1. FC Köln: Stadionsprecher flucht nach Hoffenheims Siegtor

1. FC Köln versinkt im Chaos : Stadionsprecher flucht nach Hoffenheims Siegtor

Wieder Ärger mit dem Videobeweis, wieder eine Niederlage. Der 1. FC Köln kassiert gegen die TSG Hoffenheim durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit eine folgenschwere Pleite. Kölns Stadionsprecher findet deutliche Worte.

Die spielentscheidende Szene bei der 1:2-Niederlage des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim ereignete sich in der Nachspielzeit: Nach einem Zweikampf zwischen Kölns Dominick Drexler und Sargis Adamyan entschied Schiedsrichter Robert Kampka nach Ansicht der Videobilder auf Foulelfmeter. Eine Entscheidung, die vertretbar ist. Jürgen Locadia verwandelte (90.+8 Minute) und besiegelte damit den späten K.o. des FC und die bereits achte Niederlage im elften Saisonspiel.

Ein Schock für die FC-Fans. Und auch der Stadionsprecher des 1. FC Köln konnte seinen Frust nicht verbergen. „Es ist zum Kotzen“, fluchte Michael Trippel nach dem Tor in sein Mikrofon. Erst danach kam er seiner eigentlichen Arbeit nach und verkündete den Treffer und den Siegtorschützen.

Trippel fasste mit seiner Entgleisung die Gemütslage der Kölner ganz gut zusammen. Aus Sicht der Fans, der Verantwortlichen und Spieler hatte wieder einmal der Videobeweis die Geißböcke um einen verdienten Punkt gebracht. „Das tut richtig weh. Am Ende ist das schon etwas Bitteres, was da mit uns passiert, auch mit dem Videobeweis. Es ist momentan sehr bitter, mit welchen Nackenschlägen die Mannschaft umgehen muss“, sagte Kölns Trainer Achim Beierlorzer, für den die achte Niederlage ein Nachspiel hat. Am Samstag trennte sich der Klub von seinem Trainer.

Dazu kam ein weiterer Aufreger. Quasi mit dem Schlusspfiff hatte der Verein bekanntgegeben, dass der Vertrag mit Geschäftsführer Armin Veh mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde. „Der Vorstand und Armin Veh haben einvernehmlich entschieden, seinen noch bis 30. Juni 2020 laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen“, teilte der FC kurz nach dem Abpfiff mit. Die Trennung zum Saisonende war ohnehin bereits beschlossene Sache. Der Sportchef, der nicht mal mehr den 1:0-Führungstreffer der Kölner bejubelte, hatte seinen Platz auf der Tribüne schon lange vor dem Abpfiff verlassen. Für ihn übernimmt der bisherige Leiter des Lizenzspielerbereichs Frank Aehlig.

Nach der vorzeitigen Auflösung des Vertrages von Veh wurde auch über die Zukunft von Beierlorzer befunden. Der Bundesligist trennte sich mit sofortiger Wirkung vom 51-Jährigen. Bereits nach der 1:2-Niederlage hatte Aehlig eine schnelle Entscheidung ankündigt. „Ich bedauere es, dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sehen, denn wir schätzen Achim Beierlorzer sehr. Jedoch ist der erhoffte sportliche Erfolg bisher ausgeblieben und es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass der FC seine Ziele erreicht“, wurde Aehlig in einer Stellungnahme vom Klub zitiert. Für Beierlorzer übernehmen Andre Pawlak und Manfred Schmid zunächst die Betreuung der Mannschaft. Man arbeite ab sofort daran, „einen neuen Cheftrainer für den FC zu finden, der mit unserem Team einen Neustart und die sportliche Wende schafft“, sagte Aehlig.

Beierlorzer betonte im Klub-Statement: „Ich habe mich in diesem tollen Verein zu jeder Zeit wohl gefühlt. In einem guten Arbeitsumfeld konnte ich mit der Mannschaft zu jedem Zeitpunkt konstruktiv zusammenarbeiten.“

Mit Material von dpa

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(old)
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