1. FC Köln: Konflikt zwischen Vorstand und Ultras mit Blick auf die Vorstandswahl 2019

Ein Verein - unvereint: Warum das „Jeföhl“ beim 1. FC Köln nur ein Lippenbekenntnis ist

Beim 1. FC Köln stehen die Zeichen auf Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dennoch rumort es im Verein. Der Vorstand und seine Kritiker bekämpfen sich hinter und vor den Kulissen. Das birgt Brisanz, 2019 wird eine neue Führung gewählt.

„E Jeföhl dat verbingk - FC Kölle“, singen sie in Köln in ihrer Hymne vor jedem Heimspiel. Fans, Mitglieder, Sponsoren, Spieler und Offizielle sind sich einig: ein ganz besonderes „Jeföhl“ umgibt ihren Verein, den 1. FC Köln. Doch das besungene Zusammengehörigkeitsgefühl ist schon seit längerem nur noch ein Lippenbekenntnis.

Beispiele dafür gibt es viele. Da sind die „Vorstand raus“-Banner im Unterrang der Südkurve, der Heimat des harten FC-Fankerns. Da war das „Ultras raus“-Banner aus dem vermeintlich gesetzteren Lager im Oberrang der Südkurve. Da wurde vor der Mitgliederversammlung 2018 eine vertrauliche Mail an die „Bild“ durchgesteckt, die einem Kritiker des Vereinsvorstands schaden sollte. Oder der Vorwurf des Präsidenten auf der Mitgliederversammlung in Richtung Ultras: „Viele Experten haben mich 2012 vor dem Dialog gewarnt. Heute muss ich sagen, die Leute haben Recht gehabt." Die prompte Antwort eines Mitglieds: „Ein schlechtes Verhältnis kommt von schlechtem Verhalten - von beiden Seiten.“

Beim FC geht es intern schon seit gut drei Jahren zur Sache. Es geht um Kontrolle und Macht. Es geht um Investoren aus China und Stadion-Neubauten außerhalb der Stadt. Es geht um Gewalt und Pyrotechnik. Um „Die“ gegen „Wir“. Und um die Frage, ob es gemeinsam weitergehen soll. Oder ob es überhaupt weitergehen kann.

Wie es innerhalb weniger Jahre dazu kommen konnte, ist nicht einfach zu verstehen. Es reicht kein einfacher Blick auf die sportlichen Darbietungen, deren Niveau zwischen Europapokal und Bundesliga-Abstieg schwankt, sondern es ist ein Blick hinter die Fassade erforderlich. Nichts ist so einfach, wie es scheint.

Das fängt bei der Struktur an: Ein eingetragener Verein (e.V.), dessen Profi-Abteilung ausgelagert ist in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Während der gewählte Vereinsvorstand die durch ihn bestimmte Geschäftsführung der KGaA kontrolliert, wird er selbst durch einen Mitgliederrat kontrolliert. Darüber hinaus gibt es einen Aufsichtsrat in der KGaA, einen Beirat für den e.V. und einen Gemeinsamen Ausschuss, bestehend aus den drei Vorständen, den beiden Vorsitzenden des Mitgliederrats sowie dem des Beirats- und des KG-Aufsichtsrats, in dem die wichtigen Deals abgestimmt werden.

Und dann wären da noch die Fans: Über 105.000 Mitglieder und 1575 offizielle Fanclubs sind beim Verein registriert. Hinzu kommen vor allem die Ultra-Gruppen „Wilde Horde“, „Coloniacs“, „Veedels Radau“ und „Domstadt Syndikat“. Es gibt den Zusammenschluss „Südkurve 1. FC Köln“, in dem sich die Ultras und eine nicht näher bekannte Zahl offizieller Fanclubs sowie Einzelpersonen organisiert haben. Es gibt das vereinseigene „Fan-Projekt 1. FC Köln 1991“ und das von den Jugendzentren Köln geführte „Kölner Fanprojekt“. Alle zusammen sind sie der 1. FC Köln.

Alle zusammen sind sie der 1. FC Köln. Alle haben sie Interessen. Alle haben sie eine Meinung. Und spätestens seit 2016 kommt es immer wieder zu Kollisionen. Zwischen Vorstand und Ultras. Zwischen Mitgliederrat und Vorstand. Zwischen Ultras und anderen Fans.

