Formel 1: Sebastian Vettel hat geheiratet

Pech im Spiel, Glück in der Liebe : Ex-Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat geheiratet

Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel (31) hat geheiratet. Der Ferrari-Pilot habe eine standesamtliche Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Hanna im Familienkreis gefeiert, bestätigte eine Sprecherin.

Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder und lebt in der Schweiz. Die Hochzeit fand in den Tagen nach dem jüngsten Rennen in Kanada statt, bei dem Vettel den Sieg wegen einer umstrittenen Zeitstrafe verloren hatte.

Bei seinem ersten Auftritt im Fahrerlager am Donnerstag vor dem Grand Prix in Frankreich trug Vettel einen Ehering am linken Ringfinger. Weitere Angaben zur Hochzeit will Vettel nicht machen. Der gebürtige Heppenheimer gibt wie sein Vorbild Michael Schumacher nur höchst selten Auskunft über sein Privatleben.

Doch für Flitterwochen bleibt Vettel hat keine Zeit. Kurz nach seiner Hochzeit meldete sich der Ferrari-Pilot in Südfrankreich schon wieder zurück zum Formel-1-Dienst. Immerhin half die Eheschließung im kleinen Kreis dem 31-Jährigen offenbar auch, seine Wut über die höchst umstrittene Aberkennung seines jüngsten Kanada-Sieges zu verarbeiten. Doch der brisante Streitfall geht schon am Freitag in die nächste Runde.

Für 14.15 Uhr luden die Rennkommissare einen Vertreter von Ferrari zur Anhörung. Zwischen den beiden ersten Trainingseinheiten in Le Castellet solle der Rennstall seinen Antrag auf eine Neubewertung des Vorfalls begründen, teilte der Weltverband FIA am Donnerstag mit. „Wir wollen, dass sie die Akte wieder öffnen“, sagte Vettel, der neben einem grimmigen Bart auch erstmals einen Ehering am linken Ringfinger trug.

Weitere Auskünfte will Vettel nicht geben. Wortkarg äußerte er sich auch zu seinen Erwartungen für die Anhörung der Rennrichter. „Schauen wir mal, wie es ausgeht“, sagte Vettel. Ob Ferrari tatsächlich so schlagkräftige neue Beweise hat, dass die Sportrichter einer Revision zustimmen, erscheint ziemlich unwahrscheinlich.

So oder so: Die Folgen seines Fahrfehlers in Kanada, als der führende Vettel übers Gras rumpelte und dann Verfolger Hamilton nah an eine Mauer drängte, überschatten auch das Frankreich-Wochenende. Er sei immer noch der gleichen Meinung wie in den Minuten nach dem Urteilsspruch, versicherte der Heppenheimer. „Ich habe es nicht verstanden. Und als sie es mir erklärten, habe ich es immer noch nicht verstanden“, sagte Vettel.

Die gewohnt überfüllte Ferrari-Medienrunde drehte sich fast komplett um das Kanada-Thema, auch wenn der viermalige Weltmeister wenig Lust darauf verspürte. Auch der Zuspruch vieler Kollegen und ehemaliger Champions wie Jenson Button oder Damon Hill helfe ihm im Ergebnis nur wenig, stellte Vettel fest. „Aber es ist einfacher zu schlucken, wenn man in seiner Meinung unterstützt wird“, fügte er hinzu.

Über Konsequenzen aus der Affäre ist sich das Fahrerlager ziemlich einig. „Wir müssen uns das Regelbuch anschauen. Ich bin kein großer Fan von Strafen“, sagte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen, der in der Vergangenheit einen Ruf als Pistenrüpel hatte. Veteran Kimi Räikkönen kritisierte: „Sie sagen uns vorher, wir dürfen freier fahren, und dann passiert sowas und es gibt eine Strafe.“ Auch Vettel-Landsmann Nico Hülkenberg sah den Kanada-Vorfall als normales Rennereignis und wünschte sich eine einheitlich großzügigere Linie der Stewards.

Ähnlich sieht es die Hauptperson selbst. „Lasst uns Rennen fahren, gebt uns Raum“, appellierte Vettel an die Rennkommissare und die Regelhüter. Das enge Regelkorsett und die teils kleinlichen Eingriffe der Streckenrichter rauben ihm den Spaß, wie er schon jüngst in Kanada einräumte.

Hinzu kommt die sportliche Schwäche von Ferrari. Die technischen Defizite werden beim achten Saisonlauf wohl auch durch einen neuen Frontflügel nicht behoben. „Was wir mitbringen werden, wird nicht die Lösung für unsere Probleme sein“, räumte Teamchef Mattia Binotto ein.

Alle sieben Rennen des Jahres hat Mercedes bisher gewonnen. Wenig deutet darauf hin, dass sich das am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) ändern könnte. Schon 62 Punkte Vorsprung hat Titelverteidiger Hamilton vor dem WM-Dritten Vettel. Auch deshalb darf sich der 34 Jahre alte Brite ein paar Extratouren erlauben und konnte am Donnerstag allen Debatten in Le Castellet aus dem Wege gehen.

Mit Erlaubnis von Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ sich Hamilton von seinen Medienpflichten entbinden und reiste zu einer Gedenkfeier für den im Februar gestorbenen Mode-Zar Karl Lagerfeld nach Paris. Zeit blieb auch für einen Abstecher zur Pariser Fashion Week und ein paar Werbebildchen für seine neue Sonnenbrillen-Kollektion. Vielleicht fand sich ja dabei auch ein nachträgliches Hochzeitsgeschenk für Dauerrivale Vettel.

(pabie/dpa)
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