1. FC Köln: Claudio Pizarro würde Geld auf Klassenerhalt setzen

Die Stimmung in Köln vor dem Derby: Pizarro würde Geld auf Klassenerhalt des FC setzen

Zum Bundesliga-Rückrundenstart empfängt der 1. FC Köln die Borussia aus Mönchengladbach. Es ist ein Derby unter komischen Voraussetzungen, denn die Kölner sind abgeschlagen Letzter. Doch so ganz will das Bundesliga-Schlusslicht die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgeben.

Dass in Köln keine richtige Derbystimmung aufkommen will, merkt man schon am Ticketverkauf. Drei Tage vor dem Duell mit der Borussia ist der Heimbereich noch längst nicht ausverkauft. Der FC setzte sogar einen Tweet ab, um weitere Anhänger zum Kartenkauf zu bewegen. Doch viele Fans sind einfach nicht heiß auf das Derby. Zu düster ist die Situation in der Tabelle und auch die Bilanz gegen den Rivalen vom Niederrhein macht aus Kölner Sicht nicht viel Hoffnung.

Die Spieler sind derweil bemüht, sich vor dem Duell noch einmal heiß zu machen. "Es ist eine schwierige Situation. Aber als ich gestern in die Kabine gekommen bin, habe ich jede Menge Qualität gesehen. Wir wollen noch einmal alles versuchen", sagte Rückkehrer Simon Terodde nach seinem ersten Training mit dem neuen und alten Klub. Claudio Pizarro legte am Donnerstag im "kicker" noch einen drauf. Auf die Frage, wie viel Geld er darauf setzen würde, dass Köln es zumindest noch auf den Relegationsrang 16 schafft, wenn er 5000 Euro von einer Fee zur freien Verfügung hätte, antwortete der Routinier: "Alles. Ich würde alles darauf setzen."

Nun ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Fee am Geißbockheim vorbeikommt, eher gering. Zudem sollten Bundesliga-Profis vom Wetten ohnehin lieber die Finger lassen. Doch es gibt zumindest ein paar Faktoren, die dem "Effzeh" vor dem Derby Hoffnung machen. Zum einen die Rückkehr einiger genesener Profis wie Jonas Hector, Pizarro, Sehrou Guirassy oder Simon Zoller. Vor allem der Ausfall von Nationalspieler Hector traf die Kölner in der Hinrunde hart. Von Offensiv-Zugang Terodde versprechen sich die Verantwortlichen eine Behebung der Torflaute. Der neue Coach Stefan Ruthenbeck hat plötzlich fast schon ein Luxusproblem, denn im Angriff ist nicht für alle Platz.

Unter dem bisherigen U19-Coach zeigten sich die Kölner in den letzten Spielen der Hinrunde leicht verbessert - trotz zu diesem Zeitpunkt noch massiver Personalsorgen. Gegen die Bayern ließ sich Köln aller Unkenrufe zum Trotz beim 0:1 nicht abschlachten und gegen den VfL Wolfsburg wurde am letzten Hinrunden-Spieltag endlich der erste Sieg eingefahren.

Doch die Kölner wissen auch: Soll es mit dem "Wunder" tatsächlich etwas werden, muss der Start in die Rückrunde gelingen. Bei einer Derby-Niederlage wären wohl endgültig alle Träumereien zunichte gemacht. Lediglich sechs Punkte hat der erste Bundesliga-Meister auf dem Konto, bis zum rettenden Ufer sind es elf, bis zum Relegationsplatz neun Punkte.

"Jetzt werden wir versuchen, etwas zu schaffen, das extrem schwierig ist und fast schon ans Unmögliche grenzt", sagt Verteidiger Dominic Maroh. Und Trainer Ruthenbeck setzt auf den Derby-Faktor. "Wir wollen dieses Spiel auf Teufel komm' raus gewinnen. Mit einem Sieg könnte man für Euphorie sorgen, den Rückstand ein wenig verkürzen und damit schon ein Zeichen setzen", sagt der Nachfolger von Peter Stöger. Dann wären wohl auch die Fans wieder im Boot.

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(areh)