Pressestimmen zur Formel 1: "Weltmeister der Arroganz"

Pressestimmen zur Formel 1: "Weltmeister der Arroganz"

Düsseldorf/Manama (RPO). Michael Schumacher ist bei seinem Comeback auf der großen Formel-1-Bühne sechster geworden, während sein altes Team Ferrari einen Doppelsieg einfuhr. Die Presse verspottet den 41-jährigen Kerpener und feiert die "Scuderia".

Früher war er mal der "Rote Gigant", jetzt ist er nur noch der "Weltmeister der Arroganz": Die Tifosi haben mit Hohn und Spott auf die Formel-1-Rückkehr ihres einstigen Helden in Bahrain reagiert.

"Schumacher, der Weltmeister der Arroganz", schrieb Il Secolo XIX nach dem sechsten Platz des Mercedes-Stars, und der Corriere della Sera lästerte: "Der seltsame Sonntagnachmittag des Herrn Michael."

Auch in England gab es viele bissige Schlagzeilen. "Schumi vom eigenen Teamkollegen geschlagen", titelte die Daily Mail und stellte fest: "Seine Rückkehr war nicht die erwartete Triumphfahrt. " Nico Rosberg war im zweiten Silberpfeil als Fünfter direkt vor seinem berühmten Teamkollegen ins Ziel gekommen. Der Guardian hatte fast schon Mitleid und forderte: "Man darf Schumacher auf keinen Fall abschreiben."

Niemand habe Schumacher beim Saisonstart gesehen, kommentierte die Gazzetta dello Sport. "Sind wir sicher, dass er sein Comeback geplant hat, um auf Platz sechs zu landen?", fragte Tuttosport und spottete: "Okay, es war Michaels erstes Rennen seit drei Jahren, doch er hat schönes Geld bekommen."

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Der Corriere dello Sport befand immerhin, dass Schumacher mit einer ordentlichen Leistung Sechster geworden sei. Das sei keine Schande, analysierte das Blatt, kritisierte aber zugleich: "Viel Lob hat er auch nicht verdient."

Nicht gerade begeistert beurteilte die Gazzetta dello Sport den Auftritt Schumachers, der bis vor wenigen Monaten als Berater für Ferrari tätig war und davor fünf seiner sieben WM-Titel im roten Renner aus Maranello gewonnen hatte. "Schumis Rückkehr war nicht eklatant, auch Mercedes hat nicht beeindruckt. Michael hat eine dreijährige Ruhepause hinter sich. Es wird noch dauern, bis man begreifen kann, ob er immer noch der Alte ist", schrieb die Sporttageszeitung."

Dagegen lobte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Leistung Schumachers: "Er ist ein großartiges Rennen gefahren nach so vielen Jahren Abwesenheit. Ich bin überzeugt, dass er bis zuletzt kämpfen wird. Ihn hier in Bahrain besiegt zu haben, gibt uns noch mehr Motivation, so weiterzumachen."

Schumachers einstiger Teamkollege Felipe Massa (Brasilien), der hinter dem neuen Ferrari-Star Fernando Alonso Platz zwei belegte, ließ der Auftritt des Altmeisters offenbar kalt. "Es interessiert mich nicht, Schumacher besiegt zu haben. Besser gesagt, ich will ihn wie alle anderen besiegen. Es ist wichtig, dass ich auf Platz zwei gekommen bin. Ich habe eine Saison noch nie so gut begonnen", sagt Massa, für den es das erste Rennen nach seinem schweren Unfall im Juli 2009 war.

(seeg)
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