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European Championships 2022: So fällt die erste Bilanz der Organisatoren aus

Überwältigende Resonanz : So bewerten die Organisatoren die ersten Tage der European Championships

Mehr als eine halbe Million Menschen kommt in den ersten vier Tagen zu den European Championships. Die Europameisterschaften in neun Sportarten begeistern mit ihrem Programm. Die Organisatoren sind von der Resonanz überwältigt. Wo sie Verbesserungspotenzial sehen und was sie überrascht hat.

Der Münchener Olympiapark war schon Schauplatz für so manche große Veranstaltung - allen voran natürlich für die Olympischen Sommerspiele 1972.Große Fußballspiele, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften fanden dort statt. Die Rolling Stones, Robbie Williams oder AC/DC füllten Stadion und Park mit ihren Konzerten. Nun die European Championships. Europameisterschaften in neun Sportarten finden seit dem 11. August und noch bis zum 21. August in München statt. Der Olympiapark ist das Zentrum des größten Multisportevents in Deutschland seit eben den Sommerspielen 1972.

Vor dem Event hofften die Veranstalter, rund eine Million Menschen zu den European Championships locken zu können. Dafür haben sie neben den sportlichen Wettkämpfen ein großes Kultur- und Freizeitprogramm mit Bühnen und Treffpunkten in der ganzen Stadt aufgestellt. Nach dem ersten Wochenende ließ sich bereits sagen: Das Konzept funktioniert. Mehr als eine halbe Million Menschen kamen an den ersten vier Tagen zu den Championships. Fast alle sportlichen Wettbewerbe waren ausverkauft. Die Athletinnen und Athleten waren von der Stimmung begeistert.

Das gilt auch für die Organisatoren. „Es ist gigantisch, wie der Park genutzt wird. Überall ist eine großartige Atmosphäre, nicht nur im Olympiapark“, sagte Tobias Kohler, Leiter der Stabstelle Kommunikation der Olympiapark GmbH, im Gespräch mit unserer Redaktion. Mit so einer Resonanz habe er bei Weitem nicht gerechnet. „Wir haben hier im Park schon viel erlebt, viele Konzerte und große Veranstaltungen, aber dass das Angebot bei den European Championships so angenommen wird, ist auch für uns außergewöhnlich“, schwärmte er.

Münchens Sportbürgermeisterin Verena Dietl sagte: „Wir blicken schon heute zurück auf ereignisreiche Tage voller sportlicher Höhepunkte, persönlicher Bestzeiten und Rekorde sowie ein buntes Festival-Programm bei perfektem Sommerwetter und weiß-blauem Himmel. Was waren das für spannende Tage! Nach dem spektakulären Besucheransturm zur Eröffnung kocht die Stimmung an jeder Sportstätte. München weiß, wie man Großsportevents veranstaltet und sendet gerade herausragende Bilder in die ganze Welt! Zu Olympia 1972 war ich zwar noch nicht auf der Welt, aber ungefähr so muss sich die magische Stimmung, die wir heute spüren, damals angefühlt haben. Sogar internationale Sportlerinnen und Sportler berichten in ihren TV-Interviews von einer nie dagewesenen Atmosphäre. Als Sport-Bürgermeisterin macht mich das richtig glücklich.“

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Allerdings brachte die enorme Besucherzahl an manchen Tagen auch Probleme mit sich. Bei der kostenfreien Eröffnungsfeier am vergangenen Mittwoch, bei der unter anderem die Musikstars Marteria und Sportfreunde Stiller auf der Bühne standen, musste der Olympiapark schon deutlich vor dem Beginn der Feier geschlossen werden. Es kamen zu viele und viele fanden so keinen Einlass mehr. Nach offiziellen Angaben war die Veranstaltung mit 55.000 Besuchern ausverkauft. Die Mengen vor Ort sahen allerdings nach deutlich mehr Menschen aus. Da habe man den Ansturm unterschätzt, sagte Kohler. „Es war natürlich der positiven Resonanz geschuldet. Aber dass der Olympiapark schließen muss, damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Sonst hätten wir eine extra Beschallung für den Olympiaberg eingerichtet, so dass die Menschen dort die Feier besser hätten verfolgen können.“

Auch an den ersten Wettkampftagen schienen die Organisatoren den Menschenmengen beim Einlass nicht immer Herr werden zu können. Am Sonntag strömten am frühen Abend Tausende zum Triathlon und zum Konzert der Band Wanda. Die Brücken auf den Zuwegen zum Park waren so voll, dass sie zwischenzeitlich abgesperrt wurden. Auch vor den Wettkampfstätten bildeten sich immer wieder Schlangen. Organisatorisch seien an den Wettkampfstätten alle auf diese Situationen vorbereitet gewesen, ausreichend Ordner seien eingeplant gewesen. „Alle wissen ja nun seit Wochen um die frappierende Personalsituation in diesem Bereich. Deswegen haben wir extra Vorkehrungen getroffen und auch einen guten Dienstleister, mit dem wir oft und immer zuverlässig zusammenarbeiten. Alle waren auf die Situation vorbereitet. Aber es ist einfach eine signifikante Zahl an Leuten, die dann einfach nicht zu ihren Ordnerdiensten erscheint“, erklärte Kohler die Situation. Immer wieder müsse der Ordnungsdienst dann umorganisieren, was bisher immer gelungen sei. So würden dann aber zumindest kurzzeitig durch den Personalmangel Wartezeiten bei den Einlasskontrollen entstehen.

Für die kommenden Tage gebe es also für das Organisationsteam Kleinigkeiten, die nachjustiert würden. „Es gab aber nichts, das richtig schiefgegangen ist“, so der Olympiapark-Sprecher, der hofft, dass auch in den kommenden Tagen weiter Hunderttausende zu den European Championships kommen und dort friedlich feiern.

Hier gibt es das vollständige Festival-Programm der European Championships.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu den European Championships.

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