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1. FC Köln muss auf Max Kruse aufpassen

Duell um Europa : Kruse will auch Köln erledigen

Zum Auftakt des 32. Spieltags kommt es in Köln zum Duell zweier Europa-League-Anwärter: Der 1. FC Köln empfängt Werder Bremen. Die Hausherren müssen unbedingt gewinnen, um ihre Chancen auf den Einzug in den Europapokal zu wahren. Doch ein Bremer in Topform hat etwas dagegen.

Den vergangenen April wird Max Kruse so schnell wohl nicht vergessen. Acht Tore und fünf Vorlagen gab der Bremer Stürmer im vierten Monat des Jahres, selbst Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona kommt nicht auf so viele Torbeteiligungen. Unvergessen ist sein Viererpack beim 4:2-Auswärtssieg der Norddeutschen beim FC Ingolstadt vor zwei Wochen.

Und jetzt will sich der formstarke Kruse auch den 1. FC Köln vornehmen. Und die Domstädter haben großen Respekt vor der einstigen Skandalnudel. "Er ist schon ein Junge, der Ideen hat, die zu Toren führen", sagte Kölns Trainer Peter Stöger vor dem letzten Freitagspiel der Saison über Kruse. Stöger kündigt aber auch an: "Wir werden Lösungen parat haben."

Und das muss der FC auch, denn Kruse ist nach einer schwierigen Phase in seiner Karriere bei den Bremern nun wieder richtig aufgeblüht. Nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum VfL Wolfsburg im Sommer 2015 spielte der Stürmer bei den Niedersachsen weit unter seinen Möglichkeiten. In 32 Spielen für Wolfsburg erzielte er nur sechs Tore und machte mehr mit Schlagzeilen abseits des Platzes als durch Leistung auf sich aufmerksam.

In Bremen fand Kruse nun zu alter Stärke zurück und ist mit 14 Saisontoren zweitbester deutscher Stürmer der Liga hinter Leipzigs Timo Werner (17). Mittlerweile darf Kruse auch wieder auf eine Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft hoffen. Bundestrainer Joachim Löw stellte dem 29-Jährigen zuletzt ein Comeback in Aussicht. "Es freut und ehrt mich, dass der Bundestrainer meine Leistung honoriert", sagte Kruse nach dem 2:0-Sieg gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag bei Sky. Kruse war gegen Berlin einmal mehr der Matchwinner, bereitete das 1:0 durch Fin Bartels mit einem Traumpass vor und erzielte das zweite Tor selbst. Auch dank der Leistungsexplosion des Angreifers ist Werder seit elf Liga-Spielen ungeschlagen. Die letzte Pleite setzte es am 20. Spieltag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach (0:1).

Kruses Gegenüber Anthony Modeste durchlebt derweil eine kleine Torkrise, sein letzter Treffer datiert vom 8. April (2:3 gegen Borussia Mönchengladbach). Will der FC den Traum von Europa am Leben halten und das wichtige Heimspiel gegen Werder gewinnen, braucht er die Tore des Franzosen. Beim 0:0 in Dortmund verzeichnete Modeste keinen einzigen Torschuss, arbeitete allerdings fleißig für die Mannschaft. Gegen Bremen muss der FC den bulligen Stürmer, mit 23 Treffern hinter Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang Dritter in der Torjägerliste, wieder öfter in Position bringen. Dann könnte es klappen mit dem Heimsieg.

Was dem FC im Fall Kruse Hoffnung macht: Der April ist mittlerweile vorbei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kruse trifft vierfach beim Sieg in Ingolstadt

(seeg)