Nico Rosberg will sich bei WM-Titel Schnurrbart wachsen lassen

Auf den Spuren von Papa Keke : Rosberg will sich bei WM-Titel Schnurrbart wachsen lassen

Nico Rosberg darf sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, in die Fußstapfen seines Vaters Keke zu treten und Formel-1-Weltmeister zu werden.

Nico Rosberg musste angesichts dieser komischen Frage kurz schmunzeln. Ob er sich einen Schnurrbart wie Vater Keke stehen lässt, wenn er Weltmeister wird? "Vielleicht", sagte der Mercedes-Pilot nach seinem Triumph beim Großen Preis von Österreich: "Ja." Dass er am Ende der Saison in die Fußstapfen seines Vaters treten könnte, wird mit jeder Galavorstellung wahrscheinlicher - ein Gedanke, an den sich der 28-Jährige langsam gewöhnen muss.

With a day of delay, happy 65th birthday to the one and only Keke Rosberg! #F1 #KekeRosberg pic.twitter.com/GSNviWFZGt

"Ich denke natürlich hin und wieder darüber nach. Aber in erster Linie lebe ich den Moment", sagte Rosberg, der in der Steiermark seinen dritten Saisonsieg im achten Rennen feierte. Dazu kommen fünf zweite Plätze, in der WM-Wertung liegt er mit 165 Punkten bereits 29 Zähler vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (136).

Mit jetzt sechs Karriere-Erfolgen hat Nico zudem Papa Keke bereits überholt, der fünfmal ganz oben auf dem Podium stand und 1982 mit nur einem einzigen Erfolg Weltmeister geworden war.

Es sind aber nicht nur die Resultate, die im direkten Duell mit Hamilton derzeit für Rosberg sprechen. Nach den zwischenzeitlich vier Siegen in Serie des englischen Ex-Weltmeisters hatte es noch so ausgesehen, als läge das Momentum bei Hamilton, doch spätestens seit Monaco ist Rosberg der schnellere Silberpfeil - und der stabilere. Das sieht auch Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski so, der Rosberg via Twitter von der WM in Brasilien gratulierte.

Den Grundstein für den Erfolg auf dem Red Bull Ring hatte Rosberg bereits am Samstag gelegt. Zwar landete er im Qualifying überraschend nur auf Platz drei hinter dem Williams-Duo Felipe Massa (Brasilien) und Valtteri Bottas (Finnland), doch Rosberg war sehr zuversichtlich, im Rennen ganz vorne zu stehen: "Weil ich glaube, dass wir grundsätzlich das schnellste Auto haben." Dieses Auto habe "ziemlich genau so funktioniert, wie wir es geplant hatten. Wir hatten die höhere Geschwindigkeit und weniger Reifenabbau."

Hamilton war wegen eines Drehers im Qualifying nur von Platz neun gestartet, lag jedoch nach wenigen Runden direkt hinter Rosberg. Trotzdem ist sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sicher: "Lewis hat das Rennen im Qualifying verloren. Nico war schneller, weil er als Dritter und nicht als Neunter gestartet ist."

Auch wenn Wolff glaubt, dass "die Lücken zur Konkurrenz kleiner geworden sind", auch wenn Daniel Ricciardo für Red Bull in Kanada gewinnen konnte und Williams in Spielberg die erste Startreihe besetzte - den Fahrertitel machen Rosberg und Hamilton unter sich aus.

Noch ist der große Knall zwischen den ehemaligen Kart-Kumpels ausgeblieben, die atmosphärischen Störungen nach Monaco wurden angeblich ausgeräumt - doch Wolff spürte nach dem Qualifying neue Spannungen, die "Transparenz hat gelitten". Der Konkurrenzkampf nicht nur zwischen den Fahrern, sondern auch deren Mannschaften ist in vollem Gange.

Trotzdem will Mercedes (noch) nicht von der Boxenmauer aus eingreifen. "Unsere erste Priorität muss es sein, die beiden gegeneinander fahren zu lassen. Sie liegen so eng beieinander, und wir wollen nicht von außen eingreifen", so Wolff: "Vielleicht müssen wir erst den Konstrukteurstitel holen, dann können wir sie von der Leine lassen." Und Nico Rosberg hätte Zeit, sich zu überlegen, ob das mit dem Schnurrbart wirklich so eine gute Idee ist ...

(sid)
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