Mönchengladbach: FC-Präsident Overath ratlos

Mönchengladbach : FC-Präsident Overath ratlos

Die Kölner Geste des Tages war ein ratloses Kopfschütteln. Auch Präsident Wolfgang Overath zeigte sie. "Ich kann mir nicht erklären, warum die Mannschaft zwei so unterschiedliche Gesichter zeigt", sagte der ehemalige Weltklassespieler nach dem 1:5 im rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach. Die Beteiligten blieben eine schlüssige Antwort ebenfalls schuldig. "Es gibt Situationen im Fußball, die kannst du keinem erklären", stellte Verteidiger Christian Eichner durchaus stellvertretend fest. Er hatte einen ziemlich gebrauchten Tag erwischt im Borussia-Park. "Ich wäre besser heute nach dem Aufstehen gleich wieder nach Köln zurückgefahren", bekannte er.

Eichner hatte sich wie die Kollegen allerdings zum Spielen entschieden. Und sein Trainer glaubte, er habe die richtige Lehre aus den vielen Spielen mit den zwei Gesichtern gezogen, dem Heim- und dem Auswärtsgesicht. "Wir haben die Systematik geändert", erklärte Frank Schaefer, "und versucht, ganz kompakt zu stehen." Das ging, Schaefer räumte es freimütig ein, "sehr auf Kosten unserer Spielentwicklung nach vorn". Weil sich sein Team außerdem sehr bereitwillig drei Gegentreffer noch vor der Pause einfing, war das im Rückblick die falsche Taktik. "Vielleicht", argwöhnte der Trainer, "habe ich einen Fehler gemacht."

Als sich sein Team nach dem Wechsel während einer kurzen Wachphase anschickte, diesen Fehler nach dem Anschlusstor gegen vorübergehend mächtig schwimmende Gladbacher sogar zu korrigieren, half den Gastgebern ein kleiner Zufall wieder in die Spur. Schaefer: "Dann kam der Handelfmeter. Es ist eben manchmal im Sport so: Wenn es einmal in die negative Richtung geht, dann kommt alles zusammen." Nicht nur Eichner hatte in Mönchengladbach einen gebrauchten Tag erwischt.

(RP)