Weltmeister Lewis Hamilton triumphiert beim Saisonfinale in Abu Dhabi

Sieg im Jubiläumsrennen : Weltmeister Hamilton triumphiert beim Saisonfinale in Abu Dhabi

Der Mercedes-Star feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg, dahinter reihten sich Max Verstappen im Red Bull und Ferrari-Youngster Charles Leclerc auf den Plätzen zwei und drei ein. Nico Hülkenberg wurde in seinem vorerst letzten Formel-1-Rennen Zwölfter.

Das krachende Feuerwerk erleuchtete den Nachthimmel über Abu Dhabi, Lewis Hamilton malte mit rauchenden Reifen in seinem silbernen Wunderauto Kreise auf die Rennstrecke - und die Formel 1 feierte ihren alten, neuen und irgendwie ewigen Weltmeister. Mit seinem Sieg beim Saisonfinale hatte der Mercedes-Star die jungen Herausforderer Max Verstappen im Red Bull und Charles Leclerc im Ferrari noch einmal deutlich geschlagen - und den einstigen Dauerrivalen Sebastian Vettel geradezu deklassiert. Der Ferrari-Pilot wurde nur Fünfter.

"Ich bin stolz, aber vor allem dankbar für dieses unglaubliche Team", sagte Hamilton nach seinem 250. Rennen. Der sechste WM-Titel des Engländers hatte bereits seit Wochen festgestanden: "Der Silberpfeil ist ein Kunstwerk, und wir haben es in diesem Jahr geschafft, immer mehr herauszupressen."

Die Konkurrenz darf nach dieser Machtdemonstration nun eine Gewissheit mit in die Winterpause nehmen: Hamilton regiert die Königsklasse auch im Alter von 34 Jahren nach seinen Regeln, und er bleibt mit Blick auf die kommende Saison der Topfavorit.

"Ich bin glücklich, in einer Zeit zu fahren, in der so starke junge Fahrer nachrücken", sagte der Champion mit Blick auf Verstappen und Leclerc, die neben ihm das Podest bestiegen: "Ich hoffe, dass es nächstes Jahr noch enger wird."

Für Vettel passte das Finale ins Bild des absolut enttäuschenden Jahres 2019. Nach einem schwachen Qualifying, einem neuerlichen Fehler seiner Boxencrew und einer überschaubaren Rennleistung kam der Heppenheimer mehr als eine Minute nach Hamilton ins Ziel. Und schließt die Saison auf WM-Rang fünf ab, das ist sein schlechtestes Resultat in fünf Jahren bei Ferrari.

"Ich schaue nicht lange zurück, sondern lieber nach vorne", sagte Vettel: "Ich bin immer optimistisch, ich weiß, dass ich mich selbst auch steigern muss und steigern kann. Der Speed ist da, aber natürlich fehlt uns ziemlich viel auf die Jungs nach vorne. Jetzt kommt hoffentlich ein bisschen Ruhe rein, ich lasse mich jedenfalls nicht unterkriegen."

Nico Hülkenberg beendete sein wohl letztes Formel-1-Rennen als Zwölfter. Nach der Saison wird er durch Esteban Ocon ersetzt und ist damit nach zehn Jahren nicht mehr Teil der Königsklasse. Vettel findet das schade: "Manchmal entscheidet leider nicht die Klasse, sondern die Kasse."

Vettels Teamkollege Leclerc musste noch lange nach dem Rennen um seinen dritten Platz bangen. Die Stichprobenmessung der Regelhüter vor dem Start hatte ergeben, dass der Ferrari des Monegassen mehr Benzin an Bord hatte als vom Team angegeben. Die Stewards ließen Leclerc dennoch starten - und baten Ferrari erst eine Stunde nach Rennende zum Rapport. Viel später dann die Entscheidung: Das Team wurde mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegt, das sportliche Ergebnis blieb aber unangetastet.

Beim Rennstart war Hamilton von der Pole Position sehr gut weggekommen und hatte mit dem Gedränge dahinter nichts zu tun, Leclerc ging dagegen schnell an Verstappen vorbei auf Rang zwei. Erst die Boxenstopps brachten Veränderungen. Ferrari holte seine Piloten gleich nacheinander rein, Leclerc wurde unmittelbar vor Vettel abgefertigt - und der Deutsche war der Leidtragende: An beiden Rädern auf der linken Seite hakte es, fast sieben Sekunden stand Vettel beim Wechsel.

Der Heppenheimer kam im Verkehr zurück auf die Strecke, ein Angriff auf die Spitze hatte sich spätestens jetzt erledigt. Ohnehin konnte er aber das Tempo nicht mitgehen. Mit schlechter werdenden Reifen musste er später sogar Valtteri Bottas im zweiten Mercedes ziehen lassen.

Spannend wurde es noch einmal im Duell der Jungstars, doch Verstappen ging mit frischeren Reifen an Leclerc vorbei und sicherte damit WM-Rang drei hinter Hamilton und Bottas. Und das Podest in der Nacht von Abu Dhabi wirkte wie eine Vorschau auf den Titelkampf 2020 - der König und seine Kronprinzen unter sich. Von Vettel keine Spur.

(rent/sid)
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