Michael Schumacher: Ein Geschenk für die Formel 1

Michael Schumacher: Ein Geschenk für die Formel 1

Düsseldorf (RP). Die Rückkehr von Michael Schumacher steigert das Interesse an der Königsklasse des Motorsports um ein Vielfaches. Auch Fernsehsender und Streckenbetreiber profitieren vom alten, neuen Superstar.

Der Eindruck täuscht, aber am kommenden Sonntag warten wirklich 24 Rennfahrer auf der Start-Ziel-Geraden von Manama darauf, dass die Ampel von Rot auf Grün springt und die Saison beginnt. Dennoch wird einer ganz besonders im Mittelpunkt stehen: Michael Schumacher.

Die Rückkehr des siebenmaligen Champions hat das weltweite Interesse an der Formel 1 deutlich steigen lassen. Aber auch ohne den Kerpener, der Ende 2006 seinen – wie man nun weiß – ersten Rücktritt vollzogen hatte, bot die Automobil-Königsklasse aufregenden, spannenden Sport.

2007 etwa: Fernando Alonso war als Weltmeister von Renault zu McLaren-Mercedes gewechselt, wo ihm Debütant Lewis Hamilton die Schau stahl. Nach dem Saisonfinale aber strahlte Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen, der mit einem Punkt Vorsprung die WM gewann.

Oder 2008: Da fiel erst in der letzten Kurve des letzten Rennens die Entscheidung – diesmal zugunsten von Hamilton, der dank Rang fünf Räikkönens siegreichen Teamkollegen Felipe Massa um einen Punkt auf Distanz hielt.

Dennoch: Die Rückkehr eines 41-Jährigen, der sich dem Generationen-Duell stellt und an seine unglaublichen Erfolge anzuknüpfen versucht, ist eine unbezahlbare positive Werbung für die Szene, die zuletzt durch Skandale sowie die Folgen der Wirtschaftskrise mit dem Ausstieg der Konzerne Toyota und Honda als negativem Höhepunkt gebeutelt wurde.

  • Fotos : So funktioniert Michael Schumacher

"Eigentlich sollte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone das halbe Gehalt von Michael bezahlen, denn was der jetzt für diese Rennserie weltweit wieder in Bewegung setzt, ist unglaublich", meinte Ex-Champion und TV-Experte Niki Lauda (Österreich).

Als Mercedes am 23. Dezember das "Geschenk Schumacher" präsentierte, freuten sich nicht nur die Schwaben, denn das Jahresgehalt von angeblich 7,5 Millionen Euro ist fast preiswert mit Blick auf die gesteigerte Aufmerksamkeit. Auch für den Fernsehsender RTL und die Betreiber der Rennstrecken war es wohl ein guter Tag.

Der Privatsender, der Schumacher seit 1991 begleitete und vom Boom profitierte, den der Kerpener hierzulande auslöste, litt unter dem Rücktritt. Statt sieben Millionen sahen im Schnitt zuletzt nur 5,21 Millionen die WM-Rennen. Brachte im "letzten" Schumacher-Jahr ein 30-Sekunden-Spot zwischen 33 000 und 111 300 Euro, reichte die Spanne in der vergangenen Saison, als Sebastian Vettel für Furore sorgte, von 23 400 bis 82 800 Euro. Nun soll der Höchstpreis schon wieder bei 93 000 Euro liegen.

In Hockenheim, wo am 25. Juli die Formel 1 zu Gast ist, wurden Ende Dezember sogar Mitarbeiterinnen aus dem Urlaub zurückgeholt, um die Kartennachfrage erfüllen zu können. "Für uns war das wie ein Segen vom Himmel", sagte Geschäftsführer Georg Seiler der "Welt am Sonntag".

Aber alle wissen: Nur ein konkurrenzfähiger Schumacher ist auf Dauer ein guter Werbeträger.

(RP)