Formel 1 Warum dieser Fahrer der perfekte Hamilton-Nachfolger wäre

Düsseldorf · Lewis Hamilton wird Mercedes am Saisonende nach elf Jahren verlassen. Der siebenfache Weltmeister geht zu Ferrari. Doch wer wird sein Nachfolger? Über diesen Piloten sollte Teamchef Toto Wolff ernsthaft nachdenken.

Formel 1 2024: Von diesen Fahrern laufen Verträge aus
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Von diesen Formel-1-Fahrern laufen die Verträge aus

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Foto: dpa/Hasan Bratic

Eigentlich klang es wie die fünfte Saison des Managerspiels. Lewis Hamilton verlässt Mercedes nach elf Jahren und geht zu Ferrari. „Jaja, als ob“, werden sich viele gedacht haben, als die ersten Gerüchte aufkamen. Im ersten Moment wohl auch Toto Wolff. Doch dieser muss nun tatsächlich einen Nachfolger für den achtfachen Weltmeister suchen. Und der vielleicht beste Kandidat steht aktuell in der Öffentlichkeit noch gar nicht zur Debatte: Nico Hülkenberg. Und das auch gar nicht wegen der klassischen Deutschland-Karte, dass ein deutscher Fahrer für ein deutsches Team fahren muss.

Die Qualitäten des Emmerichers werden im Paddock geschätzt. Spätestens seit seinen sensationellen Auftritten bei Racing Point, später Aston Martin, als Ersatzfahrer. Hülkenberg ist einer der besten Fahrer in der Qualifikation. Dies bewies er auch wieder beim ersten Rennen der Saison 2024 in Bahrain, als er den eigentlich unterlegenen Haas wieder einmal in die Top zehn führte. Immer wieder qualifizierte er sich mit seinem Haas - dem schlechtesten Auto der Team-WM - in der vergangenen Saison sogar vor Sergio Perez im überlegen Red Bull. Was aber, ehrlicherweise, nicht nur an Hülkenbergs Qualitäten lag. Hinzu werden ihm Fähigkeiten nachgesagt, ein Auto durch sein Feedback entwickeln zu können. Etwas, das Mercedes gerade sucht, um wieder nach vorne kommen zu können.

Formel 1: Das ist Nico Hülkenberg
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Das ist Nico Hülkenberg

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Foto: dpa, RR

Die fahrerischen Fähigkeiten sind also da. Gleichzeitig gilt er aber auch als umgänglicher Teamkollege. Noch nie gab es zwischen ihm und einem Stallpartner Querelen, geschweige denn Unfälle aufgrund von egoistischem Ehrgeiz. Was nicht zwingend für jeden Fahrer aus dem bisherigen Kandidatenkreis gilt. Esteban Ocon zum Beispiel ist bereits mit Perez (bei Force India), Fernando Alonso und Pierre Gasly aneinandergeraten. Alonso äußerte sich nach seinem Weggang von Alpine sogar erleichtert darüber, einen neuen Fahrer an seine Seite zu bekommen.

Im Gegensatz dazu wäre ein Hülkenberg gerade zu dankbar, endlich eine Chance in einem Top-Auto zu bekommen, indem er sein langersehntes, erstes Podium einfahren könnte. Sollte der Mercedes in den nächsten Jahren also wieder titelfähig werden, würde Hülkenberg auch im Zweifel für seinen Teamkollegen George Russell fahren.

Als Favorit aufs Cockpit bei den Silberpfeilen gilt jedoch derzeit Kimi Andrea Antonelli. Der 17-jährige Italiener hat diverse Nachwuchsklassen bereits gewonnen und gilt als größtes Motorsport-Talent seit Max Verstappen. Die nötigen Punkte für die Superlizenz hat er aufgrund seiner Erfolge im Kartsport und den Formel-4-Serien bereits. Er hat die Formel 3 schon übersprungen und geht in diesem Jahr in der Formel 2 an den Start. Allerdings zum Debüt nur mit mäßigem Erfolg.

Nach einer verpatzten Qualifikation (Platz 17) blieb er im Sprint ohne Punkte und kam im Rennen, auch aufgrund von Ausfällen auf Rang zehn und nahm einen Punkt mit. Bei insgesamt 14 Rennwochenenden in der Formel 2 ist es natürlich zu früh, zu prognostizieren, dass er noch nicht so weit ist. Erste Zweifel können aber durchaus aufkommen. Zumindest für einen Platz im Mercedes. Eine Leihe zu einem anderen Team, wie einst bei Russell, der zunächst zu Williams ging, könnte aber durchaus eine Option für das Motorsport-Juwel sein. Und auch Max Verstappen hat erst bei Toro Rosso begonnen, bevor er zu Red Bull wechselte. Ein Übergangsfahrer könnte dann für Mercedes perfekt sein. Wie eben der 36-jährige Nico Hülkenberg. Zumal Mercedes mit dieser Anstellung auch Sympathiewerte schaffen könnte.

Apropos Verstappen: Der Niederländer könnte selbst Hamilton bei Mercedes beerben. Max‘ Vater Jos Verstappen hatte in der niederländischen Presse bereits mit einem Abgang kokettiert, sollte Christian Horner Teamchef bei Red Bull bleiben. Dem Ehemann des früheren Spice Girls Geri Halliwell (jetzt Horner) wird unangemessenes Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin vorgeworfen. Vergangenen Mittwoch wurde er bei Red-Bull-internen Untersuchungen freigesprochen, einen Tag später wurden jedoch pikante Chatverläufe veröffentlicht, deren Echtheit aber nicht zu überprüfen ist. Verstappen senior und Mercedes-Teamchef Toto Wolff wurden in Bahrain bereits zusammen gesichtet. Das Verhältnis zwischen der Verstappen-Seite und Horner gilt ohnehin als schwierig. Aber ob Max Verstappen wirklich das dominierende Team, mit dem er gerade von Rekord zu Rekordjagd verlässt?

Aktuell scheint auf dem wildesten Fahrer-Transfermarkt aller Zeiten alles möglich. Wie in der fünften Saison eines Managerspiels.

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