1. FC Köln: Markus Gisdol und Horst Heldt werten 1:1 gegen Augsburg als ersten Schritt aus der Krise

„Es ist ein Schritt nach vorne“ : Kölns Pünktchen Hoffnung

Bei der Heimpremiere von Trainer Markus Gisdol trennte sich der 1. FC Köln vom FC Augsburg 1:1 (0:1). Immerhin ein Punkt für den Aufsteiger, der erneut vieles vermissen ließ. Die Kölner werteten das Unentschieden dennoch als ersten Schritt aus der Krise.

Jhon Cordoba riss sich das Trikot vom Leib, Manager Horst Heldt sprintete höchstpersönlich zur Jubeltraube, die FC-Fans feierten frenetisch - für einen Moment schienen die Probleme des krisengeschüttelten 1. FC Köln vergessen. Das Pünktchen Hoffnung durch den späten Ausgleich des Kolumbianers beim 1:1 (0:1) gegen den FC Augsburg konnte allerdings nicht die weiter eklatanten Probleme der abstiegsbedrohten Rheinländer kaschieren.

Entscheidend für den achten Saisonpunkt war letztlich die Hereinnahme von Cordoba für den erneut enttäuschenden Anthony Modeste. Der 26-Jährige glänzte nicht nur mit seiner feinen Einzelaktion beim Ausgleich (86.), sondern hauchte dem Offensivspiel der Gisdol-Elf in Gänze neues Leben ein.

"Jhon hat uns heute einen Riesenschub gegeben", sagte Mittelfeldspieler Dominick Drexler: "So ein Monster im Team zu haben, tut einfach gut." Auch Sturmpartner Simon Terodde lobte: "Er kann die ganze Mannschaft mitreißen, das hat er heute eindrucksvoll bewiesen." Torwart Timo Horn fügte hinzu: "Wahnsinn, wie Jhon sich immer reinhaut. Wie er das Tor macht, ist eine reine Willensleistung."

Aber wirklich weiter hat den FC der Zähler gegen den FCA nicht gebracht. "Es ist ein Schritt nach vorne, aber nicht mehr", betonte Drexler: "Ein Heimspiel gegen Augsburg ist natürlich ein Spiel, das wir eigentlich gewinnen müssen. Wir müssen uns jetzt nach und nach aus unserer Krise rauskämpfen. Das geht aber nicht mit einem Fingerschnipsen."

Dies war bei der Heimpremiere von Trainer Markus Gisdol eindrucksvoll zu erkennen. Von einem positiven Effekt des Trainerwechsels von Achim Beierlorzer zu Gisdol war nahezu nichts zu spüren. "In unser Situation kann man nicht erwarten, das wir hier tollen Fußball zelebrieren und schöne Ballstafetten zeigen", sagte Horn, der mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Andre Hahn einen frühen Rückstand verhinderte.

Neu-Manager Heldt schlug in die gleiche Kerbe: "Es war mehr Kampf. Spielerische Akzente waren nicht wirklich vorhanden", äußerte der 49-Jährige. Und doch sahen alle Beteiligten des Tabellen-17. das Positive am Heimremis gegen den direkten Kontrahenten: "Das war extrem wichtig für die Moral", sagte Horn über den späten Ausgleich. Heldt und Gisdol betonten unisono: Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie "Rückschläge wegstecken kann". Dies sei "unheimlich wichtig für den Kopf."

Tatsächlich gab sich der Effzeh trotz zahlreicher Nackenschläge - dem frühen Elfmeter, dem Platzverweis für Rafael Czichos oder dem Rückstand kurz vor der Pause - nicht auf und stemmte sich bis zum Ende mit vollem Einsatz gegen die drohende fünfte Niederlage in Serie.

Das rettende Ufer ist weiter drei Punkte entfernt und beim äußerst wichtigen Gastspiel am kommenden Sonntag beim Mitaufsteiger Union Berlin fehlt neben Czichos auch Kapitän Jonas Hector gelbgesperrt.

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(dpa/old)