Formel 1: Sebastian Vettel und Ferrari schocken die schwächelnde Konkurrenz

"Magisches" Qualifying: Vettel und Ferrari schocken die Konkurrenz

Sebastian Vettel darf sich berechtigte Hoffnungen auf seinen dritten Saisonsieg machen. Im Qualifying zum Großen Preis von China holte er erneut die Pole - und wunderte sich anschließend über die schwächelnde Konkurrenz.

Sebastian Vettel staunte, der Ausgang des "magischen" Qualifyings zum Großen Preis von China hatte auch den Ferrari-Star überrascht. An seine zweite Pole Position der Saison hatte Vettel zwar immer geglaubt. Doch der große Vorsprung auf den Dauerrivalen Mercedes kam selbst für den viermaligen Weltmeister völlig unerwartet.

"Ehrlich gesagt bin ich über den Abstand ein bisschen überrascht. Aber das ist nicht unsere Sache", sagte Vettel und ergänzte: "Normalerweise macht Mercedes am Samstag einen deutlichen Schritt."

Vom gefürchteten "Party-Modus" im Kampf um die Startplätze waren die Silberpfeile in Shanghai weit entfernt gewesen. Weltmeister Lewis Hamilton (+0,580) wurde mit mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf Pole-Setter Vettel (1:31,095 Minuten) nur Vierter, er landete noch hinter seinem finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,530) auf Rang drei.

Lewis Hamilton enttäuscht

Ausgerechnet in Shanghai, seit Jahren fest in Mercedes-Hand, enttäuschte das Weltmeister-Team im entscheidenden Moment. "Das war ein schwieriger Tag", sagte Hamilton, "Ferrari war schnell. Es wird schwierig sein, sie zu überholen. Ich werde kämpfen müssen."

Im Rennen am Sonntag (8.10 Uhr MESZ/RTL) lastet der größte Druck auf dem Engländer. Der Titelverteidiger, mit fünf Erfolgen Rekordsieger in China, darf sich nach den Rückschlägen im bisherigen Saisonverlauf einen weiteren Ausrutscher nicht erlauben.

Der Vorteil liegt nun aber ganz bei WM-Spitzenreiter Vettel. Nach den Siegen von Australien und Bahrain ist die Aussicht auf den dritten Erfolg in Serie groß. Das Qualifying geriet zur Machtdemonstration. "Das Auto war klasse und wurde immer besser", sagte Vettel, der vor Kimi Räikkönen (Finnland/+0,087) im zweiten Ferrari ins Rennen geht.

Zum entscheidenden Faktor könnte im Rennen das Wetter werden. Bei kühlen Temperaturen von nur zwölf Grad Celsius stellte die Scuderia bei der Eroberung ihrer ersten Pole in Shanghai seit 2004 unerwartet das beste Paket. Allerdings soll es am Sonntag deutlich wärmer werden, die Bedingungen wären dann nicht mit denen des Qualifyings vergleichbar.

"Mir wäre es lieber, wenn der Abstand zu Mercedes so bleibt. Aber wir erwarten, dass es sehr eng wird", sagte Vettel. Auch Mercedes hat den fünften Shanghai-Sieg nacheinander nicht abgeschrieben. "Es soll wärmer werden, das könnte alles auf den Kopf stellen", sagte Hamilton: "Wir bleiben zuversichtlich und werden Druck machen."

Die veränderten äußeren Bedingungen könnten auch Red Bull in die Karten spielen. Max Verstappen (Niederlande/+0,701) und Daniel Ricciardo (Australien/+0,853) hatten zwar ebenfalls einen großen Rückstand zu Ferrari, auf den Plätzen fünf und sechs befinden sie sich aber dennoch in Reichweite.

Zufrieden konnte derweil auch Nico Hülkenberg sein. Der Emmericher (+1,437) war im Renault als Siebter einmal mehr bester Fahrer hinter den drei Top-Teams. Der Renault-Pilot wird damit zum sechsten Mal nacheinander von Position sieben starten. "Bis zu den Top Sechs ist noch ordentlich Abstand. Platz sieben ist das Beste, was wir machen konnten", sagte Hülkenberg.

Die Ansprüche von Sebastian Vettel sind nach seiner 52. Karriere-Pole andere.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großer Preis von China: Qualifying

(sid)
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