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Formel 1: Nico Hülkenberg weiter auf Cockpit-Suche

Formel-1-Pilot auf Cockpit-Suche : Hülkenberg gehen die Optionen aus

Nico Hülkenberg muss um seine Zukunft in der Formel 1 bangen. Der Wechsel des Emmerichers zu Haas zerschlug sich, dem Deutschen gehen die Optionen aus.

Renault will ihn nicht mehr, der Wechsel zu Haas hat sich zerschlagen, nun muss Nico Hülkenberg hoffen: Der Emmericher hat nur noch wenige Optionen auf ein Cockpit in der Formel-1-Saison 2020. Seit Donnerstag zeichnet sich immer mehr ab, dass in der einstigen "Formel Deutsch" bald nur noch Sebastian Vettel hinter dem Lenkrad sitzen könnte.

Der Haas-Rennstall gab am Rande des Großen Preises von Singapur (Sonntag, 14.10 Uhr MESZ/RTL und Sky) bekannt, auch 2020 auf die Fahrerpaarung Kevin Magnussen/Romain Grosjean zu setzen. "Erfahrung" sei ein wichtiger Faktor im Entscheidungsprozess gewesen, ließ das Team verlauten und wies auf die "solide Basis für weiteres Wachstum" hin, die der Däne Magnussen und der Franzose Grosjean in den vergangenen Jahren gelegt hätten.

Zuletzt war Hülkenberg als heißer Kandidat bei dem US-Rennstall gehandelt worden, Teamchef Günther Steiner sprach in der Vorwoche von einer "Entscheidung zwischen Nico und Romain" und lobte den Deutschen als "sehr guten Fahrer und sehr guten Typen". Viel offensiver kann man öffentlich kaum um einen Piloten werben - zumal Steiner in den vergangenen Monaten Grosjean ein ums andere Mal anzählte.

Allerdings wies der Südtiroler mit Blick auf Hülkenberg auch immer wieder darauf hin, dass das "wirtschaftliche Paket" stimmen müsse. Haas verlor vor dem Singapur-Rennen seinen Titelsponsor. Und: Das US-Team steckt im breiten Mittelfeld der Formel 1 fest. Für vordere Plätze kommen bei normalem Verlauf nur Mercedes, Ferrari und Red Bull infrage.

Lediglich bei Red Bull könnte sich noch eine Chance für den in der Branche geschätzten Hülkenberg auf ein Top-Cockpit auftun. Der Thailänder Alexander Albon ist an der Seite von Spitzenfahrer Max Verstappen noch nicht für 2020 bestätigt, allerdings wusste der 23-Jährige seit seiner Beförderung von Toro Rosso in den Premium-Bullenstall zu überzeugen.

Toro Rosso hat noch keinen Fahrer für das kommende Jahr benannt, jedoch versteht sich das Team seit jeher als Talentschuppen. Hülkenberg mit seinen 32 Jahren und 170 Formel-1-Rennen seit 2010 (für Williams, Force India, Sauber und Renault) fällt gewiss nicht in diese Kategorie.

Blieben noch das Sauber-Nachfolgerteam Alfa Romeo und Williams, wo Antonio Giovinazzi beziehungsweise Robert Kubica noch um ihre Weiterbeschäftigung zittern. Alfa Romeo bewegt sich sportlich auf einem ähnlichen Level wie Haas, Williams ist der abgeschlagene Hinterbänkler der Formel 1.

Hülkenberg, der bei Renault nach drei Jahren aussortiert wird, erklärte am Montag bei RTL und n-tv: "Wenn ich möchte, kriege ich einen Rennsitz." Eine Aussage, die auch die Deutung zulässt, dass Hülkenberg vielleicht nicht jedes Angebot annehmen wollte.

So oder so droht die einstige "Formel Deutsch" weiter auszudünnen. Fuhren 2011 in der Spitze noch sieben deutsche Piloten um Rekordweltmeister Michael Schumacher und auch Hülkenberg in der Formel 1, hat nach derzeitigem Stand für das kommende Jahr nur Ferrari-Pilot Sebastian Vettel einen Vertrag in der Tasche.

Hinweis für die Redaktionen: Nach Nico Hülkenbergs Medienrunde in Singapur (16.05 Uhr MESZ) senden wir bis 17.30 Uhr eine Neufassung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Nico Hülkenberg

(dpa/old)