Formel 1: Daniel Ricciardo verlässt Red Bull

Überraschung in der Formel 1: Daniel Ricciardo verlässt Red Bull

Der Australier Daniel Ricciardo verlässt überraschend das Formel-1-Team Red Bull nach dieser Saison. Das teilte der frühere Rennstall von Sebastian Vettel am Freitag mit.

An der Seite von Nico Hülkenberg will Daniel Ricciardo seinem Ziel vom Titel in der Formel-1-Weltmeisterschaft näher kommen. Der 29 Jahre alte Australier hat sich überaschend zu einem Abschied von Red Bull entschlossen und wird von 2019 an für das Formel-1-Team Renault des Deutschen fahren. Diesen spektakulären Wechsel gaben beide Teams am Freitag bekannt.

„Das war wahrscheinlich die schwierigste Entscheidung, die ich in meiner Karriere bisher treffen musste“, sagte Ricciardo. „Ich bin von ihren Fortschritten in nur zwei Jahren beeindruckt gewesen. Ich weiß: Immer, wenn Renault in diesem Sport engagiert war, haben sie schließlich auch gewonnen.“

Der frühere Teamkollege von Sebastian Vettel verlässt nach fünf Jahren Red Bull und will mit dem französischen Werksteam seine WM-Chancen verbessern. Er erhielt einen Zweijahresvertrag; von 2021 an gilt in der Formel 1 ein neues Motorenreglement.

„Wir akzeptieren Daniels Entscheidung vollkommen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner zum bislang spektakulärsten Fahrerwechsel für die kommende Saison.

Der Wechsel Ricciardos zu Renault verblüfft auf den ersten Blick. Denn die Franzosen sind in der Konstrukteurswertung mit ganz weitem Abstand hinter Red Bull nur Vierter. Doch Renault, das Ende 2015 Lotus übernommen hatte, verfügt über viele Ressourcen und kann mit einem Topfahrer wie Ricciardo nun seine WM-Ambitionen untermauern. Red Bull trennt sich Ende dieser Saison im Streit von den Franzosen als Motorenlieferant und hofft ab 2019 auf stärkere sowie zuverlässigere Aggregate von Honda.

Ricciardo hatte in dieser Woche bei den Tests in Ungarn schon angekündigt, dass es bald Neuigkeiten zu seiner Zukunft geben wird. „Bis Spa ist es auf jeden Fall durch“, sagte der siebenmalige Grand-Prix-Sieger mit Blick auf das nächste Rennen nach der Sommerpause am 26. August.

Ricciardo würde bei Renault den Platz von Carlos Sainz jr. bekommen, der von Red Bull an Renault nur ausgeliehen ist. Der Spanier wiederum könnte den Mann aus Perth 2019 direkt ersetzen und wie schon bei Toro Rosso künftig an der Seite von Max Verstappen fahren. „Wir werden jetzt weiter die zahlreichen verfügbaren Optionen bewerten, bevor wir uns entscheiden, wer neben Max Verstappen 2019 fahren wird“, sagte Horner.

Ricciardo war auf dem Formel-1-Fahrermarkt heiß begehrt, da sein Vertrag nur noch bis zum Ende dieser Saison gültig ist. Allerdings waren dem Australier, der 2008 ins Red-Bull-Juniorprogramm eingestiegen war, die attraktivsten Optionen weggebrochen. Mercedes setzt auch 2019 auf Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, Ferrari vertraut Sebastian Vettel. Die Scuderia muss sich dem Vernehmen nach entscheiden, ob sie noch Kimi Räikkönen fahren lassen will oder Charles Leclerc von Sauber holt.

Ricciardo muss sich bei Renault nun wieder mit einem deutschen Stallrivalen messen. 2014 hatte der Australier in seiner Red-Bull-Premierensaison den viermaligen Weltmeister Vettel ein ums andere Mal in den Schatten gestellt. Bei Renault muss sich Ricciardo, der 2011 sein Fahrerdebüt in der Formel 1 für HRT gegeben hatte, künftig mit Hülkenberg auseinandersetzen.

Der Emmericher war zur Saison 2017 zu Renault gewechselt und verfügt über einen langfristigen Vertrag. Hülkenberg wartet aber immer noch auf seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse des Motorsports.

(dpa)