FC Bayern München empfängt Heidenheim: 10.000 Fans wollen mit

Pokal-Viertelfinale : 10.000 Heidenheimer wollen nach München

Für den 1. FC Heidenheim ist das Pokal-Viertelfinale beim FC Bayern das größte Spiel der Vereinsgeschichte. Die Fans wollen das auf keinen Fall verpassen.

Für einen Weltmeister ist es eher ungewöhnlich, dass er sich in den Niederungen der 2. Liga bewegt. Doch Bayern Münchens Star Mats Hummels zeigt sich als wahrer Experte des 1. FC Heidenheim. "Sie sind eine spielerisch gute Mannschaft - vor allem vorne. Schnatterer, legendär. Dovedan ist auch ein sehr guter Spieler. Und dann haben sie mit Glatzel eine gewisse Kopfballwucht", analysierte Hummels vor dem Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) gegen den Underdog von der Schwäbischen Alb.

Marc Schnatterer, Nikola Dovedan und Robert Glatzel dürften die anerkennenden Worte freuen. Die Heidenheimer Profis selbst durften dagegen über "das größte Spiel" der Vereinsgeschichte, wie es Trainer Frank Schmidt bezeichnet, lange Zeit gar nicht sprechen. Die Begriffe "Pokal" und "FC Bayern" standen in der Kabine bis zum Wochenende auf dem Index - 20 Euro kostete ein Vergehen.

Doch inzwischen befindet sich die kleine Stadt an der Brenz mit ihren 50.000 Einwohnern vollends im Bayern-Fieber. Stolze 10.000 Fans wollen ihre Helden in die Allianz Arena begleiten. Dass die Partie gegen Hummels, Robert Lewandowski und Co. "etwas ganz Besonderes" sei, muss Schmidt nicht betonen. Auch nicht, dass der Zweitliga-Sechste "gegen einen übermächtigen Gegner krasser Außenseiter ist. Krasser geht eigentlich nicht."

Dennoch: Der 45-Jährige ist seiner bodenständigen Art entsprechend weit davon entfernt zu überdrehen. Er werde sein Team, das im Achtelfinale Bundesligist Bayer Leverkusen überrascht hatte (2:1), "normal vorbereiten". Auch taktisch wird es keine Revolution geben. "Nur zu verteidigen funktioniert nicht", sagt Schmidt, "wir wollen einen mutigen Auftritt hinlegen." Vor allem solle sein FCH "in jeder Phase Haltung bewahren".

Dass der kleine Klub von der Ostalb, der seit 2014 Zweitligist ist, überhaupt so gut dasteht, hängt eng mit dem Trainer zusammen. Schmidt führte Heidenheim in seiner elfjährigen Amtszeit von der Oberliga in die Spitzengruppe der 2. Liga. Er sei der "Erfolgsfaktor", lobt Vorstandschef Holger Sanwald bei sportschau.de, "er steht für Identifikation mit Heidenheim und unserer Region, Leidenschaft für seine Arbeit und einen unbändigen Ehrgeiz".

Neben Schmidt ist Marc Schnatterer, wie Hummels richtig anmerkte, eine Legende in Heidenheim. Schon zu Viertligazeiten war der inzwischen 33-Jährige Führungsspieler. "Er ist der Traum aller Schwiegermütter", sagt Schmidt schmunzelnd, "und ein vorbildlicher Kapitän".

Zusammen wollen Schmidt und Schnatterer erst die Bayern ärgern - und dann mal schauen, was in der 2. Liga noch möglich ist. Über einen Aufstieg redet offiziell niemand. Schmidt skizzierte aber schon einmal, was in Heidenheim in diesem Fall los wäre: "Dann lassen wir die Mücken rückwärts fliegen." Vielleicht tun sie das schon am Mittwoch...

(sef/sid)
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