Der Vorstand und die Ultras

Dabei beginnt alles so harmonisch: Im April 2012, als der Verein nach dem Rücktritt von Wolfgang Overrath finanziell am Boden lag, wird Werner Spinner als Präsident mit überwältigender Mehrheit von über 91 Prozent gewählt. Ihm zur Seite stehen Markus Ritterbach (damals noch Präsident des Festkomitees Kölner Karneval) und Ex-Nationaltorwart Harald „Toni“ Schumacher. „Verein vereinen“, lautet damals der Wahlspruch. Ultras, Fans, Sponsoren, alle stärken sie dem Trio den Rücken.

Im Oktober 2018 kommen die Mitglieder erneut zusammen. Gewählt wird ein neuer Mitgliederrat –das Gremium, das den Vorstand kontrollieren soll und unter anderem alle drei Jahre das Kandidatenteam für den Vereinsvorstand vorschlägt und in der Vereinssatzung insgesamt 104 Mal erwähnt wird.

Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher auf der Mitgliederversammlung des FC.   Foto: dpa, mjh fdt

In der neuen Zusammensetzung, die an diesem Abend schließlich für drei Jahre gewählt wird, gelten zehn von zwölf Personen als Kritiker des Vorstands. Die Opposition sieht sich an diesem Abend als Gewinner und den Vorstand schwer beschädigt, auch wenn das Gremium gleichzeitig von 80 Prozent der Anwesenden entlastet wird.

Gesprächstermin auf der FC-Geschäftsstelle mit Harald „Toni“ Schumacher (64) und Markus Ritterbach (55), den beiden Vize-Präsidenten. Ihr Chef, Werner Spinner (70), weilt zum Zeitpunkt des Treffens in Asien.

Die ersten Fragen drängen sich auf: Was ist zwischen 2012 und 2018 passiert? Woher der Stimmungsumschwung?

Toni Schumacher war schon als Spieler für seine emotionalen Ausbrüche bekannt, als Vize-Präsident hat er sich diese Eigenschaft beibehalten. Die Hand schlägt auf den Tisch, die Stimme wird laut. „Wir sprechen zu viel über eine Minderheit“, ruft der einstige Nationaltorhüter. Er selbst werde angefeindet, bekomme Hass-Mails. „Die Stimmung gegen uns wird vor allem von den Unterstützern jener geschürt, die persönlich betroffen sind, weil wir Stadionverbote ausgesprochen haben und Verursacher von DFB-Strafen in Regress nehmen.“

Tatsächlich ist der 1. FC Köln einer der wenigen Vereine, der seit einigen Jahren vom DFB-Sportgericht gegen ihn verhängte Geldstrafen an identifizierte Übeltäter weitergibt. Ein durchaus umstrittenes Vorgehen, das von den Ultras kritisiert aber vom Bundesgerichtshof bestätigt wird. 14.000 Euro DFB-Strafe sollen beispielsweise zwei junge Männer Anfang 20 zahlen, die beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach im Januar 2018 ein Banner aus dem Gästeblock entwendeten und damit quer über den Rasen rannten. Für die Ultras ein Triumph, für den Verein ein Sicherheitsrisiko. „Das war kein dummer Jugendstreich“, betont Ritterbach.

Auch in Köln lohnt es, bei „den Ultras“ zu differenzieren. Der Szene werden mehrere Hundert Mitglieder zugerechnet. Die „Coloniacs“ engagieren sich gegen Rassismus, die „Wilde Horde“ sammelt zu Weihnachten Essen für bedürftige Kinder oder spendet Kleider für die Kölner Jugendhilfe. Über die Jahre organisierten die Gruppen begeisternde Choreographien, sie reisen dem Verein zu allen Spielen hinterher, ob nach Aue oder München und sind ohne Zweifel der Stimmungsmotor in der Fankurve.

