1. Sport
  2. European Championships

European Championships: Leander Carmanns aus Mönchengladbach im Speedklettern dabei

Speedkletterer Leander Carmanns bei der EM : Sechs Sekunden am Königsplatz

Speedkletterer Leander Carmanns startet bei den European Championships in München. Vor sehenswerter Kulisse will der frühere Junioren-Europameister aus Mönchengladbacher vorne mitklettern.

Für die Kletterwettbewerbe haben sie sich in München bei den European Championships eine durchaus sehenswerte Kulisse ausgesucht. Der Königsplatz inmitten der Landeshauptstadt ist einst nach dem Vorbild der Akropolis in Athen erbaut worden, entsprechend prachtvoll wirken die tempelartigen Gebäude dort mit ihren Säulen und rechteckigen Dächern. Ab dieser Woche ist jedoch etwas anderes der Blickfang am Königsplatz: die Kletterwände für die Boulder-, Speed- und Lead-Wettbewerbe; später spielen dort auch die Beachvolleyballer.

Bei dem Multisport-Event in München, das die Europameisterschaften von neun olympischen Sportarten vereint, ist auch Leander Carmanns am Start. Der Speedkletterer aus Mönchengladbach ist vom Deutschen Alpenverein (DAV) für die EM nominiert worden, der Wettkampf findet am Montag statt. Für Carmanns, im Vorjahr Junioren-Europameister, ist es der bislang größte Wettbewerb, an dem er teilnimmt. „Die Vorfreude ist schon groß, es ist ein cooles Event mit vielen Zuschauern und hoher Medienpräsenz“, sagt der 17-Jährige, der in diesem Jahr erstmals bei den Senioren mitklettert.

Zuletzt erreichte er bei zwei Europacups im Juli jeweils den siebten Platz, da sei er allerdings direkt aus dem Training in die Wettkämpfe gegangen. Die Form sei daher nicht so gut gewesen. „Dafür waren die Ergebnisse ganz in Ordnung“, sagt Carmanns. Vor München hat er es nun ruhiger angehen lassen. „Es ging darum, dass Training nun clever zu gestalten, damit ich ausgeruht in den Wettbewerb gehe. Ich habe drei bis vier Einheiten gemacht, nur ein paar Läufe an der Wand. Ansonsten viele Schnellraftübungen“, sagt Carmanns.

Denn beim Speedklettern geht es nun mal um die Geschwindigkeit: Eine entsprechende Kletterwand muss in möglichst kurzer Zeit und schneller als ein Kontrahent bewältigt werden – wer zuerst oben ist, hat gewonnen. Neigung und Höhe der Wand ist dabei für jeden Wettbewerb genormt.

5,74 Sekunden für die 15 Meter hohe Kletterwand – das ist Carmanns persönliche Bestzeit aus diesem Jahr, die bis vor Kurzem noch als deutsche Rekordzeit galt. Inzwischen hat Sebastian Lucke mit einer Zeit von 5,64 Sekunden diese nationale Bestzeit inne. „Das ist eher Ansporn für mich. Wenn die Form wieder da ist, kann ich das auch laufen“, sagt Carmanns zum Verlust seines Rekords.

  • Das Münchner Olympiastadion bei den Leichtathletikwettbewerben
    Größte Sportveranstaltung seit Olympia 1972 : European Championships 2022 in München
  • Hannah Meul in der Lead-Qualifikation bei
    Kölnerin erklärt ihre Sportart : Wie Meul zur Weltklasse-Kletterin wurde und nun um Medaillen kämpft
  • Zeidler, Bui und Co. : Das sind die Höhepunkte der European Championships am Wochenende

Für die Europameisterschaft setzt er sich eine Platzierung unter den ersten Acht als Ziel, also den Einzug ins Viertelfinale. „Die Konkurrenz wird besser sein als zuletzt beim Europacup, aber nicht so gut wie bei den Weltcups“, sagt er. Denn aus Europa gehören nur drei bis vier Leute zur Spitze des Sports, ansonsten dominieren Speedkletterer aus den USA, China und Indonesien. Den Weltrekord hält der Indonesier Kiromal Katibin mit 5,04 Sekunden.

Carmanns optimale Bedingungen für das Klettern am Königsplatz: „Über 20 Grad und leichter Wind, damit die Luft nicht steht. Und keine Sonneneinstrahlung direkt auf die Wand, weil die relativ stark reflektiert, das wäre nicht so gut.“