Formel 1 in Spanien: Sebastian Vettel verpasst Bestzeit im ersten Training

Großer Preis von Spanien : Mercedes dominiert im Training - Vettel nur Vierter

Mercedes setzt auch im Formel-1-Training von Spanien seine Dominanz fort. Valtteri Bottas und Lewis Hamilton sind erneut schneller als ihre Ferrari-Rivalen. Sebastian Vettels Scuderia hilft anscheinend nicht einmal ein runderneuertes Auto.

Die Formel-1-Herrscher von Mercedes geben auch beim Europa-Auftakt das Tempo vor und haben Sebastian Vettels Hoffnungen in den neuen Ferrari-Motor vorerst enttäuscht. WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas setzte am Freitag im Training von Barcelona die Tagesbestzeit, knapp dahinter folgte Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil. Vettel musste sich hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc mit Rang vier begnügen. Fast vier Zehntelsekunden betrug sein Rückstand auf Bottas. Der Scuderia droht in Spanien damit der nächste Nackenschlag im Titelrennen.

Mercedes könnte indes in Barcelona seinen bemerkenswerten Startrekord ausbauen. In den ersten vier Saisonläufen belegten die Silberpfeile jeweils die Plätze eins und zwei, Bottas und Hamilton gewannen je zwei Rennen. Mit 87 Punkten führt Bottas einen Zähler vor dem britischen Champion die Gesamtwertung an. „Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, sieht es aus, als würden wir als Team dominieren. Aber vom Tempo her ist es kein großer Unterschied zwischen uns und Ferrari“, warnte der Finne vor dem Gastspiel in Spanien am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky).

Im Training aber bewiesen die Silberpfeile erneut, dass ihnen auch in diesem Jahr wohl nur schwer beizukommen ist. Bottas ließ sich auch von einem Hydraulikproblem nicht beirren und war in beiden Einheiten der Schnellste. Hamilton kam zwar erst am Nachmittag richtig auf Touren, hatte dann aber nur 0,049 Sekunden Abstand zu Bottas.

Für Ferrari sind das keine guten Nachrichten. Eigentlich wollte die Scuderia mit einem umfassend erneuerten Auto die Lücke zu Mercedes schließen. Ein Sieg auf dem Circuit de Catalunya soll das Signal zur Aufholjagd sein. „Wir können nicht zufrieden sein mit dem Start der Saison. Wenn man unser Potenzial sieht, dann haben wir zu wenig Punkte geholt“, stellte Teamchef Mattia Binotto fest. „Aber es ist noch kein Drama“, fügte der 49-Jährige hinzu.

Doch was ist, wenn auch Barcelona keine neue Hoffnung bringt? Die Strecke gilt als Referenzpunkt für die Formel 1. Wer hier schnell ist, der hat auch auf den meisten anderen Kursen beste Aussichten. Ein weiterer Mercedes-Sieg wäre ein dunkles Omen für den Rest der Titeljäger. Wie schon von 2014 bis 2016 könnte es auch in diesem Jahr zumeist nur um die Frage gehen, welcher der beiden Silberpfeile das Rennen gewinnt.

Damals zerbrach bei diesem Dauer-Zweikampf die Freundschaft zwischen Hamilton und Teamgefährte Nico Rosberg, der schließlich 2016 nach seinem Titelgewinn ausgelaugt zurücktrat. Mit Rosbergs Nachfolger Bottas soll es eine derartige Eskalation nicht geben. „Wir haben die beste Partnerschaft im Sinne des Respekts und wie wir jedes Wochenende abliefern, die je ein Team hatte“, versicherte Hamilton. Die Feuerprobe dafür steht allerdings noch aus.

Formel 1, Großer Preis von Spanien, Kombination aus 1. und 2. freien Training:
1. Valtteri Bottas (Finnland) Mercedes 1:17,284 Minuten
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) Mercedes 1:17,333
3. Charles Leclerc (Monaco) Ferrari 1:17,585
4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:17,673
5. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull Honda 1:18,035
6. Romain Grosjean (Frankreich) Haas Ferrari 1:18,153
7. Pierre Gasly (Frankreich) Red Bull Honda 1:18,238
8. Kevin Magnussen (Dänemark) Haas Ferrari 1:18,355
9. Carlos Sainz jr. (Spanien) McLaren Renault 1:18,658
10. Daniil Kwjat (Russland) Toro Rosso Honda 1:18,722
11. Kimi Räikkönen (Finnland) Alfa Romeo Ferrari 1:18,727
12. Alexander Albon (Thailand) Toro Rosso Honda 1:18,779
13. Lance Stroll (Kanada) Racing Point Mercedes 1:18,839
14. Nico Hülkenberg (Emmerich) Renault 1:18,861
15. Daniel Ricciardo (Australien) Renault 1:18,934
16. Lando Norris (Großbritannien) McLaren Renault 1:19,041
17. Antonio Giovinazzi (Italien) Alfa Romeo Ferrari 1:19,427
18. Sergio Perez (Mexiko) Racing Point Mercedes 1:19,448
19. George Russell (Großbritannien) Williams Mercedes 1:20,191
20. Robert Kubica (Polen) Williams Mercedes 1:20,781

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(lt/dpa)