Die Liste ihrer Verfehlungen in den vergangenen Jahren ist jedoch ebenso lang: ein Platzsturm beim Derby 2015 in Gladbach, Leuchtraketen auf gegnerische Fans beim Europapokalspiel 2017 in Belgrad oder ein Angriff auf einen Fanbus von Union Berlin im August 2018 sorgen bundesweit für Aufsehen. Viele Fans äußern sich nach solchen Vorfällen genervt. Bei einem Heimspiel gegen Paderborn Mitte September hängt ein Fanclub ein „Ultras raus“-Banner im Oberrang der Südkurve auf. Das durchaus vorstandskritische Fanportal „effzeh.com“ schreibt nach den Vorfällen von Belgrad: „Wildes Pyro-Rumgeballere sorgt für die Spaltung der Fans des 1. FC Köln. Ein Trip, der unvergesslich werden sollte, wurde dadurch für viele Anhänger einfach nur ein Abend zum Vergessen.“

Der Verein reagiert neben Regressforderungen auch mit Stadionverboten und Vereinsausschlüssen. Die Ultras werfen dem einst von ihnen mitgewählten Vorstand Wortbruch und Diffamierung vor, nachdem Choreographien unter Auflage gestellt und die Gruppen öffentlich kritisiert werden. Ein Dialog findet seither und bis heute nicht mehr statt. Auch für diesen Text wollen sich die Gruppen nicht öffentlich äußern. Ihre Botschaft wird jedoch im Stadion sichtbar: Seit Beginn der aktuellen Saison hängen große „Vorstand raus“- Banner vor der Kurve.

Die Fans und der Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2018 sind es aber bei weitem nicht nur die Ultras, die Kritik an Spinner, Ritterbach und Schumacher äußern. „Ihr Versuch, den Verein zu vereinen, ist gescheitert“, sagt ein Mitglied. Drei Themen kommen immer wieder zur Sprache, wenn man mit Fans und Mitgliedern spricht:

Da sind zunächst die Überlegungen der Vereinsführung, das heimische Stadion mit Platz für 50.000 Fans im Stadtteil Müngersdorf zu verlassen und in eine eigene Neubau-Arena außerhalb der Stadt zu ziehen. Der Vereinsvorstand stand der Idee aufgrund der vermeintlich hohen Miete im städtischen Stadion lange Zeit offen gegenüber – was bei vielen traditionsbewussten FC-Fans für Kopfschütteln und Kritik sorgt. Mittlerweile wünscht sich Vize-Präsident Schumacher „einen Ausbau in Müngersdorf auf 60.000 bis 75.000“. Aus Lärmschutzgründen müsste das Stadion dann jedoch ein schließbares Dach bekommen. Der Ausbau würde extrem teuer werden. Da Köln bei der EM 2024 Spielort wird, ist das Thema ohnehin erst einmal auf Eis gelegt, weil das Stadion bis dahin nicht mehr verändert werden darf.

Noch mehr Streit löst das Thema Investoren aus. Und der Umgang mit einer Mitgliederinitiative.

Im Sommer 2017 gründet sich die Gruppe „100% FC – Dein Verein“. Ihr Ziel: Eine Satzungsänderung, die den Verkauf von Vereinsanteilen an Investoren vom Mitgliedervotum abhängig macht. Bis zu 25 Prozent solcher Anteile kann die Vereinsführung aktuell ohne Zustimmung an Investoren veräußern. Gerüchte um einen „strategischen Partner“ aus China machen immer wieder die Runde, werden aber vom Vorstand bestritten.

Der Vorstand bewertet die Initiative und die von ihr beantragte Satzungsänderung als Angriff auf sich selbst: „Wir betrachten den Antrag als Misstrauen. Und das ist nicht nur meine Überzeugung, sondern die des gesamten Vorstandes und der Geschäftsführung“, sagt Präsident Spinner im August 2017. Bis zur entscheidenden Mitgliederversammlung Ende September wird er solche Vorwürfe noch häufiger wiederholen. Für die Versammlung selbst lobt der Verein dann erstmals eine Anwesenheitsprämie aus, einen Sonder-Kapuzenpullover für jedes Mitglied, das den Weg in die Lanxess-Arena findet. Statt wie im Vorjahr rund 2000 kommen 2017 fast 6000 Mitglieder. Der „100%-Antrag“ erhält 34 Prozent der Stimmen, 66 Prozent hätte es für eine Satzungsänderung gebraucht. Initiativen-Gründer Philipp Herpel sagt: „Wir waren und sind immer noch ein großer Kreis an Mitgliedern, die mehrheitlich zehn Jahre oder länger aktive Vereinsmitglieder sind. Auch wir haben 2012 diesem Vorstand mit ins Amt verholfen. Ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung werden wir vom Vorstand weiterhin als bedeutungslose Minderheit und Spalter abgekanzelt. Das war – gerade in Betracht unseres stets sachgetriebenen Ansatzes – ganz schlechter Stil und eines Vereins unserer Klasse unwürdig.“

