Formel 1: Nico Rosberg auf den Spuren von Papa Keke

Formel 1 : Nico Rosberg auf den Spuren von Papa Keke

Keke Rosberg ist längst kein Stammgast mehr an den Formel-1-Strecken. Sohn Nico kann sich alleine behaupten. Dennoch tauscht dieser sich weiter mit dem heute 65-Jährigen aus, der 1982 das schaffte, was sein in Wiesbaden geborener Sohn nun gerne nachmachen will. Keke, ein Finne, wurde Weltmeister. Er gewann dabei nur eines von 16 Rennen.

"Ich bin stolz darauf, was mein Vater erreicht hat. Aber ich vergleiche mich nicht mit ihm, sondern konzentriere mich auf mich selbst", sagt Nico, dessen Mutter Sina eine Deutsche ist. Nach acht der 19 Rennen führt er die Gesamtwertung an. Drei Siege feierte der in Monte Carlo aufgewachsene und lebende Nico in dieser Saison. 29 Punkte beträgt sein Vorsprung auf Teamkollege Lewis Hamilton. Der Engländer scheint der Einzige zu sein, der Rosbergs Traum vom Titel zerstören kann. Immerhin kann jeder Fahrer noch 300 Punkte sammeln.

Im März 2006 debütierte Nico Rosberg in der Formel 1. Er saß in einem Auto des Williams-Teams, für das Keke gefahren war, als er sich den Titel holte. Sein Sohn musste sich lange gedulden, ehe er ein siegfähiges Auto hatte. Die neue Turbo-Ära jedenfalls nutzte Mercedes und präsentierte den stärksten Motor der Köningsklasse, der zudem recht zuverlässig arbeitet. Ob er sich einen Schnurrbart stehen lässt, wenn es mit dem WM-Titel klappt, wurde Rosberg junior nach seinem Sieg am Sonntag in Spielberg gefragt. "Vielleicht", sagte er und ergänzte dann: "Ja!"

Papa Rosberg hat Nico zu dessen Karrierestart manche Tür geöffnet. "Gas geben musste ich aber alleine", betont der 28-Jährige. In der Rolle des WM-Führenden fühlt er sich richtig wohlfühlt. "Ich denke natürlich hin und wieder über den Gewinn des WM-Titels nach", sagte er nach dem Österreich-Grand-Prix, "aber in erster Linie lebe ich den Moment." Rosberg weiß, dass das Pendel auch schnell wieder zu Gunsten von Hamilton ausschlagen kann. Momentan aber läuft es gut. "Das hier war das perfekte Rennen", sagte Ex-Champion Niki Lauda. Der Österreicher ist Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams von Mercedes und unterhält nebenbei auch die Fernsehzuschauer bei RTL mit seinen manchmal mehr, oft auch weniger erhellenden Kommentaren.

Vom perfekten Rennen wagen sie bei Red Bull momentan noch nicht einmal zu träumen. "Die Zuverlässigkeit ist inakzeptabel. Die Leistung ist inakzeptabel. Es ist nicht unser Geschäft. Es ist nicht unsere Verantwortung. Wir sind die Endverbraucher, und es ist frustrierend, dass wir im Moment nicht das bekommen, was wir brauchen", klagte Chris Horner. Bis Ende 2015 läuft der Vertrag mit Renault. "Es muss etwas passieren", forderte der Red-Bull-Teamchef. Doch das Reglement lässt kaum Nachbesserungen zu. Wenig Hoffnung für Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister war in Spielberg einmal mehr ausgefallen und spielt im Titelkampf schon jetzt keine Rolle mehr.

(RP)
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