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Bundesliga: 1. FC Köln gegen TSG Hoffenheim - So gut ist der neue Effzeh unter Baumgart

Pressing, Tore, Baumgart : So gut ist der neue 1. FC Köln

Dem Klub aus der Domstadt ist der beste Saisonstart seit fünf Jahren gelungen. Das liegt auch, aber nicht nur am neuen Trainer Steffen Baumgart. Wie sich seine Arbeit in der Statistik niederschlägt und welche Erwartungen das für das Spiel am Freitagabend gegen Hoffenheim weckt.

Kölner Fans können sich nach jahrelangem Abstiegskampf und wöchentlichem Zittern derzeit endlich wieder auf das Wochenende freuen. Denn der „Effzeh“ steht nach sieben Spieltagen mit zwölf Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz und zeigt in diesen Wochen konstant gute Leistungen. Es gibt natürlich Gründe, woran das liegt und warum dann auch gewisse Erwartungen an das Spiel gegen Hoffenheim am Freitagabend geknüpft sind.

So holt der neue FC-Coach Steffen Baumgart mit seiner Mannschaft im Schnitt 1,71 Punkte pro Spiel und hat so den besten Saisonstart des 1. FC Köln hingelegt – seit 2016/17, als am Ende die Qualifikation für die Europa League gelang. Mit Markus Gisdol, der in der vergangenen Spielzeit entlassen und durch Retter Friedhelm Funkel ersetzt wurde, kamen die Kölner nur auf 1,07 Punkte pro Partie.

Der gute Saisonstart schürt bei allen Beteiligten die Hoffnung auf ein weiteres Erfolgserlebnis am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) im Bundesliga-Duell bei der TSG 1899 Hoffenheim. Dass die Ausbeute beim Angstgegner in den vergangenen vier Partien mit null Punkten und 1:16-Toren nichts Gutes verheißt, kann Torhüter Timo Horn nicht schrecken: „Das kommende Spiel steht unter völlig anderen Voraussetzungen. Ich denke, dass wir gefestigter sind. Wir fahren mit Selbstbewusstsein nach Hoffenheim und wollen unseren Fußball auch dort durchsetzen.“

So eine forsche Aussage ist ganz im Sinne des neuen Trainers. Unter Baumgarts Regie wirkt der FC wie verwandelt. Aus einer verunsicherten Mannschaft mit tempoarmem Fußball ist eine geschlossene Einheit mit viel Tempo und Selbstvertrauen geworden. „Jeder hat wohl gesehen, dass wir unter Steffen Baumgart unser Spiel umgestellt haben. Wir agieren offensiver und versuchen, den Gegner mit einem aggressiven Pressing früh unter Druck zu setzen und die Bälle schon im gegnerischen Drittel zu gewinnen“, sagt Horn. Das zeigt sich unter anderem an der Laufbereitschaft: An den ersten sieben Spieltagen liefen die Kölner insgesamt 823,43 Kilometer, das sind pro Partie 2,5 Kilometer mehr als im Durchschnitt des vergangenen Jahres.

Und das zahlt sich aus: Das Team stellt die fünftbeste Offensive nach Treffern und ist bei der Chancenverwertung die Nummer sechs der Liga. In der Abwehr kassierte der FC bislang nur neun Gegentore – auch dank eines stark verbesserten Timo Horn, der vor allem beim 1:1 gegen Leipzig wichtige Paraden zeigte. Extreme Leistungssteigerungen sind zudem bei Stürmer Anthony Modeste und Außenverteidiger Benno Schmitz zu beobachten, die zusammen auf bereits acht Scorepunkte kommen. Beide haben großen Anteil an der neuen Flankenstärke der Kölner. Baumgart lobte neulich in einem Interview: „Benno (Schmitz) bringt super Bälle rein“. Bereits zehn Tore der Kölner sind durch Hereingaben von außen entstanden.

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Etwas Luft nach oben hat das Team derzeit noch bei Standards. Erst einmal gelang ein Treffer nach ruhendem Ball, dem entgegengesetzt fielen drei der neun Kölner Gegentore nach Ecken oder Freistößen. Doch zum neuen Kölner Selbstverständnis gehört auch, nie aufzugeben. Bereits dreimal sind sie nach Rückstand wieder ins Spiel gekommen und haben zweimal sogar einen Rückstand in einen Sieg verwandelt.

Nicht nur der Spielstil berauscht die heimischen Fans. Auch verbal bedient der neue Coach die Kölner Sehnsucht nach mehr Größe. So monierte er unlängst, dass der Klub „in Sachen Infrastruktur weit hinter einigen Zweitligisten“ liege. „Grundsätzlich hat der FC als Verein sehr viel Potenzial. Das wurde bislang aber nicht ausgeschöpft. Der FC ist der größte Werbeträger der Stadt. Wir wollen als Klub einen guten und geilen Weg nach oben finden. Dafür brauchen wir alle in einem Boot.“ Auf diesem avisierten Weg geht Baumgart mit viel Pathos voran: „Nennen sie mir größere Verein als den FC. Es gibt nur drei: Der eine spielt 2. Liga, der zweite wird immer deutscher Meister und der dritte versucht, Meister zu werden. Von daher ist es hier eine spannende Aufgabe.“

(sabu/kron/dpa)