1. FC Köln: Werner Wolf neuer Präsident des Bundesligisten

Präsidiumswahl : Werner Wolf neuer Präsident des 1. FC Köln

Seit 2012 bildeten Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher das Präsidium des 1. FC Köln. Am Sonntag wurden Nachfolger gewählt. Werner Wolf ist neuer Präsident des Bundesligisten.

Die Wahl des „Wolf-Rudels“ ging dann doch überraschend glatt über die Bühne. Davon abgesehen lieferte die Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln in rund sechseinhalb Stunden aber große Emotionen. So sprach der sichtlich geschockte Toni Schumacher von „Unterstellungen der frechsten Sorte“.

Der neue Präsident Werner Wolf, der vom Mitgliederrat mit seinen künftigen Vize-Präsidenten Jürgen Sieger und Eckhard Sauren ohne Gegenkandidaten zur Wahl aufgestellt wurde, bekam 78,22 Prozent der 2809 gültigen Stimmen. Die Vize-Präsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach schieden damit aus, Club-Chef Werner Spinner war bereits im März zurückgetreten. „Das ist ein überwältigendes Ergebnis, mit dem wir alle nicht gerechnet haben“, sagte Wolf.

Der FC vergütet die Vorstandsarbeit mit 150 000 Euro für den Präsidenten und 100 000 Euro für seine Stellvertreter. Dachfondsmanager Sauren will bis auf Weiteres auf die Vergütung verzichten. Zudem werden Jörg Jakobs und Ex-Chefcoach Erich Rutemöller als sportliche Berater laut Wolf „eine überschaubare Grundvergütung erhalten, die im Budget nicht weiter auffallen wird“. Der neue Vorstand will nach Rutemöller namhafte Ex-Spieler und Funktionäre verpflichten und plant auch die Einbindung der früheren Weltmeister Lukas Podolski und Thomas Häßler.

Für den ehemaligen Nationaltorhüter Schumacher ist aber wohl kein Platz mehr, auch wenn Wolf versicherte, die Hand bleibe ausgestreckt. Dafür machte die Mitgliederversammlung am Sonntag aber zu große Gräben offensichtlich. Schumacher, dem bei der Fan-Aussprache vorgeworfen wurde, Spinner aus dem Amt gemobbt zu haben, verabschiedete sich zwar nach eigenen Worten „ohne Groll und Zorn“, aber doch mit einigen Seitenhieben. Der 65-Jährige warnte die Mitglieder, ohne Namen zu nennen: „Manche Menschen verwechseln Ursache und Wirkung und begeben sich in die Opferrolle. Lasst euch nicht blenden.“

Auch Ritterbach mahnte: „Achtet auf das, was die Leute auf der Bühne wirklich leisten. Nicht auf das, was sie versprechen.“ Zu Schumacher sagte er: „Toni, in den letzten Monaten ist man nicht so richtig gut mit uns umgesprungen.“ Zudem berichtete er von einem „am Ende komplett erschütterten Vertrauensverhältnis“ zu Stefan Müller-Römer, der nach Spinners Rücktritt als Interimsvorstand fungierte.

Spinner, der beruflich in Singapur weilte, ließ eine versöhnliche Botschaft verlesen. „Ich habe mich gefreut, dass Werner Spinner einen aufgeräumten Eindruck gemacht hat“, sagte der Vorsitzende des Mitgliederrats Carsten Wettich: „Ich hätte mir gewünscht, dass das bei Toni Schumacher oder Markus Ritterbach auch der Fall gewesen wäre.“ Ein Mitglied erklärte, das einstige Plakat über Wolfgang Overath „Als Spieler eine Legende, als Präsident eine Tragödie“ passe auch auf Schumacher. Als die beiden scheidenden Vizes den Saal verließen, erhoben sich die Mitglieder allerdings und applaudierten.

Geschäftsführer Alexander Wehrle, der für das Zweitliga-Jahr einen Gewinn von 1,1 Millionen Euro nach Steuern präsentierte, betonte in der Diskussion um einen Ausbau des Geißbockheims oder möglichen Standortwechsel: „Das Geißbockheim ist die Heimat des 1. FC Köln. Und wir lassen uns nicht aufgrund von kommunalpolitischen Machtkämpfen vertreiben.“ Mitgeschäftsführer Veh sagte in Richtung der Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Wenn Sie, Frau Reker, keinen Spitzensport in der Stadt haben wollen, dann sprechen Sie es offen aus.“

(lt/dpa)
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