weil es hier so grausam ist. Im Gegenteil, wir genießen und schätzen das Leben hier sehr."

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(cbo/dpa/sid)
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