Und dann sind da noch die sportlich miserablen Leistungen. Auf eine gefeierte Saison 2016/2017 mit dem ersten Europapokal-Einzug seit 25 Jahren folgte der Bundesliga-Abstieg und mit gerade mal 22 Punkten die schlechteste Ausbeute der Vereinsgeschichte. Das einstige Erfolgsduo, Sportvorstand Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger, muss erst gehen, als es schon zu spät ist.

Den Abstieg allein dem Vorstand zuzuschreiben sei unfair, wehrt Toni Schumacher ab. „Werner Spinner oder Markus Ritterbach haben die Bälle nicht am Tor vorbeigeschossen.“ Aber: „Was ich mir vorwerfe, ist, dass wir in Bezug auf die sportliche Leitung in der letzten Saison nicht früher reagiert haben.“ In Sachen Investor stellt Schumacher klar: „Unter diesem Vorstand werden keine Anteile an ausländische Investoren verkauft, das haben wir immer gesagt. Trotzdem kann es ja irgendwann mal sinnvoll sein, einen strategischen Partner ins Boot zu holen, zum Beispiel, um das Stadion zu kaufen.“ Und Ritterbach ergänzt: „Der Umgang mit ‚100 % FC‘ war von beiden Seiten am Anfang nicht gut“, es habe an klärender Dialog gefehlt, „aber inzwischen reden wir ja auch mit der Initiative.“ Die Lehren daraus seien gezogen, die Auswirkungen überschaubar. „Es gibt Mitglieder und Fans, die sich einen anderen Vorstand wünschen. Es gibt aber auch eine ganz klare Mehrheit, die diesen Vorstand unterstützen.“

Der Mitgliederrat und der Vorstand

Stefan Müller-Römer ist der Vorsitzende des Mitgliederrats und damit oberster Aufseher über die Aktivitäten der Vereinsführung. Den Posten hat er seit Ende 2013 inne und musste seither so manche Auseinandersetzung führen. Der 50-Jährige steht nicht im Verdacht, dem aktuellen Vorstand allzu positiv gegenüber zu stehen. Er habe festgestellt: „Der Vorstand behandelt unser Gremium leider seit Jahren respektlos. Sowohl der persönliche als auch der inhaltliche Umgang sind nicht in Ordnung.“ Stadion, Investoren und andere Dinge – der Mitgliederrat will eingebunden werden, um seine Kontrollfunktion wahrnehmen zu können. Dem komme die Vereinsführung nicht nach, sagt Müller-Römer. Der Vorstand argumentiert, er müsse nur über Zuständigkeiten des eingetragenen Vereins, nicht aber über den Profifußball in der KGaA berichten. „Sie wollen sich nicht beaufsichtigen lassen, obwohl die Satzung dies klar so regelt und die Mitglieder von uns auch erwarten, dass wir genau hinsehen“, hält der Wirtschaftsanwalt dagegen.

Vor der jüngsten Wahl zum Mitgliederrat wird Müller-Römer angegangen. Schmadtke-Nachfolger und Sportvorstand Armin Veh poltert öffentlich gegen den Mitgliedsrats-Chef, entschuldigt sich aber später. Dann veröffentlicht die „Bild“ eine interne E-Mail aus dem November 2017, in der Müller-Römer gegenüber dem Vorstand und der sportlichen Leitung seine Enthaltung zur Verpflichtung von Stürmer Simon Terodde ankündigt. Der erzielte nach dem Transfer in der Rückrunde der Abstiegssaison zwar tatsächlich nur fünf Tore für den FC, doch zum Zeitpunkt der Mail-Veröffentlichung im Oktober 2018 ist es Terodde, der Köln quasi im Alleingang an die Spitze der zweiten Liga schoss. „Man hat versucht, mich zu diskreditieren. Ich bin froh, dass die Mitglieder auf der Versammlung diese Manöver durchschaut haben“, sagt Müller-Römer. Auf der Versammlung wird er mit knapp zwei Dritteln der Stimmen wiedergewählt.

