Formel 1: Ferrari und Red Bull verbindet gemeinsame Mission

Fromel 1 : Ferrari und Red Bull verbindet gemeinsame Mission

Wackelt Mercedes jetzt? Ferrari und Red Bull verbindet plötzlich eine gemeinsame Mission - Sebastian Vettels aktuelles und sein früheres Team wollen die Silberpfeile unter Druck setzen und in Fehler treiben.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Wenn Sebastian Vettel diesem Prinzip folgt, dann müsste er gerade ziemlich gut mit seinem Ex-Team Red Bull auskommen. Denn gemeinsam mit dem Brause-Rennstall will der Ferrari-Star in den kommenden Monaten den Branchenführer Mercedes jagen - der zuletzt schon in Hockenheim so sehr wackelte.

"Wir müssen es denen jetzt so schwer wie möglich machen", sagt Vettel mit Blick auf die Silberpfeile. Denn unter Druck passieren Fehler, unter Druck werden falsche Entscheidungen getroffen: "Es kommt jetzt auf uns beide an, auf Ferrari und auf Red Bull."

Am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) beim Großen Preis von Ungarn, dem letzten Rennen vor der Sommerpause, bietet sich die nächste Chance zur Attacke. Und die Hoffnung, dass die Siegerliste in der zweiten Saisonhälfte etwas bunter wird, gründet nicht nur auf dem schwachen Auftritt von Mercedes und Weltmeister Lewis Hamilton am vergangenen Wochenende in Hockenheim.

Die Konkurrenz ist näher herangerückt an die Silberpfeile, das ist die Erkenntnis aus den vergangenen drei Rennen. Das gilt zum einen für Ferrari. In Spielberg Ende Juni und nun in Hockenheim warfen technische Probleme Vettel jeweils schon im Qualifying weit zurück, Chancen auf den Rennsieg hatte die Scuderia aber sowohl in Österreich als auch in Deutschland.

Ferrari arbeitet seit Monaten hart an einer Lösung, um den im Vergleich zu Mercedes fehlenden Abtrieb ans Auto zu bekommen. Die grundlegend unterschiedlichen Designs des roten und des silbernen Boliden sind schließlich der Grund für die bisherige Mercedes-Überlegenheit: Hamiltons Auto generiert deutlich mehr Anpressdruck und kommt daher auch deutlich schneller durch die Kurven.

Hockenheim machte nun aber Hoffnung: Im letzten Streckenabschnitt, dem engen, kurvigen Motodrom, verlor Ferrari weniger Zeit auf Mercedes als erwartet. Das könnte ein gutes Zeichen sein für den sehr kurvenlastigen Hungaroring. Funktioniert der SF90 nun nicht mehr nur auf Hochgeschwindigkeitskursen? "Dieses Rennen kann uns darin bestätigen, dass unser Auto sich auf den verschiedenen Streckentypen verbessert hat", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: "Ich denke, wir können uns auf unsere jüngsten Updates verlassen."

Noch mehr als Ferrari befindet sich allerdings Red Bull im Aufwind. Das hat viel mit Max Verstappen zu tun, der Niederländer gewann zwei der vergangenen drei Rennen - und steht hinter Hamilton (225 Punkte) und dessen Teamkollegen Valtteri Bottas (184) auf dem dritten Rang (162) der WM-Wertung, vor Vettel (141).

"Max ist gerade in der Form seines Lebens und in dieser Phase wohl der formstärkste Pilot im Fahrerfeld", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Aber auch am Auto habe der frühere Weltmeister-Rennstall eben "einiges Potenzial erschlossen. Es war ein ordentliches erstes Halbjahr für uns. Aber mit dem Schwung, den wir gerade aufnehmen, erwarte ich uns noch stärker in der zweiten Hälfte."

Schon in Ungarn kann Red Bull das beweisen. Und im Bunde mit Ferrari für eine spannendere Formel 1 sorgen.

SID wt cp

(sid/old)
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