Formel 1: Jetzt muss Vettel die Kurve kriegen

Formel 1: Jetzt muss Vettel die Kurve kriegen

Düsseldorf (RP). Wenn du Erster werden willst, dann musst du erst mal ins Ziel kommen. Dem ehemaligen McLaren-Chef Ron Dennis, viele Jahre eine der markantesten Figuren der Formel-1-Szene, wird diese Forderung zugeschrieben. Sie hört sich so lapidar an, ist aber oft schwer zu erfüllen. Dabei hängt es, wie Sebastian Vettel bestätigen kann, nicht allein von der Leistung des Fahrers ab. Erfolge in der Formel 1 sind halt nur erreichbar, wenn sich Mensch und Maschine perfekt ergänzen.

Sebastian Vettel, mit 22 Jahren der jüngste unter den vier, fünf, sechs, sieben Fahrern, denen in diesem Jahr der Gewinn des WM-Titels zugetraut wird, hat es in den zurückliegenden zwei Wochen wieder erlebt. Wie vor einem Jahr, so startete der Red-Bull-Pilot erneut frustrierend in die Saison.

2009 verschenkte er zum Auftakt in Melbourne wichtige Punkte, als er den in der Schlussphase dank besserer Reifen viel schnelleren Robert Kubica im BMW-Sauber nicht vorbeilassen wollte und letztlich für beide das Rennen beendet war. In Malaysia bremste den Heppenheimer dann ein Defekt.

Auch diesmal stoppten ihn wohl Technik und menschliches Versagen. In Bahrain war es eine defekte Zündkerze, die ihn bis zu 100 PS Motorleistung kostete und von Rang eins auf Platz vier zurückwarf. Am Sonntag in Melbourne war es wohl eine nicht richtig befestigte Radmutter, die das Auto des Hessen, der souverän vor dem Verfolgerfeld fuhr, in letzter Konsequenz unlenkbar machte und zum Aus führte.

2009 gelang Vettel im dritten Rennen der erste Sieg. Am nächsten Sonntag (10 Uhr im Live-Ticker) ist Malaysia die dritte Station im 19 Rennen umfassenden WM-Kalender. Auch wenn der Frust mindestens so groß ist wie vor einem Jahr, gibt es doch einen großen Unterschied. Damals gab es einen Fahrer, der mit seinem Auto die Szene beherrschte. Jenson Button legte mit sechs Siegen in sieben Rennen den Grundstein für den Titelgewinn vor Vettel, der den Rückstand von 32 Punkten nur auf elf Zähler verkürzen konnte.

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Diesmal aber dominiert kein Team wie 2009 der Brawn-Rennstall. In Bahrain siegte Fernando Alonso vor Felipe Massa (beide Ferrari) und Lewis Hamilton. In Melbourne stand Jenson Button (beide McLaren-Mercedes) ganz oben, sorgte der nun bei Renault angestellte Robert Kubica als Zweiter für eine Sensation, und nur Massa war schon zweimal bei der Siegerehrung dabei.

Der vom britischen Konstrukteurs-Ass Adrian Newey entworfene Red Bull ist nach dem Urteil aller Beteiligten das schnellste Auto. Das ist schön, doch Sebastian Vettel nennt die größte Schwachstelle. "Wir müssen es auch mal ins Ziel schaffen", fordert der Rennfahrer, für den in diesem Jahr allein der Titel zählt. Immerhin kam ein Red Bull schon dreimal in die Wertung. Doch der vierte Platz von Bahrain war nach der Vorgeschichte nicht mehr als eine große Enttäuschung für Vettel.

Sein Teamkollege Mark Webber hat ebenfalls noch nicht das Maximum herausgeholt. In Bahrain war auch ein nicht perfekter Boxenstopp dafür verantwortlich, dass der 33-Jährige nur Achter wurde. In seiner Heimat verspielte der Australier ein besseres Ergebnis als Rang neun, da er im Kampf um Platz vier dem Engländer Hamilton ins Autor fuhr. Beide fielen dadurch zurück.

(RP)
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