Virgin darf Auto umbauen: Glock: Große Probleme mit zu kleinem Tank

Virgin darf Auto umbauen: Glock: Große Probleme mit zu kleinem Tank

Melbourne (RPO). Erst ein Getriebeschaden, dann ein Ölleck und jetzt ist auch noch der Tank zu klein: Timo Glocks Dienstwagen ist eine einzige Baustelle. Wenigstens hatte der Automobil-Weltverband FIA ein Einsehen und erlaubte dem Virgin-Team, den Formel-1-Boliden derart umzubauen, dass ein größerer Tank Platz hat. Das neue Chassis wird aber frühestens bis zum Rennen am 9. Mai in Barcelona fertig, wahrscheinlicher ist Istanbul am 30. Mai.

Damit er beim zweiten Saisonrennen am Sonntag (8 Uhr Live-Ticker) in Melbourne überhaupt irgendwie über die Runden kommt, muss Glock nun Benzin sparen. Der Verbrauch des Cosworth-Motors ist viel zu hoch und der Tank deshalb zu klein.

Diese peinliche Entwicklung war aber schon lange abzusehen, wie Virgin-Chefdesigner Nick Wirth zugibt: "Während der Wintertests und in Bahrain wurde klar, dass unsere Tankkapazität am Limit ist und dass es unter bestimmten Umständen zu Problemen kommt."

Keine rosigen Aussichten also für Glock, der seinen Ärger nicht verbergen kann. "Wir müssen unsere Baustellen verringern", sagt der 28-Jährige. Mit Toyota war er 2009 noch auf dem Sprung nach vorne, mit Neueinsteiger Virgin muss sich Glock jetzt hinten anstellen.

Zum Saisonstart in Bahrain blieb Glock mit einem Getriebedefekt auf der Strecke, seine Wünsche für Melbourne sind daher bescheiden: "Keine Fehler machen und das Auto ins Ziel bringen." Doch schon der Aufgalopp am Freitag stand für ihn unter keinem glücklichen Stern. Ölleck am Getriebe, lange Zwangspause und nur der 22. Platz.

Dabei hatte Glock vor der Saison große Hoffnungen in das Team des britischen Milliardärs Sir Richard Branson gesetzt. Mit seiner Erfahrung von 37 Grand-Prix-Starts wollte er mithelfen und dafür sorgen, dass sich Virgin als bestes der neuen Formel-1-Teams etablieren kann.

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In der jetzigen Situation bleiben Glock nur Durchhalteparolen. "Wir werden technisch einen Fortschritt machen. Vor allem bei der Haltbarkeit des Autos", sagt er trotzig. Für sein Team ist es ein Wettlauf mit der Zeit, wie Chefdesigner Wirth meint: "Wir hoffen, dass das neue Chassis im Frühstadium der europäischen Rennsaison fertig ist."

Dennoch freut sich Glock auf das Rennen in Melbourne, denn der Stadtkurs im Albert Park ist für den 28-Jährigen ein gutes Pflaster. 2009 hatte Glock dort als Vierter einen Podestplatz knapp verpasst. "Ich fahre gern in Melbourne, ich mag diese Strecke", sagt er.

Von einem ähnlich guten Ergebnis ist Glock diesmal allerdings meilenweit entfernt. Auf dieser Strecke braucht man möglichst viel Abtrieb, erklärt er. Und genau das fehle seinem Auto im Augenblick noch. Die renommierten Rennställe werden nach Glocks Einschätzung im Vergleich zu Bahrain wahrscheinlich einiges an Abtrieb nachlegen können. Deshalb gibt er sich auch keinen Illusionen hin: "Unser Abstand zu Sauber, Toro Rosso und Co. wird hier vermutlich noch etwas größer sein."

Kein Problem hat Glock im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen mit der späteren Startzeit (17 Uhr Ortszeit). Viele Fahrer hatten sich vor einem Jahr über die tief stehende Sonne beklagt, doch das mache ihm nichts aus, betont der Virgin-Pilot und grinst: "Wenn ich in Melbourne das Ziel erreiche, dann wird man mich auch in der Dunkelheit strahlen sehen."

(SID/chk)