1. FC Köln erleichtert nach Auftaktsieg: „Wir wissen, dass diese Saison kein Selbstläufer wird“

Köln erleichtert nach Auftaktsieg : „Wir wissen, dass diese Saison kein Selbstläufer wird“

Der 1. FC Köln ist erfolgreich in der 2. Liga angekommen. Beim glücklichen 2:0-Erfolg beim VfL Bochum sorgte vor allem eine Szene kurz vor der Pause für Ärger.

Nach dem glücklichen Ende der Knochenarbeit bei 35 Grad schloss Timo Horn direkt die ungeliebte 2. Liga ins Herz. „Da war ich schon glücklich, dass es hier keinen Videobeweis gibt“, sagte der Torwart des 1. FC Köln nach dem hart erkämpften und schmeichelhaften 2:0 (1:0) beim VfL Bochum zum Auftakt der Operation Wiederaufstieg.

Die strittige Szene, auf die Horn anspielte - ein glasklares Foul von Jorge Mere im Strafraum an Danilo Soares in der Nachspielzeit der ersten Hälfte - war nicht die einzige, in der die Gäste das Glück auf ihrer Seite hatten. Keine Frage, es war ein Stotterstart des Absteigers, den es durchaus ähnlich hart hätte treffen können wie den zweiten Aufstiegs-Topfavoriten Hamburger SV tags zuvor beim 0:3 gegen Holstein Kiel. „Wir haben alle das HSV-Spiel gesehen: Es gibt keine Selbstläufer in der 2. Liga“, betonte Christian Clemens. Trainer Markus Anfang sah es ähnlich: „Wir wissen, dass diese Saison kein Selbstläufer wird, es ist ein Prozess. Wir sind glücklich, dass wir das Spiel für uns entschieden haben.“

Anfang war vor allem erleichtert, dass die ersten drei Punkte auf dem angepeilten Weg der Kölner zurück in die Bundesliga verbucht werden konnten. „Wir hatten Probleme, unser Spiel aufzuziehen. Wenn man ehrlich ist, war diese Halbzeitführung auch nicht verdient“, erklärte der Trainer

Die Kölner mussten sich schon beim starken Horn und beim schwachen Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) bedanken, dass sie in Bochum nicht ein ähnlich blaues Wunder erlebten wie die Hamburger gegen Kiel. Horn war gleich bei drei Bochumer Großchancen vor dem Führungstreffer zur Stelle.

Köln brachte zudem das Kunststück fertig, seinen ersten Saisontreffer zu erzielen, ohne eine einzige echte Torchance gehabt zu haben: Maxim Leitsch unterlief ein Eigentor (44.). Die Kölner profitierten von einem Missverständnis zwischen VfL-Keeper Manuel Riemann und Bochums Verteidiger. „Ich werde etwas von hinten geschubst, höre den Manu rufen und berühre den Ball dann leicht. Das ist nicht so gut für mich gelaufen“, erläuterte Leitsch.

Fast im Gegenzug verwehrte Zwayer den Bochumern den glasklaren Elfmeter, ehe es aus Kölner Sicht in der zweiten Halbzeit etwas besser wurde und nach dem 2:0 durch Neuzugang Rafael Czichos (59.) Ruhe einkehrte. Selbst die Gelb-Rote Karte gegen Mere (70.) brachte die Kölner nicht mehr aus dem Tritt.

"Wenn ich meinen Jungs ein Kompliment machen kann, dann für die Art und Weise, wie sie gekämpft haben. Sie haben das Thema 2. Liga in den letzten 25 Minuten angenommen - in Unterzahl und bei dieser Hitze", sagte Anfang. Spielerisch sei noch Luft nach oben, meinte er - eine höfliche Umschreibung des Spiels seiner Mannschaft vor der Pause.

Horn erinnerte daran, dass der FC in seiner letzten Zweitligasaison vor vier Jahren mit drei Unentschieden gestartet war. Es sei "schön" und "wichtig", dass es diesmal besser geklappt habe. Doch auch er weiß, dass die Kölner in den kommenden beiden Heimspielen gegen Union Berlin und Erzgebirge Aue eine Schippe drauflegen müssen.

Dutt wettert gegen Schiedsrichter Zwayer

Bochums Trainer Robin Dutt haderte derweil mit Zwayers Entscheidung kurz vor der Pause: „Wie ein Schiedsrichter, der den Anspruch hat, Weltmeisterschaften zu pfeifen, zu der Wahrnehmung kommt, dass das kein Elfmeter war - das ist mir ein Rätsel.“

Auf die Bochumer wartet am kommenden Samstag (13.00 Uhr) mit der Partie beim MSV Duisburg das nächste NRW-Duell. Köln will sich im nächsten Match am 13. August (20.30 Uhr) gegen Union Berlin weiter steigern.

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(dpa/sid/old)
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