Trainingsauftakt des 1. FC Köln: Daum legt wieder los

Trainingsauftakt des 1. FC Köln : Daum legt wieder los

Köln (RP). Als erster Profiklub nimmt Zweitligist 1. FC Köln die Vorbereitung für die neue Saison auf. Nach einer über die Maßen enttäuschenden Runde soll mal wieder mit neuem Personal der Aufstieg gelingen.

In seinem langen, erfüllten Fußballerleben ist Faryd Aly Camilo, genannt "Freddy", Mondragon weit herumgekommen. Von seinem Geburtsort, dem für sein Drogenkartell bekannten kolumbianischen Cali, führte ihn die Odyssee über Paraguay, Argentinien, Spanien, Frankreich und die Türkei an den Rhein.

In einen Passfälscher-Skandal war er zu seiner Zeit beim FC Metz verwickelt, bei Galatasaray Istanbul fiel er durch Handgreiflichkeiten auf. Im Zusammenhang mit seinem Namen kommt oft das Adjektiv "wild" zum Einsatz.

Heute nun, an seinem 36. Geburtstag, tritt der bei zwei Weltmeisterschaften erprobte kolumbianische Nationaltorhüter, der sich den Einsatz bei der Südamerika-Meisterschaft spart, seinen Dienst als neue Nummer 1 beim 1.FC Köln an. Mondragon bereichert eine Vielvölker-Truppe, in der sich unter anderem ein Libanese, ein Kanadier, ein Finne, ein Franzose, ein Kameruner, ein Serbe, ein Slowene und einige Türken zu einer "temporären Schicksalsgemeinschaft" zusammenfinden sollen, wie Trainer Christoph Daum wünscht. Multikulti Colonia!

Auch wenn Mondragon schon eine Menge erlebt hat, dürfte sein Erfahrungsschatz in Köln noch beträchtlich wachsen. Er ist bei einem einzigartigen Klub gelandet, den laut Untersuchung der Agentur Sportfive 14,39 Millionen Bundesbürger sympathisch finden und dem die Fans auch in schwierigen Zeiten die Bude einrennen.

Am 31. Juli kommen die Bayern

Nächsten Donnerstag bestimmt: beim ersten Testspiel beim Klub mit dem bezeichnenden Namen Hoffnungsthal. Oder wenn am 31. Juli der FC Bayern München nach Müngersdorf kommt.

Mondragon bereichert aber auch einen Klub, bei dem es an Brandherden nicht mangelt, wenn die neuformierte Mannschaft heute um 18 Uhr zum ersten Mal am Geißbockheim auf und ab trabt. Der lähmende Konflikt zwischen dem Verwaltungsrat und Präsident Wolfgang Overath scheint nur vorläufig befriedet.

Die Kritik an dessen Vertrauensleuten, dem "Vize" Jürgen Glowacz und dem bestenfalls als glücklos zu bezeichnenden Chef-Scout Stefan Engels, bleibt bestehen. Manager Michael Meier, von dessen 18 Einkäufen in 17 Monaten zwölf den Klub bereits wieder verlassen haben, steht ständig unter Rechtfertigungsdruck. Seine aktuelle Selbsteinschätzung: "Mich hat vielleicht das Glück verlassen, aber nicht das Können."

Wie zuletzt häufig musste sich Meier gestern mit Äußerungen von Nationalspieler Patrick Helmes herumschlagen. Der Stürmer, der spätestens nächsten Sommer dem abgewanderten Lukas Sinkiewicz nach Leverkusen folgt, jammerte einem "Sport-Bild"-Reporter in den Block: "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich ein wichtiger Mann für Christoph Daum bin."

(RP)
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