Formel 1 2018: Lewis Hamilton zum fünften Mal Weltmeister

Großer Preis von Mexiko: Lewis Hamilton zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister

Lewis Hamilton ist wieder Weltmeister. Der britische Mercedes-Pilot macht seinen fünften Formel-1-Triumph mit Platz vier in Mexiko vorzeitig perfekt. Ferrari-Rivale Sebastian Vettel bleibt trotz Rang zwei wieder nur die Rolle des Gratulanten.

Platz vier reichte locker zur großen WM-Fiesta: Lewis Hamilton hat sich mit einem lahmenden Silberpfeil in Mexiko seinen fünften Weltmeistertitel gesichert. Dem Mercedes-Star ist die WM-Krone im Duell mit Sebastian Vettel bereits zwei Rennen vor Saisonende nicht mehr zu nehmen, der Brite konnte seine Krönungsfahrt aber nicht genießen - er meckerte und fluchte während des Rennens am Funk immer wieder über seine Reifen.

Sein Rivale Vettel im Ferrari wurde beim Großen Preis von Mexiko nach einer guten Leistung Zweiter hinter dem ganz starken Max Verstappen im Red Bull, die WM-Niederlage war damit endgültig perfekt.

"Wir haben diesen Titel nicht hier gewonnen", sagte Hamilton nach einem aus seiner Sicht "fürchterlichen" Grand Prix: "Wir haben ihn bei vielen anderen Rennen gewonnen, bei denen wir hart gearbeitet haben. Ich bin seit ich 13 Jahre alt war bei Mercedes. Heute hier zu stehen und das zu schaffen, was Juan Manuel Fangio geschafft hat, ist ein ganz besonderer Moment."

Denn Hamilton ist nun in den Olymp der Formel 1 aufgestiegen. Außer ihm schaffte nur die argentinische Rennlegende Fangio fünf Titel, nur noch Rekordweltmeister Schumacher (7) steht nun vor ihm. Vettel gratulierte dem Engländer herzlich. "Es hat nicht geklappt, das ist kein einfacher Tag für mich", sagte er: "Aber Lewis hat es verdient, er und sein Team haben einen super Job gemacht, das muss man einräumen. Ich wäre gerne länger im Rennen geblieben."

Schon beim Start hatte Hamilton klargemacht, dass er im WM-Rennen nichts mehr anbrennen lassen wollte. Während Vettel, verdammt zum Siegen, seinen vierten Startplatz lediglich halten konnte, drängte sich Hamilton auf den 890 Metern bis zur ersten Kurve auf Rang zwei vor, Vorjahressieger Verstappen übernahm im Red Bull die Führung und gab sie dann auch nicht mehr her. Für den 21 Jahre alten Niederländer war es der fünfte Sieg der Karriere. Sein Teamkollege und Polesetter Daniel Ricciardo fiel zehn Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt aus.

Nach dem wenig spektakulären Start entwickelte sich die befürchtete Reifenschlacht, alle versuchten, die empfindlichen Pneus so gut es ging zu schonen. An der Reihenfolge an der Spitze änderte sich nach den ersten Boxenstopps nichts. Während Hamilton vorne nicht zum Vollgas gezwungen wurde, überholte Vettel dann während einer Überrundungsphase Ricciardo.

Nur kurze Zeit später schnappte sich Vettel auch Hamilton, doch der 33-Jährige konnte es verschmerzen und wehrte sich nicht. Er wusste ja, dass er weiter auf Titelkurs lag. Denn Vettel hätte die WM-Entscheidung nur dann noch einmal vertagt, wenn er auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez vor über 100.000 Fans gewonnen hätte - und Hamilton, der am Funk ständig über seine Reifen meckerte, nicht über Platz acht hinausgekommen wäre.

Der Brite, dessen Pneus immer mehr abbauten, musste nach einem Verbremser dann auch Ricciardo vorbeilassen. "Ich habe verdammt noch mal nichts zuzusetzen", funkte Hamilton: "Da läuft etwas schief."

Danach passierte nicht mehr fiel, Vettel profitierte vom Ricciardo-Ausfall, Hamilton cruiste dem Titel entgegen. Kimi Räikkönen (Finnland) wurde im zweiten Ferrari Dritter, der Emmericher Nico Hülkenberg landete im Renault auf Platz sechs.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Hamilton in Mexiko bereits Titel Nummer vier gefeiert. Nach seinen Triumphen von 2008, 2014 und 2015 ist er nun nach einer mehr als beeindruckenden Saison unter den absolut Größten der Formel 1 angekommen.

Hamilton fuhr in diese Jahr auf dem Höhepunkt seines Schaffens, im Gegensatz zu Vettel unterlief ihm auch unter Druck kaum ein Wackler. Umso höher ist dieser Titel einzuschätzen, weil der Brite noch im Sommer nicht als Favorit galt. Erstmals seit langer Zeit steuerte er nicht das schnellste Auto, doch Hamilton blieb in diesem lange heißen Duell cool, legte wie Mercedes noch einmal zu und unterstrich so seinen Status, einer der besten Rennfahrer der Geschichte zu sein.

Vettel zeigte sich als fairer Verlierer. „Er ist einfach besser gewesen dieses Jahr“, sagte der 31 Jahre alte Ferrari-Pilot, der durchaus selbstkritisch mit sich ins Gericht ging. "Wenn Ferrari und ich weniger Fehler machen, können wir das Tandem Mercedes/Hamilton besiegen", sagte er zuletzt. Dafür müssten sie in Zukunft "einen besseren Job machen". Die bessere Arbeit lieferte aber auch diese Saison Hamilton ab.

(sid/dpa/ako)
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