Formel 1: Sebastian Vettel macht sich fit für die Aufholjagd

Formel 1 in Österreich : Vettel macht sich fit für die Aufholjagd

Der Weltmeister gehört auch in Österreich nicht zu den Favoriten. Er hofft aber, dass Neuerungen bald greifen.

Ein Auto möglichst schneller als die Rivalen zu bewegen, das ist die größte Herausforderung eines Rennfahrers. Der Alltag umfasst aber viel mehr Aufgaben für die Formel-1-Fahrer, die erstmals am Freitag vor einem Großen Preis im Cockpit sitzen. Die Tage davor gehören den Sponsoren. Das ist bei Sebastian Vettel nicht anders. Diesmal war er auch in Wien unterwegs. Ein Tagespunkt wer der Besuch beim Unternehmen, das Getränke für seinen Arbeitgeber Red Bull abfüllt, versuchte er sich als "Mixer". Er "erfand" den Weltmeister-Saft. Im Kampf um die WM-Krone hilft ihm der aber nicht weiter.

Neue Strecke, altes Bild. Auch in Spielberg, wo nach elf Jahren Pause morgen wieder ein Großer Preis von Österreich (14 Uhr/Live-Ticker) stattfinden wird, gab Mercedes den Ton an. Am Vormittag sorgte WM-Spitzenreiter Nico Rosberg für die Bestzeit. Am Nachmittag stand Teamkollege Lewis Hamilton, der 22 Punkte weniger als Rosberg auf dem WM-Konto hat, ganz oben auf der Ergebnisliste. "Wenn das Auto so im Rennen ist, dann wird es ein gutes Rennen", sagte der Engländer. Dass er schneller war als der Wiesbadener, wollte der Weltmeister von 2008 nicht überbewerten. "Ich bin sicher, er hat noch ein bisschen Zeit in der Hinterhand", betonte der 29-Jährige mit Blick auf das heutige Qualifying (14 Uhr, RTL), in dem die Startplätze ermittelt werden.

Etwas in der Hinterhand zu haben, das würde sich auch Vettel wünschen. "Morgen kommen ein paar Dinge fürs Auto, die uns dabei helfen sollten", sagt Vettel. Seit sieben Rennen ist der Heppenheimer sieglos. Mehr noch: Beim Red-Bull-Team ist in Daniel Ricciardo ein Kollege unterwegs, der dem viermaligen Weltmeister derzeit den Rang abgelaufen hat.

Vettels Laune ist verständlicherweise nicht die beste. In Montreal vor zwei Wochen bezeichnete er sein Auto als "Gurke, mit der auf der Geraden nichts geht". Zu überlegen ist Mercedes, und nur wenn die Silberpfeile wie in Kanada technische Probleme haben, sind die anderen Autos siegfähig. Am Vormittag hatte Vettel dafür gesorgt, dass kräftig durchgeatmet werden konnte. Auf der Start- und Zielgeraden hatte er einen doppelten Dreher. Er konnte mit viel Geschick den Einschlag seines Rennwagens in die Streckenbegrenzung verhindern.

Dietrich Mateschitz hat Verständnis für Vettels Frust. "Bislang hatte er lediglich zwei Rennen ohne technische Defekte oder anderes Pech bestreiten können", sagte der Milliardär. Er hat die Formel 1 in seine Heimat zurückgeholt. Geschätzte 250 Millionen Euro hat er in den Umbau und die Modernisierung investiert. Eigentlich ist die Strecke nur für 40.000 Fans zugelassen. Am Wochenende dürfen jedoch 80.000 in Spielberg die Königsklasse verfolgen. Die Tickets waren innerhalb weniger Tage verkauft. Anwohner, die wegen Umweltverstößen und Lärmbelästigung angekündigt hatten, die Veranstaltung in der Steiermark verhindern zu wollen, hielten sich letztlich zurück.

Drei der aktuellen 22 Formel-1-Piloten waren 2003 beim bisher letzten Rennen in Spielberg dabei: Kimi Räikkönen, Fernando Alonso und Jenson Button. Der neue Kurs aber ist für alle wirklich Neuland. Vettel gefällt er. "Es ist eine kurze Strecke mit nur ein paar Kurven, aber sehr herausfordernd. Es gibt auch eine Menge Höhenunterschiede, das macht es interessant und sorgt für Fahrspaß", sagte Vettel.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schrecksekunde für Vettel bei freiem Training

(RP)
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