1. FC Köln: Trainer Markus Gisdol vorgestellt - Last für Plan B

Gisdol in Köln vorgestellt : Von der Bürde, nicht erste Wahl zu sein

Mit offenen Armen ist Markus Gisdol in Köln nicht empfangen worden. Fans sind skeptisch und auch die Vereinsführung verriet, dass der 50-Jährige nicht ganz oben auf der Liste der Kandidaten stand.

Niko Kovac kannte es. Lucien Favre kennt es. Markus Gisdol nun wohl auch. Alle drei sind bei ihren Vereinen nicht als Wunschlösung Trainer geworden. Kovac hat trotz Double in der Vorsaison mittlerweile die Entlassung von Bayern München ereilt, auch Favre sitzt bei Borussia Dortmund nicht fest im Sattel. Und nun soll also Gisdol den 1. FC Köln vor dem erneuten Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga retten.

FC-Präsident Werner Wolf wurde bei der Vorstellung des neuen Führungsduos um Gisdol und Sport-Geschäftsführer Horst Heldt am Dienstagnachmiitag im Geißbockheim aber nicht müde zu betonen, wie überzeugt man bei den Kölnern von Gisdol als Nachfolger von Achim Beierlorzer ist. „Wir haben uns Zeit genommen, um eine neue sportliche Führung zu bekommen. Wir sind am Ende belohnt worden“, sagte er. Das hatte tags zuvor noch anders geklungen. „Man kann über Träume reden. Aber verfügbar sind dann A, B, C oder D – aber eben nicht alle.“

Neun Tage Zeit, seitdem sich der Verein nach der 1:2-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim von Beierlorzer getrennt hatte. Sieht eher wie eine schnelle Lösung aus.

Dass zuerst der ehemalige FC-Stürmer Bruno Labbadia und offenbar Pal Dardai angefragt wurden und sich der Verein Absagen einhandelte, ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Dass aber nach außen drang, dass Gisdol allenfalls dritte Wahl war, gibt ihm keineswegs Rückenwind.

Dem 50-Jährigen haftet nun an, nur Plan B zu sein. Das könnte im launischen Kölner Umfeld noch zum Problem werden. Er kämpft also in den kommenden Wochen nicht nur gegen den Abstieg, sondern auch gegen die Skeptiker im und außerhalb des Vereins. Eine Belastung, die die ohnehin anspruchsvolle Aufgabe nicht einfacher machen dürfte.

(eh)