Formel 1: Lewis Hamilton holt erste Poleposition - Sebastian Vettel Dritter

Großer Preis von Australien: Hamilton holt erste Pole der Saison - Vettel Dritter

Über sechs Zehntelsekunden Vorsprung: Lewis Hamilton hat seine Konkurrenten in der Australien-Quali demontiert. Sebastian Vettel kommt nur auf Platz drei. Der eigene Teamkollege ist auch noch schneller.

Sebastian Vettel hat das erste Duell mit Titelverteidiger Lewis Hamilton klar verloren und beim Saisonauftakt der Formel 1 sogar die erste Startreihe verpasst. Der viermalige Weltmeister aus Heppenheim musste sich am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Australien mit dem dritten Platz zufrieden geben. Vettel war auch noch langsamer als sein Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen.

Vettel kann sich zwar damit trösten, dass nur zweimal in den vergangenen acht Jahren der Fahrer von der Pole aus auch das Rennen im Albert Park von Melbourne gewonnen hat. Der Vorsprung von Hamilton dürfte den Verantwortlichen der Scuderia und dem beiden Fahrern aber Sorgen mit Blick auf den WM-Kampf bereiten: Räikkönen lag 0,664 Sekunden zurück, Vettel 0,674 Sekunden.

"Ich bin so happy mit der Runde", betonte der britische Polesetter. Er startet an diesem Sonntag (07.10 Uhr MESZ/RTL) zum siebten Mal vom ersten Startplatz in Australien. Mit einem breiten Grinsen quittierte er das noch im Start- und Zielbereich, ehe er für die Fotografen die beiden Kontrahenten in Rot generös die Arme nahm. "Ich bin überrascht über den Abstand zu Ferrari", sagte er.

Einziger Negativpunkt eines prächtigen Starts für den deutschen Werksrennstall: Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas baute kurz nach Beginn des dritten Zeitabschnitts einen heftigen Unfall und demolierte seinen Silberpfeil.

Die Chance nutzten die beiden Ferraris. Vettel wirkte auch nicht zerknirscht oder unzufrieden. Der 30 Jahre alte Vorjahressieger aus Heppenheim setzt auf die Renndistanz. "Wir haben bei den Longruns gesehen, dass es eng ist", meinte Vettel: "Ich bin happy für das Team, ein gutes Ergebnis."

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Hinter den beiden Ferrari-Fahrern reihten sich Max Verstappen und Daniel Ricciardo von Red Bull ein. Ricciardo, der australische Lokalmatador, wird aber wegen eines Tempoverstoßes im Training drei Plätze strafversetzt. Damit rücken die beiden Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean auf die Startpositionen fünf und sechs vor. Auch Nico Hülkenberg profitiert noch von der Strafe gegen Ricciardo: Er kletterte im Renault auf die siebte Position.

Platz eins war einem vorbehalten, der am Freitag im Training schon das Tempo vorgegeben hatte. Der Regen, der vorhergesagt war, blieb in der K.o.-Ausscheidung am Samstag aus und so konnten die letzten zwölf Minuten zum packenden Showdown werden: Zunächst der Abflug von Bottas. Er verlor die Kontrolle über seinen Wagen in Kurve zwei, kam von der Strecke ab und krachte in die Reifenstapel. Mit einer ziemlich zerstörten rechten Seite kam der W09 des 28 Jahre alten Finnen mitten auf dem Asphalt wieder zum Stehen. Das Qualifying musste rund zehn Minuten unterbrochen werden. Bottas war nichts passiert.

Danach ging es weiter. Und es ging richtig los. Hamilton fuhr die schnellste Runde. Vettel lag 34 Tausendstelsekunden zurück, Verstappen 61 Tausendstelsekunden. Da war es noch knapp, richtig knapp. Dann aber packte Hamilton seine berühmte "Hammertime" aus: Pole Nummer 73 für den Briten. "Es war unglaublich zu sehen, wie er die Runde rausgehauen hat. Das war Perfektion", sagte Hamiltons ehemaliger Teamkollege Nico Rosberg als Experte für den TV-Sender RTL.

Großer Preis von Australien in Melbourne, Qualifying:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 1:21,164 Minuten
2. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:21,828
3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:21,838
4. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull 1:21,879
5. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas 1:23,187
6. Romain Grosjean (Frankreich) Haas 1:23,339
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Renault 1:23,532
8. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:22,152 (drei Startplätze zurück wegen zu hoher Geschwindigkeit unter roter Flagge)
9. Carlos Sainz junior (Spanien) Renault 1:23,577
10. Fernando Alonso (Spanien) McLaren 1:23,692
11. Stoffel Vandoorne (Belgien) McLaren 1:23,853
12. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:24,005
13. Lance Stroll (Kanada) Williams 1:24,230
14. Esteban Ocon (Frankreich) Force India 1:24,786
15. Valtteri Bottas (Finnland) Mercedes ohne Zeit in Q3 (fünf Startplätze zurück wegen Getriebewechsels)
16. Brendon Hartley (Neuseeland) Toro Rosso 1:24,532
17. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber 1:24,556
18. Charles Leclerc (Monaco) Sauber 1:24,636
19. Sergej Sirotkin (Russland) Williams 1:24,922
20. Pierre Gasly (Frankreich) Toro Rosso 1:25,29

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(dpa)