Formel 1: Großer Preis der USA - Hamilton kann Titel perfekt machen

Großer Preis der USA : Hamilton denkt noch nicht an eine Titelparty

Lewis Hamilton ist im Duell mit Sebastian Vettel der fünfte WM-Titel kaum noch zu nehmen, schon am Sonntag in den USA kann sich der Mercedes-Fahrer erneut zum PS-König krönen. Doch von einer vorgezogenen Party will der Brite noch nichts wissen.

Lewis Hamilton cruiste ganz entspannt mit einem schicken Sportwagen durch Beverly Hills, spielte unter der kalifornischen Sonne mit Hündchen Roscoe und genoss dann auch noch wie ein Tourist den Blick auf die Skyline von New York. Der alte und wohl auch neue Formel-1-Weltmeister ließ es vor seiner nächsten möglichen Titelparty locker angehen. Doch sein Rivale Sebastian Vettel braucht gar nicht erst darauf zu hoffen, dass Hamilton seinen Biss verloren hat.

Er werde "nicht nachlassen", sagte Hamilton vor dem Großen Preis der USA (Sonntag, 20.10 Uhr MESZ/RTL). In Austin könnte sich der 33-Jährige bereits zum fünften Mal zum Weltmeister krönen, doch davon will er offiziell nichts wissen. "Es sind noch 100 Punkte zu vergeben. Ich weiß, dass wir genauso weitermachen werden wie bisher. Und zwar bis zur letzten karierten Flagge. Das ist unser Ziel. Ich weiß aus Erfahrung, dass viel passieren kann."

Damit spielte Hamilton auf das Jahr 2007 an, als er den Titel in den letzten beiden Rennen noch an Kimi Räikkönen verloren hatte. Doch damals war Hamilton ein blutjunger Rookie, derzeit fährt er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Während Vettel unter Druck zuletzt zu Patzern neigte, fährt Hamilton unbeeindruckt am Limit. "Lewis hat mit sechs Siegen aus den letzten sieben Rennen bewiesen, welche Extraklasse er besitzt", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über seinen Starpiloten: "Er ist sowohl auf der Strecke als auch abseits davon ein kompletterer Fahrer denn je zuvor."

Aus den letzten sieben Rennen schnappte sich Hamilton unglaubliche 168 von 175 möglichen Punkten, einen Acht-Punkte-Rückstand nach seinem Heimrennen in Silverstone verwandelte der Champ in einen Vorsprung von 67 Zählern. Holt er in Texas acht Punkte mehr als Vettel, zieht Hamilton mit dem legendären Juan Manuel Fangio gleich. Dann hätte nur noch Rekordweltmeister Michael Schumacher (7) mehr Titel-Trophäen im Schrank. Doch brav und pflichtbewusst will er von einer Entscheidung nichts wissen. Er werde weiter "einen Schritt nach dem anderen" machen, sagte Hamilton. Rechenspiele interessieren ihn nicht, er wolle einfach weiter "abliefern".

Dabei weiß Hamilton nur zu gut, dass er in Austin kaum zu schlagen ist. Seit 2014 hat er hier auf dem Circuit of the Americas immer gewonnen, fünf Siege in Serie bei dem gleichen Grand Prix hat bisher nur sein großes Idol Ayrton Senna geschafft - der Brasilianer gewann in Monaco von 1989 bis 1993. "Austin ist normalerweise ein gutes Pflaster für uns", sagte er, natürlich eine ziemliche Untertreibung. "Ich kann es kaum erwarten, dieses Biest dort zu entfesseln", sagte Hamilton über seinen Silberpfeil.

Es ist also alles angerichtet für eine große Titelsause. Doch so weit denkt Hamilton vor der möglichen Entscheidung im WM-Duell mit Vettel natürlich offiziell nicht.

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(sid/sef)