1. FC Köln: Horst Heldt und Trainer Markus Gisdol präsentiert

Mit Emotion und Selbstbewusstsein : Heldt und Gisdol starten Mission Klassenerhalt beim 1. FC Köln

Markus Gisdol und Horst Heldt sind am Dienstag als neues Führungs-Duo des 1. FC Köln präsentiert worden. Trotz einiger Vorbehalte gaben sich die beiden zuversichtlich.

Neustart am Geißbockheim: Sport-Geschäftsführer Horst Heldt und Trainer Markus Gisdol sind mit viel Selbstbewusstsein in ihre neue Aufgabe beim 1. FC Köln gestartet — aller Skepsis zum Trotz. „Ich weiß, warum ich hier bin, welche Aufgabe mich erwartet, und ich weiß, was ich leisten kann“, sagte Gisdol am Dienstagnachmittag bei seiner Vorstellung in Köln und reagierte auf die Vorbehalte vieler Fans gegenüber dem ehemaligen Coach des Hamburger SV: „Natürlich nimmt man das wahr, aber man versucht, solche Dinge auszublenden.“

Auch Heldt galt zwar von Beginn an als Kandidat, bekam aber in den Gremien des 1. FC Köln keine Mehrheit. Dem in der Nähe von Köln aufgewachsenen Heldt war die Freude über seine Rückkehr nach 24 Jahren zu dem Klub, für den er zwischen 1990 und 1995 in 130 Bundesligaspielen auf dem Platz stand, deutlich anzumerken: „Ich bin zehn Jahre in diesem Verein gewesen. Es war eine wunderschöne Zeit, hier bin ich Profi geworden. Ich durfte unvergessliche Momente erleben. Es war ein Traum, einmal im Leben nochmal für meinen Klub arbeiten zu dürfen. Die Bemühung mich zurückzuholen, war ja immer wieder ein Thema, nicht nur 2017, sondern schon einige Male, als die Öffentlichkeit es nicht mitbekommen hat.“ Vor zwei Jahren hatte Heldt bereits über einen möglichen Wechsel zu den Kölnern verhandelt. Die Gespräche wurden jedoch abgebrochen, nachdem die Vereinsführung von Hannover 96 ihm keine Freigabe erteilt hatte.

Heldt schwärmte mit einem Kloß im Hals von Stadt und Verein: „Wenn man den Dom sieht, geht einem das Herz auf. Ich brauche die Emotionalität des Klubs. Man kann noch mehr aus der Einzigartigkeit herausholen. Jetzt schlucke ich und dann beende ich meinen Satz: Ich will, dass die Leute am Ende sagen, ‚Leck mich am Ärmel, das mit Heldt war eine schöne Zeit.’“

Der Auftrag für das neue Führungs-Duo ist klar: Gisdol soll den Aufsteiger vor dem siebten Absturz in die 2. Bundesliga bewahren. Unter Trainer Achim Beierlorzer, der nur neun Tage nach seiner Entlassung in Köln die Nachfolge von Sandro Schwarz bei Mainz 05 antrat, holte die Mannschaft an elf Spieltagen nur sieben Punkte. Als Tabellen-17. sind sie akut vom nächsten Abstieg nach 2018 bedroht.

Mit 1899 Hoffenheim und dem Hamburger SV war Gisdol das bereits gelungen. Die Sinsheimer rettete er 2013 in der Relegation gegen den 1.FC Kaiserslautern vor dem Gang ins Unterhaus, den Hamburger SV 2017, als er den Verein von Bruno Labbadia übernommen hatte.

Labbadia war unmittelbar nach der Entlassung von Beierlorzer von den Kölnern kontaktiert worden, sagte jedoch ab. Auch Ex-Hertha-Trainer Pal Dardai soll im Gespräch gewesen sein, hatte kein Interesse. Präsident Werner Wolf hatte am Montag gesagt: „Man kann über Träume reden. Aber verfügbar sind dann A, B, C oder D – aber eben nicht alle“. Vorschusslorbeeren sehen anders aus.

Einen Tag später wollte Wolf von einer „C-Lösung“ aber nichts wissen: „Markus Gisdol hat uns absolut überzeugt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gisdol und Heldt wieder Ruhe in den Verein bringen.“

Gisdol trifft in Köln nicht nur in Heldt auf einen alten Bekannten — bereits auf Schalke hatte Gisdol an der Seite von Trainer Ralf Rangnick mit dem Manager zusammengearbeitet. Gisdol und der kriselnde Torjäger Anthony Modeste kennen sich aus Hoffenheimer Zeiten. Eine nicht ganz glückliche Zusammenarbeit. Modeste beklagte sich nach seinem Wechsel nach Köln über das fehlende Vertrauen von Trainer Gisdol.

Dabei könnten die Kölner die Tore des einstigen Torhelden dringend gebrauchen. Die Rheinländer stellen derzeit mit nur zehn Treffern den schlechtesten Angriff der Liga. Modeste knüpfte bislang nicht an die Leistungen vor seinem Abgang nach China an. Am Samstagabend haben die Kölner bei RB Leipzig (18.30 Uhr) die Chance, den ersten Schritt in Richtung Klassenrehalt zu machen.

(eh)
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