Patrick Esume zum ELF Halbfinale „Wird enger, als viele denken“

Düsseldorf · In der ELF steht das Halbfinal-Wochenende mit spannenden Duellen an: Stuttgart Surge gastiert bei den Vienna Vikings, Rhein Fire empfängt Frankfurt Galaxy. In welcher Partie Ligachef Patrick Esume ein Schachspiel erwartet und wo es auch „eklig“ werden könnte.

 ELF-Commissioner Patrick Esume spricht bei der Kickoff-Pressekonferenz zum Finale 2023 in Duisburg.

ELF-Commissioner Patrick Esume spricht bei der Kickoff-Pressekonferenz zum Finale 2023 in Duisburg.

Foto: ELF/Jonas Wicker

Die European League of Football (ELF) ist in ihrer heißen Phase. An diesem Wochenende entscheiden sich die beiden Teilnehmer des Finals am 24. September in der Duisburger Arena. Die Sieger aus den Spielen Vienna Vikings gegen Stuttgart Surge (Samstag, 14.15 Uhr) und Rhein Fire gegen Frankfurt Galaxy (Sonntag, 14.15 Uhr, hier im Livestream) werden sich dann gegenüberstehen.

Wer sich durchsetzen wird? Das ist auch für ELF-Commissioner Patrick Esume nicht einfach zu beantworten, festlegen mag er sich – verständlicherweise – nicht. Gerade das Spiel zwischen Wien und Stuttgart werde „ganz eng, da kann jeder gewinnen“, wie Esume im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: „Das wird sich, glaube ich, im letzten Viertel in den letzten Minuten entscheiden, vielleicht mit einem Field Goal.“

Besonders gespannt ist Esume auf das Duell der beiden Head Coaches: „Das wird ein richtiges Schachspiel.“ Chris Calaycay führte die Vikings 2022 zum Titel, in dieser Saison gewannen die Wiener bislang alle Spiele. Zum Ende der regulären Saison hin hatten sie aber ihre Probleme. „Da muss man aber auch sagen, dass Spiele dabei waren, wo sie mit Backups gespielt haben“, sagt Esume.

Bei Stuttgart dagegen zeigte der Trend zuletzt nach oben. „Ich glaube, dass Stuttgart einen kurzen Zeitpunkt hatte, wo sie ein bisschen geschwächelt haben. Den brauchten sie aber auch“, erklärt der Ligachef. Unter dem neuen Cheftrainer Jordan Neuman und mit einer runderneuerten Mannschaft gewann Stuttgart zunächst fünf Spiele in Serie, dann folgte eine überraschende Niederlage gegen die Helvetic Guards. „Das kam zur rechten Zeit“, findet Esume. Stuttgart schloss mit neun Siegen und drei Niederlagen ab, bezwang die Wroclaw Panthers in Runde eins der Play-offs und hofft nun auf den Auswärtssieg beim Titelverteidiger, um kommende Woche in Duisburg dabei zu sein.

Nicht wenige erwarten, dass der Sieger aus Wien gegen Stuttgart dann auf Rhein Fire treffen wird. Für Esume ist das nicht so sicher: „Viele, die sagen, das wird eindeutig Rhein Fire, wird sich am Wochenende wundern. Ich glaube auch, dass das Spiel enger wird, als viele denken.“ Man habe im letzten Spiel der regulären Saison, als Fire 48:38 in Frankfurt gewann, gesehen, dass die Galaxy gut genug sei, um zu gewinnen – auch, wenn sie sich dafür noch steigern müsse: „Sie brauchen wirklich den perfekten Tag.“

Wie das konkret aussehen kann? „Sie müssen den besseren Gameplan haben. Sie müssen bestimmte Dinge wegnehmen, die Rhein Fire macht“, meint Esume. Als ein entscheidendes Matchup nennt der Commissioner Jamalcolm Liggins als „besten Cornerback der Liga“ gegen Fires Top-Receiver, also wohl Anthony Mahoungou, der nach Verletzung zurückkehren wird. Liggins müsse ihn im Eins-gegen-eins aus dem Spiel nehmen. „Du brauchst halt auch das extra Personal mit einem Safety in der Box, um Glen Toonga (Running Back, Anm.d.Red.) zu stoppen“, führt Esume weiter aus: „Du musst einen guten Gameplan haben und wissen, wann verteidige ich zuerst den Lauf und wann den Pass.“

Und natürlich wird es dann auch auf Frankfurts Offensive ankommen. Sie müsse einen Weg finden, den Ball zu laufen, um Fires Angriff möglichst lange vom Feld zu halten. Und wie zurecht vom Commissioner erwähnt: Die Galaxy hat in Woche 14 bewiesen, dass sie mithalten kann. Und auch, dass sie den Ball laufen kann. Zwar sieht die totale Statistik nicht so gut aus, doch dort fließen bei den Yards die Quarterback-Sacks mit ein. Betrachtet man die reinen Laufspielzüge, so konnte die Galaxy dort eine Erfolgsrate von 57,1 Prozent vorweisen, was ein guter Wert ist. In totalen Zahlen hatten die Running Backs 19 Laufversuche für 93 Yards und einen Touchdown, dazu kommen 33 positive Yards von Quarterback Jakeb Sullivan und ein weiterer Touchdown.

Dass das erneut so klappt, wird für Esume entscheidend sein, denn: „Wenn sie den Ball nicht gelaufen kriegen, dann kann es auch eklig werden.“

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