1. FC Köln: Trainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt präsentiert

Gisdol und Heldt in Köln vorgestellt : „Ich brauche die Emotionalität des Klubs“

Neuanfang im Geißbockheim: Beim 1. FC Köln sind der neue Trainer Markus Gisdol als Nachfolger von Achim Beierlorzer sowie Sport-Geschäftsführer Horst Heldt präsentiert worden.

Trainer Markus Gisdol und Sport-Geschäftsführer Horst Heldt sind am Dienstagmittag im Geißbockheim von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln vorgestellt worden. Gisdol folgt auf den entlassenen Achim Beierlorzer, der bereits am Montag beim 1. FSV Mainz 05 vorgestellt wurde. Heldt ersetzt Sportchef Armin Veh, der im Anschluss an die 1:2-Niederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim seinen Vertrag auflöste. Die Stimmen der Pressekonferenz mit der neuen sportlichen Führung:

Trainer Markus Gisdol über die Verpflichtung: „Es waren von Anfang an sehr gute Gespräche und ich bin sehr glücklich, dass man mich am Ende als Trainer, der die Herausforderung meistern soll, ausgewählt hat. Denn die Situation ist schwierig. Wir müssen sehr gewissenhaft und grundlegend arbeiten. Ich bin dankbar, dass Horst Heldt an meiner Seite ist, der den Verein kennt, weil ich ihn noch nicht so gut kenne.“

Gisdol über die Skepsis der Fans ihm gegenüber: „Man nimmt es natürlich wahr, aber man versucht, solche Dinge auszublenden. Ich kann sagen, ich weiß, warum ich hier bin und ich weiß, was ich leisten kann. Ich habe vom Verein absolut gespürt, dass man das mit mir machen möchte. Das möchte ich auch auf das Team übertragen.“

Gisdol über das erste Spiel gegen RB Leipzig: „Die Saison ist noch nicht einmal zur Hälfte gespielt. Die Panikmache ist dann immer groß. Wir müssen jetzt Inhalte erarbeiten, die uns für die ganze Saison helfen. Ich muss eine Beziehung zu meiner Mannschaft aufbauen. Ich habe die Fähigkeit, Spieler schnell auf der richtigen Position einzusetzen. Wir brauchen einfache Mechanismen, die der Mannschaft schnell helfen. Natürlich wünscht du dir, dass das erste Spiel nicht RB Leipzig ist.“

Gisdol zum Verhältnis zu Anthony Modeste: „Ich habe ihn gerade schon gesehen, wir haben uns angelächelt. Wir hatten eine sehr erfolgreiche Zeit in Hoffenheim. Ich habe ihn vom SC Bastia geholt. Da war die Konkurrenzsituation eine andere. Wir haben ein anständiges Verhältnis miteinander. Das ist ein Neustart.“

Sport-Geschäftsführer Horst Heldt über die Skepsis im Verein ihm gegenüber: „Ich freue mich außerordentlich, dass ich hier sitze. Das ist eine Herzensangelegenheit für mich. Das Gremium hat sich für mich ausgesprochen, dafür bin ich sehr dankbar. Ich denke, dass der Prozess sehr professionell abgehalten wurde. Dass es über mehrere Runden gelaufen ist, ist für mich absolut in Ordnung - auch, dass sich der Verein mit mehreren Kandidaten auseinandersetzt.“

Heldt über die Situation im Verein: „Die Aufgeregtheit um den Verein ist leider da. Wir müssen Ideen entwickeln, wie wir wieder zu einer Gemeinschaft werden. Das sah von außen nicht so aus, dass es die gab.“

Heldt über Gisdol: „Das Gremium hat mich um meine Meinung gebeten. Natürlich war Markus einer derjenigen, mit dem ich mir die Arbeit vorstellen konnte. Ich finde, er ist ein hervorragender Trainer. Wir haben auf Schalke sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Unsere Erfahrung ist da sehr hilfreich. Wir können sofort in die Vollen gehen.“

Heldt über die sportliche Situation des Vereins: „Ich glaube, dass man selbstverständlich die Liga halten kann. Der Spielplan hat da auch eine Rolle gespielt. Da waren ja auch ein paar Knaller dabei, wo man sich ungerecht behandelt fühlt. Da spürt man natürlich die Verunsicherung der Mannschaft. Ich habe gute Spiele gesehen, die die Mannschaft aber verloren hat. Eins steht außer Frage: Die Mannschaft hat die Qualität in der ersten Liga zu bleiben.“

Heldt über seine Verbundenheit zum 1. FC Köln: „Ich bin zehn Jahre in diesem Verein gewesen. Es war eine wunderschöne Zeit, hier bin ich Profi geworden. Ich durfte unvergessliche Momente erleben. Es war ein Traum, einmal im Leben nochmal für meinen Klub arbeiten zu dürfen. Die Bemühung mich zurückzuholen, war ja immer wieder ein Thema, nicht nur 2017. Vor zwei Jahren hat es am Ende nicht funktioniert. Dafür kann ich nicht Martin Kind allein verantwortlich machen, da habe ich auch etwas dazugetan. Wenn man den Dom sieht, geht einem das Herz auf. Ich brauche die Emotionalität des Klubs. Man kann noch mehr aus der Einzigartigkeit herausholen. Jetzt schlucke ich und dann beende ich meinen Satz. Ich will, dass die Leute am Ende sagen: ‚Leck mich am Ärmel, das war mit Heldt eine schöne Zeit.’“

Präsident Werner Wolf über die neue sportliche Führung: „Es ist ein Tag, an dem wir uns freuen. Solche Situationen hatte ich nicht so oft in meinem Leben. Wir haben uns Zeit genommen, um eine neue sportliche Führung zu bekommen. Wir sind am Ende belohnt worden. Horst Heldt kennt den 1. FC Köln und sein Umfeld bestens. Er hat auf seinem bisherigen Weg gezeigt, dass er Kader planen und Teams führen und sich auch auf wechselnde Gegebenheiten einstellen kann. Wir sind von Markus Gisdol überzeugt, dass er diese große Herausforderung meistern kann. Er hat uns bei seiner Vorstellung mehr als überzeugt. Er bringt die nötige Erfahrung mit. Damit haben wie die sportliche Leitung in guten Händen.“