"Berater und Mentor":: Vettels Design-Guru Newey mit neuer Rolle bei Red Bull

"Berater und Mentor": : Vettels Design-Guru Newey mit neuer Rolle bei Red Bull

Technik-Genie Adrian Newey bleibt bei Red Bull. Doch der Konstrukteur so vieler Weltmeister-Autos übernimmt im Konzern eine neue Rolle. Das wird Auswirkungen auf das Tagesgeschäft des Formel-1-Teams haben.

Sebastian Vettels Red-Bull-Team hat die Abwerbeversuche um Design-Guru Adrian Newey abgewehrt. Doch dafür mussten die Team-Verantwortlichen dem Tüftler eine neue Rolle zugestehen. Der Rennstall des Weltmeisters verlängerte am Rande des Großen Preises von Kanada in Montréal den Vertrag mit dem 55-Jährigen um mehrere Jahre. Newey wird aber nur noch bis zum Ende dieser Saison im Formel-1-Tagesgeschäft voll mitwirken und soll dann auch eine Rolle als Berater sowie Mentor des neuen Red-Bull-Technologiezentrums übernehmen.

"Ich war im Motorsport seit meinem Hochschulabschluss. Es war eine fantastische Erfahrung", meinte Newey. "Nun ist es aber an der Zeit, neue Herausforderungen anzunehmen. Ich möchte meine Motivation am Leben erhalten." Newey will nach eigener Aussage einen Schritt zurücktreten und "Berater und Mentor für die Ingenieure" werden.

Immer wieder hatte er sich in den vergangenen Monaten darüber beklagt, dass das neue Reglement seiner Kreativität im Weg stehe. "Bei dem Wagen hat man immer weniger Möglichkeiten, mit guten Ideen den Unterschied zu schaffen", kritisierte er. "Das hat ihn so frustriert, und um ihn nicht zu verlieren, haben wir diese Lösung gewählt", erläuterte Motorsportberater Helmut Marko. "Seine Genialität und sein Erfahrungsschatz stehen weiter zur Verfügung."

Newey gilt mit seinen Auto-Konstruktionen als einer der Wegbereiter für den Erfolg von Vettel und Red Bull mit vier WM-Titeln in den vergangenen vier Jahren. Zuletzt soll Ferrari mit einem Millionen-Angebot intensiv um die Dienste des Mannes aus Stratford-upon-Avon geworben haben. "Es warten einige aufregende neue Projekte", sagte Teamchef Christian Horner.

Newey arbeitet seit 2006 für Red Bull. Zuvor feierte der studierte Luft- und Raumfahrttechniker bereits Erfolge mit Williams und McLaren. Er war aber auch Konstrukteur des Autos, in dem der Brasilianer Ayrton Senna 1994 in Imola tödlich verunglückte.

Wie die Zuständigkeiten nach dem langsamen Rückzug Neweys genau aussehen werden, soll im Laufe des Sommers erörtert werden. "Es ist nicht so, dass er gar nicht mehr da sein wird", relativierte Horner.
"Wir haben bei unseren Ingenieuren eine ungeheure Tiefe."

(dpa)
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