Turn-EM Dormagenerin Sarah Voss mit Verletzungspech

Dormagen · Die Dormagenerin Sarah Voss ging mit großen Hoffnungen in die Turn-Europameisterschaften in München, musste aber beim Auftakt mit einem Handicap zurechtkommen. Mit dem deutschen Team konnte sie allerdings überzeugen.

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Foto: AP/Pavel Golovkin

Am späten Donnerstagnachmittag war die Laune von Sarah Voss (TZ DSHS Köln) schon wieder gut, obwohl sie sich zu ihrem Verdruss im Vorfeld der Turn-Europameisterschaften in München eine Wadenverletzung zugezogen hatte und zu diesem Zeitpunkt der Qualifikation klar war, dass sich die Dormagenerin an keinem Einzelgerät für die Finals am Sonntag qualifizieren würde. Auch in der Mehrkampfwertung, in der sie sich im Juni noch den DM-Titel geholt hatte, war sie da schon weit weg von einer Medaille und die vierte Qualifikationsgruppe mit einigen starken Turnerinnen sollte noch kommen. Doch Voss war einfach nur glücklich, dass die deutsche Mannschaft überzeugte. Zusammen glichen sie aus, dass Voss ihre gewohnte Leistungsstärke nicht abrufen konnte.

„Wie wir als Mannschaft aufgetreten sind und uns gegenseitig geholfen haben, macht mich einfach nur stolz“, sagte Voss und hatte noch ein Sonderlob für die erst 18-jährige Emma Malewski (TuS Chemnitz) parat: „Wie sie sich als Jüngste im Team präsentiert hat, war schon stark.“ Damit trug Malewski dazu bei, dass Voss‘ weniger gute Ergebnisse an den einzelnen Geräten nicht so stark ins Gewicht fielen und Deutschland am Ende auf Platz vier ins Finale der besten Acht am Samstag einzog.

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Foto: AP/Martin Meissner

Die Dormagenerin hatte schon während der Vorbereitung in Frankfurt über Wadenprobleme geklagt, beim Training in München machten die sich dann wieder bemerkbar. Die medizinische Abteilung konnte die Beschwerden zwar eindämmen, doch optimal waren Voss‘ Voraussetzungen für den EM-Start am Donnerstag natürlich nicht. So erwischte sie auch gleich am Schwebebalken, neben dem Sprung eigentlich ihr Paradegerät, einen schlechten Einstieg, als sie bei ihrem Rondat-Abgang mit beiden Füßen abrutschte. Sie reagierte zwar schnell, indem sie die Schrauben nicht einleitete, landete aber nach einem einfachen Salto auf allen Vieren und sorgte mit lediglich 12,266 Punkte für das deutsche Streichergebnis.

Dass sie anschließend humpelte, war kein gutes Zeichen. Und in der Tat lief es am Boden nicht gut, wo Voß mit 12,100 Punkten wieder das schwächste deutsche Ergebnis fabrizierte. Doch die Dormagenerin biss auf die Zähne und überzeugte am Sprung. Mit 13,433 Punkten war sie die beste Deutsche. Anschließend verzichtete sie bewusst auf den geplanten zweiten Sprung und damit auf ihre Finalchancen. „Ich wollte kein zusätzliches Risiko eingehen. Die Mannschaft stand im Mittelpunkt“, sagte Voss. Ihre abschließende Übung am Stufenbarren brachte sie mit einer Wertung von 13,100 Punkten solide über die Bühne.

So war trotz des aus ihrer Sicht durchwachsenen Verlaufs des EM-Auftakts die Zuversicht groß, dass sie im Finale der Mannschaft helfen kann. „Die Wade ist nicht schlimmer geworden, das ist handlebar. Vielleicht nicht an allen Geräten, aber ich werde am Samstag turnen“, erklärte Voss. Auch Bundestrainer Gerben Wiersma konnte dem EM-Start seiner Schützlinge viel Positives abgewinnen: „Ich bin besonders stolz auf die Teamleistung und wie sie sich in den Wettkampf zurückgekämpft haben.“

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