Vier EM-Titel am ersten Tag Goldener Start für deutsche Kanuten

München · Am ihrem ersten Finaltag auf der Regattastrecke in Oberschleißheim fahren die Deutschen Kanuten gleich zu vier EM-Titeln. Sebastian Brendel und Tim Hecker lassen der Konkurrenz im Canadier über 1000 Meter keine Chance.

  Tim Hecker (r.) und Sebastian Brendel freuen sich bei der Siegerehrung über die Goldmedaille

Tim Hecker (r.) und Sebastian Brendel freuen sich bei der Siegerehrung über die Goldmedaille

Foto: dpa/Sven Hoppe

Noch völlig erschöpft stand Martin Hiller an der Regattastrecke in Oberschleißheim. Die Goldmedaille baumelte um seinem Hals. Die Goldfahrt mit dem deutschen Kajak-Vierer über die 1000 Meter hatte den 20-Jährigen ordentlich geschlaucht. Das deutsche Quartett, dass so erst dreimal zusammen gestartet war, hatte sich mit weniger als einer halben Sekunde Vorsprung gegen die Spanier durchgesetzt. Es war im ersten Kanu-Finale bei den European Championships gleich der erste EM-Titel für den Deutschen Kanuverband. Es sollten noch drei weitere an diesem Freitagnachmittag folgen.

Der zweimalige Olympiasieger Tom Liebscher war für Jacob Schopf ins Vierer-Boot gerückt. Schopf trat im Finale im Einer-Kajak an und holte sich dort den Titel.

Die Höhepunkte der European Championships am Sonntag
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Foto: dpa/Michael Kappeler

„Es war hier schon ein besonderer Druck für uns, weil wir wussten, dass wir eine echt gute Medaillenchance hatten und viele sind davon ausgegangen, dass wir Gold holen“, sagte Hiller. Am Start seien sie zwar nicht gut ins Rennen gekommen, dann aber cool geblieben.

Auf der Leinwand lief derweil die Siegerehrung für die alten und neuen Europameister Sebastian Brendel und Tim Hecker über die 1000 Meter im Zweier-Canadier. Vor zwei Wochen hatten sie bereits den WM-Titel geholt. Bei der EM in München setzten sie sich nun mit mehr als einer Sekunde Vorsprung gegen Italien durch. „Wir waren voller Vorfreude auf dieses Rennen bei der Europameisterschaft. Wir haben uns erstmal sehr gefreut, dass wir als Sportart bei diesem Event dabei sind und sind jetzt froh, dass wir im ersten Finale direkt eine Goldmedaille einfahren konnten“, sagte Brendel.

Vor ihren eigenen Europameisterschaften nutzten die deutschen Kanuten die Chance, sich bei den European Championships auch andere Sportarten anzuschauen. „Wir waren zum Beispiel beim Bahnrad. Es ist einfach schön zu sehen, dass sich in Deutschland Leute nicht nur für Fußball interessieren, sondern auch für andere Sportarten und da mitfiebern“, sagte Brendel. Jetzt hoffe er, dass auch beim Kanu in den kommenden Tagen die Tribüne noch etwas voller werde, wenn das Wetter mitspielt. Denn am Freitag sorgten Regenschauer und Wind für ungemütliche Bedingungen auf und an der Regattastrecke. „Dann ist es für uns auch eine gute Werbung für den Kanusport“, so der Potsdamer.

Ihr Rennen sei harte Arbeit gewesen, vor allem im Mittelstück hätten sie ordentlich Druck machen müssen, um die Gegner auf Abstand zu halten. Im Endspurt fuhr das Duo dann aber noch einen klaren Vorsprung heraus. „Ich habe zwischendurch rübergeschaut: Immer, wenn die Italiener angezogen haben, konnten wir auch anziehen“, sagte Hecker.

Mit Gold über die 1000 Meter soll es für Brendel und Hecker bei dieser EM noch nicht gewesen sein. Das Duo will auch den Titel über die 500 Meter. Brendel tritt im Canadier-Einer zudem noch über die 5000 Meter an.

Lillemor Köper gewann im Para-Kanu Gold, Esther Bode Silber über 200 Meter in ihrer Klasse. Die Duisburgerin Katharina Bauernschmidt sicherte sich Bronze.

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