Nach dem Titelgewinn Wie sich Rhein Fire verstärken möchte

Düsseldorf · Rhein Fire ist auf dem besten Wege, bereits im zweiten Jahr nach dem Comeback eine schwarze Null zu schreiben. Nach dem Titelgewinn beginnen bereits die Planungen für 2024. Wo sich das Team verstärken will und welche Regeländerung den Kader beeinflussen könnte.

Rhein Fire: Der aktuelle Kader für die ELF 2023
72 Bilder

Das war der Kader von Rhein Fire 2023

72 Bilder
Foto: Rhein Fire/Justin Alexander Derondeau

Rhein Fire hat sein Ziel erreicht. Bereits in der zweiten Spielzeit nach der Neugründung hat das Düsseldorfer American Football-Franchise mit einer makellosen Siegesserie von 14 Siegen in 14 Spielen in der European League of Football ihrer Ankündigung vom Saisonanfang „Wir wollen Meister werden“ Taten folgen lassen. „Es war die perfekte Saison für uns“, resümierte Rhein Fire-Sprecher Martin Wagner. „Und dass, obwohl wir einiges Verletzungspech hatten.“

So saßen im Finale gegen die Stuttgart Surge Passempfänger Willie Patterson sowie die beiden Abwehrspieler Jannik Seibel und Alejandro Fernandez verletzt an der Seitenlinie. An Spieltag vier hatte sich Wide Receiver Natahaniel Robitaille und Abwehr-Hüne Martin Pinter schwer verletzt. Pinter fiel mit einem Achillessehnenriss die komplette Saison aus, Robitaille feierte nach überstandener Schulterverletzung im Endspiel sein Comeback auf dem Feld und erzielte direkt zwei Touchdowns. Dass die nicht spielfähigen Fire-Aktiven mit der Mannschaft am Spielfeld mitfiebern konnten, war nicht selbstverständlich. „Eigentlich ist direkt an der Seitenlinie nur der aktive Kader erlaubt“, verrät Wagner. „Aber wir haben dafür gekämpft, dass alle am Spielfeld sein durften.“

Auf den Rängen im Finalstadion, dass auch das Heimspielstadion von Fire ist, war es knüppelvoll. 31.500 Zuschauer bescherten dem ELF-Championship-Game allerbeste Stimmung. „Davon haben wir aber nichts, weil die Einnahmen an die Liga gehen“, so der Fire-Sprecher. „Wir haben mit einem Zuschauerschnitt von knapp unter 10.000 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs erreicht. Wir hatten uns aber mehr erhofft.“ Das neun der zwölf Fire-Spiele der ELF-Hauptrunde im Fernsehen übertragen wurden und die späten Kick-off-Zeiten hätten bessere Zuschauerzahlen verhindert. Und doch wird Fire wirtschaftlich eine schwarze Null schreiben. „Eventuell werden uns die 100.000 Euro für die Reparatur des Rasens minimal in den roten Bereich drücken“, gesteht Wagner.

ELF: Rhein Fire feiert Meisterschaft auf dem Düsseldorfer Rathaus-Balkon
35 Bilder

Rhein Fire feiert Meisterschaft im Düsseldorfer Rathaus

35 Bilder
Foto: Justin Alexander Derondeau

Kaum war die Jubelstimmung, Rhein Fire hat den Meistertitel bis in die frühen Morgenstunden hinein ausgelassen in ihrer Lieblingskneipe, dem „Knoten“, gefeiert, etwas abgeklungen, ging Wagners Blick bereits nach vorne. „Wir haben großes Interesse, alle Trainer und so viele Spieler wie möglich weiter zu verpflichten“, verkündet Wagner. „Offensiv ist alles bestens. Auf der defensiven Seite werden wir noch etwas tun.“ Vermutlich muss sich bei der Planung der nächsten Saison nicht nur Fire, sondern sämtliche Teams der Liga auf ein paar neue Regularien einstellen. „Es wird gemunkelt, dass es bei Europäer-Regelung Änderungen gibt. Bisher durften pro Team sechs Europäer, die nicht aus der Nation stammen, in der das jeweilige Team ansässig ist, gemeldet werden. „Voraussichtlich wird das auf vier reduziert“, plaudert Wagner aus. „Das habe ich noch nicht schriftlich, aber ich gehe davon aus, dass es so kommt.“