Düsseldorf: Fortuna erkämpft 1:1 gegen Union Berlin

Düsseldorf : Fortuna erkämpft 1:1 gegen Union Berlin

Tugrul Erat bringt die Düsseldorfer in Führung, doch die nach der Pause stärkeren Gäste gleichen noch aus.

Selbst ein Maximilian Beister kann nicht jedes Mal der entscheidende Glücksbringer sein. Der frühere Düsseldorfer und jetzige HSV-Profi, nach seinem Kreuzbandriss derzeit am Rhein in der Reha, drückte seiner Fortuna im Zweitligaspiel gegen Union Berlin auf der Tribüne den Daumen. Doch anders als beim 2:1 über Fürth, den Beister im Stadion begleitete, reichte es diesmal nicht zu drei Punkten für das Team von Trainer Lorenz-Günther Köstner. 1:1 hieß es nach 90 Minuten, in denen zunächst die Düsseldorfer, dann aber ebenso deutlich ihre Gäste dominierten.

Einzelschicksale sind für Köstner zweitrangig. Das muss derzeit Levan Kenia erfahren, der vor der Saison als Stareinkauf Fortunas galt, gestern aber nur in der Regionalliga-Zweitvertretung zum Einsatz kam. Stelios Malezas, immerhin aktueller griechischer Nationalspieler, gehörte zwar zum Zweitliga-Kader, musste aber miterleben, dass ihm zum zweiten Mal in Folge in der Innenverteidigung ein Spieler vorgezogen wurde, der seine Ausbildung auf einer anderen Position genoss. Nach Mittelfeldspieler Adam Bodzek in München, gestern wegen der fünften Gelben Karte gesperrt, war nun Außenverteidiger Tobias Levels erste Wahl im Zentrum.

Der 62-jährige Coach ordnet alles dem Wohl der Mannschaft unter, und diese Handschrift wird immer deutlicher. Die in der Hinrunde oft unorganisierte, kopflose und ängstliche Fortuna wirkte eine Hälfte lang stabiler, kompakter und vor allem strukturierter. Das führte dazu, dass Berlin zwar ein Plus in Sachen Ballbesitz hatte, häufig sogar jenseits der Mittellinie, daraus aber keine Torchance kreieren konnte.

Auf der Gegenseite gab es dagegen gleich deren fünf, und die fünfte führte endlich zur hochverdienten Führung. Beim Versuch eines Scherenschlags spielte Fabian Schönheim den Ball genau auf den Fuß des Düsseldorfers Tugrul Erat, und der guckte sich Union-Schlussmann Daniel Haas wunderbar aus: Der Schlenzer des 22-Jährigen senkte sich unerreichbar ins Netz. Mit dem Pausenstand von 1:0 waren die Gäste noch ausgezeichnet bedient, denn bei den übrigen Torgelegenheiten Fortunas stand ihnen das Glück mächtig zur Seite. Besonders galt dies in der 32. Minute, als Erat und Andreas Lambertz zweimal aussichtsreich zum Schuss kamen und Haas mit letzter Not klärte. Natürlich spielte es dem Köstner-Team auch in die Karten, dass sein Gegenüber Uwe Neuhaus nach 22 Minuten taktisch wechseln musste: Nach einer überharten Anfangsphase Unions stand Benjamin Köhler vor einem Platzverweis und musste Martin Dausch Platz machen.

Woran Köstner mit seiner Truppe künftig vor allem arbeiten muss, ist die Konstanz. Nach dem Seitenwechsel nämlich sahen die 30 678 Zuschauer in der Esprit-Arena eine völlig andere Partie, in der Union nun viel zielstrebiger agierte, dabei aber auch auf zu wenig Gegenwehr der Gastgeber stieß. Das zuvor so kompakte Defensivsystem Fortuna bekam Risse, und nach zwei Warnschüssen durch Martin Dausch, dessen verunglückte Flanke am Pfosten landete, und Torsten Mattuschka, der ebenfalls Aluminium traf, bestrafte Sören Brandy die Düsseldorfer Nachlässigkeiten mit dem Ausgleichstreffer.

Trotz guter Chancen auf beiden Seiten blieb es dabei – und das war nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten auch gerecht.

(RP)
Mehr von RP ONLINE