Beim 1. FC Köln wird's nach drei Spieltagen schon brenzlig

Ohne Punkt Letzter : In Köln wird's nach drei Spieltagen schon brenzlig

Der 1. FC Köln gerät nach einem 0:3 beim FC Augsburg und einer Gala von Alfred Finnbogason vor seinem internationalen Comeback immer tiefer in die Krise. Trainer Peter Stöger ist gefordert.

Peter Stöger ist die Vorfreude auf das heiß ersehnte Europacup-Comeback erst einmal gründlich vergangen. Das verdiente 0:3 (0:2) beim FC Augsburg um den überragenden Dreifach-Torschützen Alfred Finnbogason und ein totaler Liga-Fehlstart sorgten beim Trainer des 1. FC Köln fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel beim FC Arsenal für reichlich Frust. "Mir vermiest jede Niederlage den Abend und die nächsten Tage", sagte der Österreicher mit finsterer Miene.

Vor dem Europa-League-Kracher am Donnerstag (21.05 Uhr/Live-Ticker) bei den Gunners mit Weltmeister Mesut Özil ist Stöger nun gefordert. Er muss sein Team nach einer ganz schwachen Leistung und der dritten Pleite im dritten Ligaspiel erst einmal aufbauen. Es sei nun die Aufgabe des Trainerteams, "der Mannschaft die Ruhe zu geben", sagte er.

Zumal die Unruhe gerade im Kölner Umfeld wächst. Die Erwartungen nach Platz fünf in der Vorsaison sind hoch, die aktuelle Lage entsprechend prekär. Selbst Kapitän Matthias Lehmann, der nach eigener Aussage eine "Riesenkrawatte" hatte, bezeichnete die Situation in der Liga vor dem Spiel in Dortmund als "gefährlich. Wir dürfen das nicht unterschätzen", betonte er und fügte an: "Jetzt wird sich zeigen, ob wir als Mannschaft zusammenstehen."

Arsenal-Spiel Chance und Risiko

Schon am Donnerstag besteht dazu die beste Gelegenheit. Man könne in so einem Spiel "vieles wiedergutmachen", sagte Dominique Heintz und bemühte die üblichen Floskeln: "Wir müssen den Mund abputzen. Im Fußball geht es schnell."

Stöger sieht das Spiel im Emirates Stadium als "Belohnung für letztes Jahr. Es ist eine schwierige Aufgabe, bietet uns aber die Chance etwas Positives mitzunehmen, was uns auch in Richtung Meisterschaft weiterbringen könnte". Die Europa League quasi als Mutmacher für die kommenden Wochen.

Es könnte aber auch ganz anders kommen, sollte sich Köln auf der Insel ähnlich dilettantisch wie in Augsburg präsentieren. "Die Grobanalyse ist einfach: Wir hatten gute Möglichkeiten, wenn du die aber nicht verwertest und einfache Fehler machst, dann fährst du eben mit null Punkten nach Hause", sagte Stöger.

Das 0:1 durch Finnbogason (22.) begünstigte ein kapitaler Stellungsfehler von Frederik Sörensen. Dem 0:2 per Foulelfmeter (32.) durch den Isländer war eine Attacke des diesmal schwachen Nationalspielers Jonas Hector an Marcel Heller vorausgegangen. Und auch beim dritten Tor von Finnbogason (90.+4) sah die Kölner Defensive schlecht aus.

Cordoba vergibt kläglich

Dazu kam, dass der FC eben keinen Finnbogason in seinen Reihen hatte. Besonders kläglich agierte 17-Millionen-Stürmer Jhon Cordoba, der unmittelbar vor dem zweiten Augsburger Treffer den Ausgleich hätte erzielen müssen. Vorwürfe gab es von Stöger aber nicht, solange er das Gefühl habe, "dass die Spieler alles versuchen. Und das tun sie, auch wenn sie nicht immer die optimalen Lösungen gefunden haben".

Ganz anders der FCA - insbesondere in Person von Finnbogason. Er erzielte zum achten Mal in Folge das wichtige 1:0 für sein Team und egalisierte so den Ligarekord von Marc Wilmots und Gerald Asamoah. Kein Wunder, dass der 28-Jährige "sehr glücklich" war: "Drei Tore, erster Heimsieg. Es kann nicht besser sein."

Hier geht es zur Infostrecke: Diese Teams starteten mit drei Niederlagen

(areh/sid)
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