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Formel 1: Rennveranstalter planen Start mit Silverstone und Spielberg im Doppelpack

Silverstone und Spielberg im Doppelpack? : Rennveranstalter planen Formel-1-Start Anfang Juli

Die Planungen für den verspäteten Saisonstart in der Formel 1 laufen. Silverstone und Spielberg könnten mit Doppel-Rennen einspringen.

Ein doppeltes Heimspiel für Weltmeister Lewis Hamilton, zum Start zwei Chancen auf Heimsiege für die Red Bulls um Max Verstappen: In den Planungen für den verspäteten Saisonstart in die Formel 1 zeigen sich Veranstalter der Rennen erfinderisch. Im englischen Silverstone und im österreichischen Spielberg könnten im Sommer gleich zwei Grand Prix gefahren werden - wenn auch unter strikten Sicherheitsauflagen.

"Es sieht jetzt sehr gut aus, dass wir beide Rennen veranstalten können. Wir sind bereit", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, der als Vermittler für die Formel 1 Gespräche mit den verantwortlichen Stellen in Österreich führt, bei Sport1. Am 5. Juli, dem ursprünglichen Termin für das Rennen, sollen demnach Sebastian Vettel und Co. erstmals im Jahr 2020 um WM-Punkte fahren. Innerhalb einer Woche soll in der Steiermark dann auch das nächste Rennen starten.

Von Normalität in der Coronakrise kann dabei aber längst keine Rede sein. Geisterrennen in der Motorsport-Königsklasse sind unausweichlich. Die Tribünen in Spielberg bleiben leer, auch VIP-Gäste erhalten keinen Zugang zum Nobel-Zirkus Formel 1 - das Rennen wird zu einem reinen TV-Event. "Es wird auch strenge Vorgaben innerhalb des Fahrerlagers und der Rennstrecke geben: Mindestabstand muss eingehalten werden, das Tragen von Atemschutzmasken ist Pflicht", sagte Marko.

Die Grundvoraussetzung für einen Start in Österreich ist die Sicherheit der Mitarbeiter vor Ort, aber auch der Anwohner in den umliegenden Gemeinden. Im ORF-Interview sprach Marko von möglichen Tests für alle Personen an der Strecke, der Tross solle dabei möglichst klein gehalten werden, auch Charterflieger in die Nähe der Strecke seien eine Option.

Die Hoffnungen der Formel-1-Macher sind nicht ganz unberechtigt. Österreich hatte in der vergangenen Woche als eines der ersten europäischen Länder seine Beschränkungen im Zuge der Coronakrise gelockert. Die österreichische Regierung hatte zudem signalisiert, einem möglichen Spielberg-Grand-Prix ohne Zuschauer "zumindest nicht im Wege stehen" zu wollen.

Die Sehnsucht der Fahrer ist groß, die ersten neun Rennen in der Königsklasse des Motorsports waren abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verlegt worden. "Die letzte Woche hat es angefangen zu kribbeln und zu jucken", sagte Ferrari-Star Vettel zuletzt: "Es fehlt das Fahren, das Gefühl, dass etwas passiert."

Mehr als gewöhnlich könnte nach einem Start in Österreich auch in Großbritannien passieren. Stuart Pringle, der Silverstone-Geschäftsführer, sagte dem Guardian, es hätten bereits Gespräche mit der Führung der Rennserie über einen Doppel-Grand-Prix auf der Insel stattgefunden.

"Wir haben alle Arten der Umsetzung diskutiert, einschließlich der Ausrichtung von zwei Rennen an einem Wochenende und zwei Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden", sagte Pringle: "Ich habe volles Vertrauen in unsere Fähigkeit, diese Veranstaltungen durchzuführen. Wir haben viel Erfahrung, viel Wissen, das können wir definitiv abrufen." Der britische Grand Prix soll laut bisheriger Planungen am 19. Juli stattfinden.

(ako/sid)