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1. FC Köln: Markus Gisdol feiert gegen Eintracht Frankfurt zweiten Sieg in Serie

Frischzellenkur zeigt Wirkung : Gisdol hat den 1. FC Köln neugestartet

Mit dem eindrucksvollen Comeback-Erfolg bei Eintracht Frankfurt hat sich der 1. FC Köln vorerst aus der Abstiegszone gearbeitet. Die Maßnahmen von Trainer Markus Gisdol zeigen langsam Wirkung.

Die ausgelassene Siegesfeier mit den hüpfenden Fans überließ Markus Gisdol seiner Mannschaft alleine. Während die Spieler des 1. FC Köln vor dem Gästeblock den furiosen 4:2 (1:2)-Erfolg bei Eintracht Frankfurt zelebrierten, verschwand der Trainer mit einem breiten Grinsen in der Kabine. Gisdol war sichtlich zufrieden mit diesem zweiten Sieg in Serie. Seine Maßnahmen zeigen langsam Wirkung.

Vor allem die Halbzeitansprache des 50-Jährigen hatte in dem wilden Schlagabtausch offenbar gefruchtet. "Jungs", habe er gesagt, erzählte Gisdol anschließend in breitem Schwäbisch: "Bleibet ruhig. Werdet's net hektisch." Und auch Youngster Ismail Jakobs berichtete aus der Kabine: "Der Trainer hat schon in der Halbzeit gesagt, dass sie müde werden. Wir dagegen wurden nicht müde."

Youngster Jakobs (90.+4) hatte mit seinem ersten Bundesliga-Tor den Schlusspunkt gesetzt beim vierten Saisonsieg, durch den Köln erstmals seit dem achten Spieltag wieder aus der Abstiegszone kletterte. Zuvor hatten Jonas Hector (44.), Sebastiaan Bornauw (72.) und Dominick Drexler (81.) die Partie nach der Eintracht-Führung durch Martin Hinteregger (6.) und Goncalo Paciencia (30.) gedreht.

Der 20-jährige Jakobs ist dabei auch ein Beispiel für die Frischzellenkur, die Gisdol den vor seiner Amtsübernahme oft etwas lethargischen Kölnern verpasst hat. Auch Jan Thielmann (17) und Noah Katterbach (18), gegen Frankfurt beide ebenfalls in der Startelf, gehören dazu. Nur auf die jungen Wilden wollte Gisdol den Aufschwung dennoch nicht schieben. "Sie wurden von den Älteren auch gut aufgenommen. Die Mischung macht's", sagte er.

Und die passt derzeit offenbar so gut, dass die Mannschaft vor dem abschließenden Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen plötzlich wieder vor Selbstvertrauen strotzt. So sah sich Gisdol sogar zu einer Warnung gezwungen, die kriselnden Norddeutschen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Dankbare Gegner gibt es in der Bundesliga keinen einzigen", stellte er fest.

Das beinahe komplette Gegenteil zum wiederbelebten "Effzeh" erleben derweil die Frankfurter. Nach einem erfolgreichen aber auch zehrenden Fußball-Jahr schleppen sich die Hessen mit letzter Kraft und etlichen Verletzten Richtung Winterpause. "Man sieht, dass viele Spieler falsche Entscheidungen treffen", sagte Trainer Adi Hütter. "Weil eine unglaubliche Müdigkeit da ist - körperlich und mental."

Im letzten Hinrunden-Spiel beim Ligaschlusslicht SC Paderborn am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) geht es für den Europa-League-Teilnehmer nun darum, das endgültige Abrutschen in den Abstiegskampf zu verhindern. So oder so muss die Eintracht im Winter aber dringend neue Kraft tanken. Bei Köln wäre möglicherweise nachzufragen, wie das geht.

(ako/sid)