Trotz "Formel Langeweile": Ecclestone bleibt beratungsresistent

Trotz "Formel Langeweile": Ecclestone bleibt beratungsresistent

Düsseldorf (RPO). Michael Schumachers Kritik an der "Formel Langeweile" zieht sich Bernie Ecclestone nicht an und bleibt beratungsresistent. Der Formel-1-Boss will nichts von Regeländerungen wissen und spielt zunächst auf Zeit. "Bevor wir an Änderungen überhaupt ernsthaft denken, sollten wir drei, vier Rennen abwarten", sagte der Formel-1-Boss.

Es bestehe derzeit kein Grund zur Sorge, sagte der 79-Jährige und verdeutlichte seinen Standpunkt der britischen Nachrichtenagentur "Reuters" auf recht drastische Art: "Selbst wenn in London die Erde bebt, würde ich nicht in Panik geraten."

Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner hält die ganze Diskussion ebenfalls für völlig überflüssig. "Bereits zu meiner Zeit hat es manchmal weniger spannende Rennen gegeben. Das ist normal und gehört dazu", sagte der heutige RTL-Experte.

Das sieht Ecclestone ähnlich: "Es ist das gleiche Problem, das wir in den vergangenen Jahren auch schon hatten: Man kommt einfach nicht nahe genug an das vor einem fahrende Auto heran, um überholen zu können." Genau das hatte auch Rückkehrer Michael Schumacher nach seinem sechsten Rang in Bahrain moniert: "Überholen war da praktisch unmöglich, es sei denn, jemand hat einen Fehler gemacht."

Seit diesem Jahr ist das Nachtanken der Autos während der Rennen verboten. Dadurch haben die Teams eine Möglichkeit weniger, über die Strategie Einfluss auf den Grand-Prix-Ausgang zu nehmen und damit für Spannung zu sorgen. Am Tankverbot soll sich laut Ecclestone auch nichts ändern: "Die Formel 1 ist jetzt eine Demokratie. Und alle Teams haben für diese Regeln gestimmt, also müssen sie damit zurechtkommen", zitiert die "Bild-Zeitung" den Briten.

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Von einer erneuten Regeländerung hält auch Danner nichts. "Das ist wie im Fußball, denn da kann man die Spiele auch nicht künstlich spannend machen", sagt der Münchner. Außerdem könnte seiner Meinung nach schon beim nächsten Rennen alles ganz anders sein. Danner: "Da fahren wir in Melbourne auf einem Stadtkurs, da gibt es sicher mehr Action." Der Große Preis von Australien findet am 28. März statt.

Außerdem habe man in der Vergangenheit die Regeln immer wieder geändert, um Einfluss auf die Rennen nehmen zu können. Danner: "Und was ist dabei herausgekommen? Nichts! Die Diskussion, die wir jetzt nach nur einem Rennen haben, ist künstlich hochgekocht worden und wird schnell wieder verstummen."

Die Teams sehen das offenbar anders. McLaren-Boss Martin Whitmarsh, zugleich auch Vorsitzender der Team-Vereinigung (FOTA), forderte nach dem Rennen in der Wüste ein Überdenken in Regelfragen. Der Brite Nick Fry, Geschäftsführer des neuen Mercedes-Teams, sagte dem Fachmagazin autosport: "Ich denke, es wäre schlecht, wenn wir nicht reagieren würden.

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(SID/rl)