1. FC Köln: Armin Veh nimmt Trainer Markus Anfang in die Pflicht

Krise beim 1. FC Köln : Armin Veh nimmt Trainer Anfang in die Pflicht

Armin Veh schlägt beim 1. FC Köln nach der 2:3-Pleite am Freitag beim SC Paderborn im Kampf um den Aufstieg Alarm. Auch in Richtung Trainer Markus Anfang findet Kölns Sport-Geschäftsführer deutliche Worte.

Am Ende einer emotionalen Achterbahnfahrt stellte Anthony Modeste sogar die Rückkehr in die Bundesliga infrage. "Wenn man aufsteigen will, darf man so ein Spiel nicht verlieren", sagte der Franzose nach seinem Comeback im Trikot des 1. FC Köln.

Was in der Domstadt lange Zeit undenkbar war, nimmt nach der sechsten Saisonniederlage eine bedrohliche Gestalt an. Muss sich der FC doch auf eine längere Episode in der Zweitklassigkeit einstellen?

Das unnötige 2:3 (1:0) beim SC Paderborn am Freitagabend hat rund ums Geißbockheim viele Fragen aufgeworfen. FC-Manager Armin Veh schlug jedenfalls öffentlich Alarm. "Unser Ziel ist gefährdet", sagte er: "Man kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn man so ein Spiel verliert." Veh nahm auch Coach Markus Anfang in die Pflicht: "Das Trainerteam ist jetzt gefragt, Lösungen zu finden."

Die Pleite in Ostwestfalen hatte sich überhaupt nicht angedeutet, nachdem Rückkehrer Modeste in seinem Comeback-Spiel bei den Geißböcken vier Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:0 (73.) getroffen und seine persönliche Leidenszeit beendet hatte. Tränen der Erleichterung vergoss der Publikumsliebling, die mitgereisten Fans lagen sich glückselig in den Armen. Nicht einmal eine halbe Stunde später war Modeste der Ausgang der Partie nur noch "peinlich".

Bernard Tekpetey (80.), Kai Pröger (86.) und Marlon Ritter (90.+2) hatten in einer denkwürdigen Endphase die Begegnung gedreht. Zu allem Überfluss flog Florian Kainz (88.) mit Gelb-Rot vom Platz. "Wir haben hinten raus das Spiel verschenkt", sagte Anfang: "Das ist sehr bitter für uns." Ebenso wie der Blick auf die Tabelle: Spitzenreiter Hamburger SV ist schon fünf Punkte enteilt, Union Berlin zog am Samstag am FC vorbei und ist jetzt Zweiter.

"Ich hoffe, dass uns das am Ende nichts kostet", sagte Modeste und sprach damit erneut das aus, was viele dachten. Der Trend spricht jedenfalls gegen den FC, der in Ostwestfalen durch Jhon Cordoba (38.) in Führung gegangen war. Die Rheinländer kassierten die dritte Niederlage in ihrem vierten Rückrundenspiel - was für ein Stimmungskiller wenige Tage vor Beginn des Straßenkarnevals in Köln. "Was mir nicht gefällt, ist, dass wir bis auf St. Pauli keine einzige Spitzenmannschaft geschlagen haben", sagte Veh.

Die nächsten Aufgaben - am kommenden Samstag gegen den SV Sandhausen und am 27. Februar (einen Tag vor Weiberfastnacht) beim Nachholspiel in Aue - werden klare Hinweise darauf geben, wohin der Weg des Absteigers führt.

Ein Selbstläufer wird der Wiederaufstieg nicht - trotz der Rückkehr des verlorenen Sohnes aus China. 2017 hatte Modeste die Kölner mit 25 Saisontoren in den Europacup geführt, wenig später wechselte er für 30 Millionen Euro zu Tianjin Tianhai, und der FC stürzte in die 2. Liga ab.

Seit November ist Modeste wieder zurück, durfte durch ein monatelanges Gezerre zunächst jedoch nur mittrainieren. Sein Comeback sollte seinem Verein den letzten Schub Richtung Erstklassigkeit verleihen, es endete im kollektiven Schock.

SID cp rd

(sid/old)
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