Weltmeister erteilt Ferrari eine Absage: Vettel: "Ich bin glücklich, wo ich bin"

Weltmeister erteilt Ferrari eine Absage: Vettel: "Ich bin glücklich, wo ich bin"

Yeongam (RPO). Als die Frage nach den Gerüchten um einen Wechsel zu Ferrari aufkam, blitzten Sebastian Vettels müde Augen kurz auf. "Ich habe einen langfristigen Vertrag bei Red Bull und bin glücklich, wo ich bin", sagte der 24-Jährige am Donnerstag im südkoreanischen Yeongam.

Der alte und neue Formel-1-Weltmeister hat mit Red Bull noch eine Menge vor. "Jetzt greifen wir erst einmal den Team-Titel an", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Südkorea (Sonntag, 8 Uhr im Live-Ticker).

Die Spekulationen um einen vorzeitigen Wechsel zum italienischen Traditionsrennstall hatte Vettel, in Südkorea noch gezeichnet vom Party-Marathon am Wochenende, zuletzt selbst ungewollt angeheizt. Der 24-Jährige hatte mehrfach erklärt, in seiner Karriere auch einmal für die Scuderia fahren zu wollen. "Der Mythos von Ferrari und Mercedes ist etwas ganz Besonderes. Das zieht mich auch an, weil ich natürlich geehrt wäre, Teil dieses Mythos zu werden", war Vettel in der "Sport Bild" zitiert worden. Doch derzeit denke er gar nicht darüber nach, was in fünf oder sechs Jahren sein könnte. Vettels Vertrag bei Red Bull läuft noch bis 2014.

Spekulationen bei der Scuderia

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hatte nach Vettels erfolgreicher Titelverteidigung in Japan die Spekulationen wieder in Gang gebracht. Er könne sich Vettel zumindest mittelfristig gut als Teamkollegen des Spaniers Fernando Alonso vorstellen, sagte der Italiener. "Ich denke, damit könnten wir leben. Sie kämen sicher gut miteinander aus. Fernandos Stärke ist, dass er niemanden fürchtet", sagte Domenicali der "Gazzetta dello Sport".

Alonso lassen die andauernden Gerüchte offenbar kalt. "Ich bin glücklich mit Felipe als Teamkollegen", sagte der Spanier. Was in der Zukunft passiere, könne niemand wissen: "Wenn ein anderer Fahrer kommt, um mit Ferrari so viele Siege wie möglich zu holen, ist das doch gut." Ob der zweimalige Weltmeister Alonso den Deutschen als neue Nummer eins akzeptieren würde, ist fraglich. In den vergangenen Jahren gab der Spanier neben dem deutlich schwächeren Brasilianer Felipe Massa bei Ferrari den Ton an.

"Fahre nicht für Statistiken"

Obwohl der Fahrertitel vier Rennen vor dem Saisonende entschieden ist, hat vor allem Vettel keine Motivationsprobleme: "Wir wollen die letzten Rennen jetzt auch gewinnen. Ich freue mich vor allem auf ein paar Duelle mit den Jungs auf der Strecke." Dass er nebenbei Rekorde auf- und einstellen kann, interessiert den Weltmeister angeblich nicht. "Ich fahre nicht für Statistiken. Wenn man sich zu sehr darauf konzentriert, vergisst man, was man braucht, um das zu erreichen", sagte Vettel.

Vettel könnte ja sein einstiges Vorbild Michael Schumacher um Rat fragen. Der Rekord-Weltmeister ist schließlich mehr als zehn Jahre für Ferrari gefahren und hat in dieser Zeit fünf WM-Titel gewonnen. Doch das schloss Schumi aus. Es habe sich in der Vergangenheit zwar mal ergeben, dass er Vettel Tipps gegeben habe. Da sei es aber um soziale Dinge gegangen, sagte der Mercedes-Pilot.

Hier geht es zur Infostrecke: Sebastian Vettel von A bis Z

(DAPD/can)
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