Ein weiteres Beispiel für die Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und Mitgliederratschef stammt aus dem Februar 2018. Damals soll der Mitgliederrat einen Offenen Brief mitunterzeichnen, in dem die Ultra-Gruppen an den Pranger gestellt werden. Der Ton ist scharf, einzelne Personen werden mit vollem Namen genannt. Der Mitgliederrat erhält die Vorlage am Karnevalsfreitag und soll bis Rosenmontag zustimmen. Elf von 14 Mitgliederräten verweigerten daraufhin die Unterschrift.

Bei den jüngsten Wahlen zum Mitgliederrat wird nur einer der drei Zustimmenden wiedergewählt: Stadionsprecher Michael Trippel. Seit 20 Jahren ruft der 64-Jährige im Stadion die Torschützen aus, zuvor war er ehrenamtlicher Fanbeauftragter. „Der erste in der Bundesliga“, wie er voller Stolz sagt. Trippel hat Präsidenten und Spieler kommen und gehen sehen. An eine Situation wie zuletzt kann er sich nicht erinnern: „Mir fehlt der Respekt im Umgang miteinander“, sagt Trippel. Einzelne Personen aus der Ultraszene würden immer wieder über die Stränge schlagen. Deshalb habe er auch den Offenen Brief unterschrieben. Heute wünscht sich Trippel vor allem wieder mehr Zusammenhalt. „Die Ultras haben genauso ihre schlechten wie ihre guten Seiten. So wie jede jugendliche Subkultur. Vieles erinnert mich an meine eigene Fanzeit in jungen Jahren.“ Und mit Blick auf das Trio um Präsident Spinner sagt er: „Der Vorstand hat seit 2012 sehr viel richtig gemacht. Aber klar waren auch Fehler dabei, ich bin selbst nicht mit allem einverstanden gewesen.“

Und jetzt?

Im Herbst 2019 wird auf der Mitgliederversammlung der Vereinsvorstand mal wieder neu gewählt. Dafür muss der Mitgliederrat im ersten Schritt bis zum Sommer ein Vorstandsteam zur Wahl vorschlagen. Geht es nach Initiativen-Sprecher Philipp Herpel, wird es sich dabei nicht um Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach handeln. „Eine vernünftige Zusammenarbeit mit dem Vorstand gibt es trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse nicht. In all unseren Zusammenkünften seit 2017 ging es der Vereinsführung leider auch nie um ein konstruktives Miteinander.“ Die Versammlung 2018 mit ihren kritischen Tönen und Ergebnissen sieht er als schlechtes Vorzeichen für den Vorstand.

Der wiederum vernimmt andere Signale. Bei der jüngsten Versammlung wurde man bei aller Kritik auch mit deutlicher Mehrheit entlastet. Schumacher sagt: „Ich besuche im Jahr bis zu 60 Fanclubs. Die Leute sind überzeugt von unserer Arbeit. Die äußern auch Kritik, aber vor allem sagen sie: macht bloß weiter. Und die meisten verlangen, dass wir konsequent gegenüber den Ultras bleiben, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.“

Aber ob Schumacher und Co. überhaupt noch Interesse an einer dritten Amtszeit hat, lassen die drei noch offen. Weil sich Präsident Spinner Anfang des Jahres einer schweren Herz-OP unterziehen musste und gesundheitlich angeschlagen ist. Aber auch: „Weil wir zunächst mal unser Ziel erreichen und in die Bundesliga zurückkehren wollen. Das hat für uns Priorität“, sagt Ritterbach.

Zumindest dieses Ziel für 2019 verbindet alle Seiten. Zumindest das ist das „Jeföhl dat verbingk – FC Kölle“.

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