Fluch und Segen: Rosberg und der allgegenwertige Teamkollege

Fluch und Segen: Rosberg und der allgegenwertige Teamkollege

Melbourne (RPO). Nico Rosberg ist das Lachen nicht vergangen. Dabei hat der 24-Jährige in dieser Saison den wohl schwierigsten Job in der Formel 1: Er ist Teamkollege von Michael Schumacher. Egal ob Felipe Massa, Rubens Barrichello oder Eddie Irvine - bislang standen alle Partner klar im Schatten Schumachers, konnten und durften dem Rekordweltmeister nicht das Wasser reichen.

Das gleiche Schicksal könnte Rosberg drohen, auf der anderen Seite ist es auch die Chance seines Lebens. Wer Schumi schlägt, dem winken Reichtum und Ruhm, dem stehen alle Türen offen. Beim Auftakt in Bahrain lag er als Fünfter einen Platz vor dem Ausnahmefahrer, ein erster persönlicher Erfolg.

"Ich möchte auf Augenhöhe mit Michael sein. Und ich denke, dass ich auch in Australien eine starke Leistung zeigen kann", sagt der Mercedes-Pilot vor dem zweiten Saisonrennen am Sonntag (8.00 Uhr/ Live-Ticker) in Melbourne.

Was er besser machen kann als einer der besten Rennfahrer aller Zeiten, das weiß er im Moment noch nicht so recht, doch Angst vor Schumacher hat er nicht. Rosberg: "Keiner ist perfekt, also gibt es sicher auch Bereiche, in denen ich stark bin."

Von Schumis Erfolgen nicht beeindruckt

Auch die Tatsache, dass Schumacher schon viermal in Melbourne gewonnen hat, lässt Rosberg kalt. "Wenn ich mein Selbstbewusstsein jedes Mal nach den Statistiken von Michael auslege, würde es nicht sehr gut ausgehen für mich", sagt der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg. Das alles habe keinen Einfluss auf ihn, auch wenn er "die unglaublichen Rekorde von Michael" ab und zu interessiert nachlese.

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Schumacher selbst will es sich nicht anmerken lassen, dass es ihn ärgert, dass Rosberg in Bahrain das ganze Wochenende schneller war. "Ich sehe das ziemlich entspannt", sagt der 41-Jährige: "Nico ist ein guter und schneller Fahrer. Deshalb glaube ich nicht, dass ich mich für die Leistung in Bahrain schämen muss."

Rosberg bedeutet der erste Achtungserfolg im internen Duell sehr viel. "Ich bin glücklich, die Ziellinie vor ihm überquert zu haben", sagt der Blondschopf: "Wir haben ein richtig tolles Duell, das sicherlich noch härter werden wird. Es ist wichtig, dass du deinen Teamkollegen schlägst. Er fährt schließlich das gleiche Auto."

Glück im Casino

Nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch am Spieltisch gab es für Rosberg schöne Momente. Als er nach 29 Stunden Reise morgens im Hotel ankam, stand ihm das Zimmer noch nicht zur Verfügung. Deshalb ging er ins Spielcasino – und hatte Glück: "Ich habe drei Stunden gespielt, und aus 75 Euro wurden 800. Das war ein guter Anfang für den Tag", sagte Rosberg der "Bild".

Auch für das Rennen im Albert Park rechnet sich Rosberg einiges aus. "Diese Strecke passt besser zu uns als Bahrain", sagt der 24-Jährige und kündigt selbstbewusst an: "Wir wollen unser erstes Podium erreichen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir beide auf dem Treppchen landen, aber einer von uns könnte es schaffen."

(SID/seeg)