Formel 1: Sebastian Vettel weiß, dass er langsamer als Lewis Hamilton ist

Formel 1: Die Lehren aus dem Großen Preis von Australien

Glücklich, aber nicht vollends zufrieden. Vettel weiß, er muss weiter aufholen - trotz des Auftaktsieges in Australien. Der erstmal geschlagene Hamilton wünscht sich weniger Abhängigkeit von Computern. Und in Sachen Grid Kids fehlt noch ein bisschen die Orientierung.

Auch vor einem Jahr startete Sebastian Vettel mit einem Sieg beim Großen Preis von Australien in die Saison. Sein Fazit jetzt: Der Ferrari war damals schneller. Für den WM-Titel im Kampf gegen Lewis Hamilton reichte es am Ende aber nicht. Entsprechend ordnete Vettel den neuerlichen Formel-1-Erfolg in Melbourne ein. Er weiß, es gibt noch Nachholbedarf. Lehren aus dem 1. von 21 Rennen:

DAS WAR NUR DER ANFANG

Die Tendenzen zeichnen sich nun schon deutlicher ab, klar sind die Hierarchien nach diesem Auftakt noch nicht. Vettel sprach von drei Zehntelsekunden, die er mit seinem Wagen etwa langsamer sei als Hamilton mit dem Mercedes. Die müssen er und sein Team finden, um ohne solch glückliche Fügungen wie in Melbourne mit dem Reifenwechsel in der virtuellen Safety-Car-Phase die Titelverteidiger dauerhaft schlagen zu können.

DIE FAHRER SIND ABHÄNGIG VON RECHNERN UND PROGRAMM

Kein Fahrfehler, kein spektakuläres Manöver entschied über den Sieg in Australien. Es war ein Programm von Mercedes, das aber eine falsche Rechnung aufstelle. Hart sei es, meinte Hamilton, sich auf all die Computer und Technologie verlassen zu müssen. Er würde sich wünschen, dass der Fahrer persönlich mehr der Entscheider ist. Damit dürfte er nicht allein sein.

HAMILTON BRAUCHT EINEN BOTTAS IN TOPFORM

Es wird in diesem Jahr mehr als vorher drauf ankommen, dass Valtteri Bottas im zweiten Mercedes auch vorne mitmischt. Ferrari habe zwei Joker gehabt, berichtete Hamilton. "Es war einer gegen zwei", sagte der Brite. Vettel und Kimi Räikkönen, der letztlich Dritter wurde.
Ferrari konnte Hamilton mit Räikkönen auf Startplatz zwei und Vettel auf drei unter Druck setzen durch den früheren Boxenstopp von Räikkönen. Red Bull dürfte es in dieser Saison ebenso mit seinen beiden Fahrern und unterschiedlichen Strategien versuchen. Die drei Top-Teams sind enger zusammengerückt, das steht fest. Da braucht Hamilton einen Bottas in Bestform. Startplatz 15 und Rang acht im Rennen waren zu wenig.

DER KAMPF IN DEN TOP TEN WIRD ENGER

Für Nico Hülkenberg im Renault wird es trotz Rang sieben deutlich schwerer, im Mittelfeld der Formel 1 herrscht mehr Betrieb. Haas deutete in Melbourne trotz des peinlichen Doppel-Aus durch lose montierte Räder an, dass beide Autos das Zeug haben, hinter den drei Top-Teams zu wirbeln. Und das gilt auch für McLaren. Fernando Alonso profitierte von den beiden Haas-Ausfällen und raste im McLaren auf Rang fünf. Seit 2014 holte das britische Traditionsteam erstmals in Melbourne wieder Punkte. Das Wechsel von den Honda- auf Renault-Motoren scheint sich auszuzahlen. "Red Bull ist das nächste Ziel", verkündete Alonso in Australien.

ES GIBT NOCH ARBEIT BEI DEN STARS VON MORGEN

Sie standen ein wenig verloren mitunter am Rand, die Stars von Morgen. Oder halt Grid Kids. Sie trugen leuchtend grüne T-Shirts mit Namen des jeweiligen Fahrers auf dem Rücken. Anders als sonst die Grid Girls, die es seit diesem Jahr in der Formel 1 nicht mehr gibt, postieren sich die Kinder aber nicht mit Startnummer und Namen des Piloten auf einer größeren Fahne vor der jeweiligen Startbox. Das machte es für die Zuschauer nicht leicht zu wissen, welcher Fahrer wo in der Startaufstellung steht.

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(dpa)